31. März 2020 / 13:18 Uhr

Lengede hält die Klasse: „Ein echtes Geschenk“

Lengede hält die Klasse: „Ein echtes Geschenk“

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Weil er rechnerisch noch den Relegationsplatz hätte erreichen können, spielt der SV Lengede (rechts) auch in der nächsten Saison in der Landesliga.
Weil er rechnerisch noch den Relegationsplatz hätte erreichen können, spielt der SV Lengede (rechts) auch in der nächsten Saison in der Landesliga. © Ralf Büchler
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Nur drei Siege in 14 Partien: Die Aussichten für die Volleyballer aus Lengede, den Abstieg zu vermeiden, waren vor wenigen Wochen nicht die besten. Doch nachdem der Verband aufgrund der Corona-Krise den Spielbetrieb eingestellt und neue Auf- und Abstiegsregelungen erarbeitet hat, ist der SVL gerettet – er darf weiterhin in der Landesliga aufschlagen.

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Hoffnungen, die Klasse zu halten, hatten die Landesliga-Volleyballer des SV Lengede angesichts ihrer dürftigen Bilanz (3 Siege in 14 Spielen) vor wenigen Wochen kaum noch, doch dann sorgte das Corona-Virus für eine Unterbrechung der Saison – und nun hat der Verband entschieden, den Spielbetrieb einzustellen. Zudem klärte er auch die Aufstiegs- und Abstiegsfragen.

Das sorgte bei den von diesen Regelungen betroffenen Vereinen für unterschiedliche Gemütslagen: Während die VG Ilsede trotz ihres zweiten Platzes ein wenig Frust schiebt (die Aufstiegs-Hoffnung ist geplatzt), darf der Vorletzte aus Lengede feiern. Denn weil er rechnerisch noch den Relegationsplatz hätte erreichen können, erhält er die Möglichkeit, in der Liga zu bleiben, sofern er das möchte. „Das ist ein echtes Geschenk für uns – und wir nehmen es auf jeden Fall erst einmal an“, betont Coach Sven Menzel.

Völlig überraschend kommt dieser neue Sachverhalt für ihn jedoch nicht. „Insgeheim hatte ich damit gerechnet, dass das so geschieht“, sagt er und verweist darauf, dass der Deutsche Volleyball-Verband bereits eine Woche zuvor für die oberen Ligen fast identische Regelungen zur Wertung der Saison verkündet hatte. „Nachdem ich das gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass der Landesverband das ähnlich regelt und nachziehen wird – und zum Glück für uns hat er das auch getan“, sagt Menzel.

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Die Freude über den unverhofften Klassenerhalt ist zwar groß, aber die personellen Probleme beim SVL bleiben – und sorgen für eine ungewisse Zukunft. „Momentan lässt sich nicht sagen, ob wir für die nächste Saison eine Mannschaft zusammen bekommen“, erklärt Menzel. Denn derzeit umfasst das Aufgebot lediglich sieben Akteure, wobei einer nicht regelmäßig zur Verfügung steht. „Das ist viel zu wenig. Hinzu kommt, dass immer einer verletzt, krank oder anderweitig verhindert ist.“

Um also auch weiterhin in der Landesliga antreten zu können, benötigt der SVL dringend Verstärkung. „Zwei Zugänge brauchen wir mindestens, vier wären ein Traum“, erklärt Menzel. Dabei habe Qualität keine Priorität, „sondern in allererster Linie geht es um Quantität“.

Doch weil die Rekrutierung neuer Spieler fast ausschließlich über Mundpropaganda laufe, gestaltet sich die Suche ziemlich schwierig. „Schließlich gibt es nicht so viele Volleyballer“, sagt der Coach. Zudem drängt die Zeit schon ein wenig, denn Mitte Mai müssen die Lengeder sich entscheiden, ob sie ein Team melden – und auch Menzel selbst möchte bis zu diesem Termin Klarheit haben. „Denn melden wir eine Mannschaft und ziehen die dann später zurück, kostet das den Verein Geld.“

Genau dies möchte er aber unbedingt vermeiden. Heißt: Gelingt es dem SVL nicht, in den nächsten Wochen seinen Kader zu vergrößern, „hat es keinen Sinn, über eine weitere Spielzeit in der Landesliga nachzudenken. Aber wir werden dann auch nicht für die Bezirksliga melden, da dies aus personeller Sicht noch schwieriger wird“, sagt Sven Menzel. Dementsprechend gehe es jetzt nicht nur um die Existenz der Mannschaft, sondern auch um die der Volleyballsparte beim SV Lengede. „Der Verein hätte nichts dagegen, dass die erhalten bleibt – und ich auch nicht. Ich würde mich riesig freuen, wenn es hier weitergeht.“