08. Februar 2022 / 18:49 Uhr

"Weiß, dass gerade viel zusammenpasst": Skirennfahrerin Lena Dürr über ihre Medaillenchance

"Weiß, dass gerade viel zusammenpasst": Skirennfahrerin Lena Dürr über ihre Medaillenchance

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lena Dürr will in Peking um eine Medaille mitfahren. 
Lena Dürr will in Peking um eine Medaille mitfahren.  © IMAGO/Eibner Europa
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Lena Dürr hat beim Slalom am Mittwoch bei den Olympischen Spielen in Peking eine Medaillenchance. Die 30-Jährige fuhr in dieser Saison schon dreimal aufs Podium. Im SPORTBUZZER-Interview spricht sie über ihre Form. 

Skirennfahrerin Lena Dürr hat in diesem Winter mit drei dritten Plätzen schon eine Menge Selbstvertrauen gesammelt. Für den Slalom am Mittwoch (ab 3.15 Uhr, ZDF) zählt sie zu den Medaillen-Kandidatinnen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht die 30-Jährige über ihre aktuelle Verfassung, den Favoriten-Status und über Olympia in China.

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SPORTBUZZER: Lena Dürr, in drei Slalomrennen in diesem Winter fuhren Sie auf den dritten Platz. Warum läuft es bei Ihnen besser als in den vergangenen Jahren?

Lena Dürr (30): Es passt gerade einfach ziemlich viel zusammen. Ich wurde in letzter Zeit oft gefragt, was anders ist. Dann sage ich immer: Skifahren ist für mich wie ein Puzzle. Je mehr Teile zusammenpassen, desto besser, schneller und einfacher ist mein Skifahren. Anscheinend habe ich die richtigen Teile gefunden. Aber an einer Sache festmachen kann ich es nicht. Es ist ein ständiger Prozess. Das Material passt bei mir gerade perfekt. Ich bin frei am Ski und kann bestimmen, wo ich mit meinem Material hin will.

Zwischen dem letzten Weltcupslalom und dem olympischen Slalom in Peking lagen fast vier Wochen. Wie schwierig ist es, die gute Form bis Peking zu konservieren?

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Ich weiß es selbst nicht. Vor Lienz Ende Dezember war auch eine ziemlich lange Pause. Da war mein Ergebnis nicht so gut (Dürr wurde Elfte, Anm. d. Red.), das lag aber nicht an der langen Pause, sondern ich bin mit dem Zielhang dort nicht wirklich klargekommen – und ich war etwas angeschlagen. Das hat sich aufsummiert.

Sind Sie durch Ihre guten Ergebnisse in dieser Saison in den Kreis der Medaillenanwärterinnen aufgerückt?

Ich fahre befreiter und mit noch mehr Vorfreude zu den Olympischen Spielen als vor vier Jahren in Pyeongchang, weil ich weiß, dass gerade viel zusammenpasst. Das Wichtigste ist für mich, am Start zu stehen und den Lauf so zu treffen, wie ich ihn vorher bei der Besichtigung geplant habe.

Wie groß sehen Sie die Lücke für das übrige Feld zum Spitzenduo Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin?

In Schladming waren wir im ersten Durchgang alle sehr eng zusammen. Teilweise sieht man, man kann ganz gut dran sein. Aber die beiden sind die konstantesten Fahrerinnen im Feld. Egal bei welchen Bedingungen und wie die Läufe sind, sie können immer abliefern. Das ist es, was sie vom Rest unterscheidet.

Zum allgemeinen Corona-Wirbel kamen auch in diesem Winter Verschiebungen durch ungünstige Witterungsbedingungen. Wie konzentrieren Sie sich dabei auf das Wesentliche?

Wie die Bedingungen sind, können wir nie beeinflussen. Das ist in den vergangenen Jahren immer gleich gewesen. Wir können ein Rennen bei plus zehn Grad fahren und das nächste bei minus zehn. Was Corona angeht, ist es schon sehr anstrengend und wir passen extrem auf, dass uns da nichts passiert. Aber wie man in den vergangenen Wochen gesehen hat, kann man noch so aufpassen und weiß trotzdem nicht, wo man es aufschnappt.

Auch in Peking gelten für die Athleten strikte Vorschriften zur Corona-Prävention. Wie sehr ärgern oder belasten Sie persönlich diese?

Es werden sicher nicht die Spiele, die es in Pyeongchang waren, weil man von Land und Leuten nicht viel mitbekommt. Das ist natürlich schade. Wir können aber froh sein, dass wir die Spiele austragen können. Es wurde sehr viel im Vorfeld besprochen, wie die Dinge ablaufen sollen. Am Schluss sind wir dennoch dazu da, so schnell es geht diesen Hang herunterzufahren, und darauf freue ich mich.

China ist wegen der Menschenrechtslage im Land in der Diskussion. Wie sehr beschäftigt Sie das Thema?


Der Wirbel drumherum ist riesengroß. Ich war enttäuschter, als die Spiele damals an Peking vergeben wurden. Einfach, weil es dort keine Skihistorie gibt und – wie man gesehen hat – alles neu aus dem Boden gestampft wurde. Wenn das in so weiter Zukunft liegt, macht man sich darüber mehr Gedanken als direkt im Vorfeld. Denn da ist man einfach der Sportler, der dafür jahrelang arbeitet. In dem Moment bin ich fokussiert darauf, dass ich mein bestes Skifahren zeige und meine Leistung, die ich über die Saison hinweg aufgebaut habe, abrufen kann.

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