24. Januar 2020 / 06:00 Uhr

Eishockey-Star Leon Draisaitl exklusiv: "Gegen Fußball hat eine andere Sportart keine Chance"

Eishockey-Star Leon Draisaitl exklusiv: "Gegen Fußball hat eine andere Sportart keine Chance"

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eishockey-Superstar Leon Draisaitl wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für seine Sportart in Deutschland.
Eishockey-Superstar Leon Draisaitl wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für seine Sportart in Deutschland. © Imago Images/Brett Holmes
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Der deutsche Eishockey-Topstar Leon Draisaitl im SPORTBUZZER-Interview über das All-Star-Game, seine Rolle als NHL-Superstar und den Stellenwert des deutschen Eishockeys.

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SPORTBUZZER: Leon Draisaitl, Sie haben bislang 75 Scorerpunkte in 49 Partien gesammelt. Sind Sie in dieser Saison überhaupt irgendwie aufzuhalten?

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Leon Draisaitl (24): Schwer zu sagen, das kann ich ja nicht verraten. Momentan läuft es für mich einfach richtig gut, genauso wie für das gesamte Team.

Fühlen Sie sich denn als Star?

Das gehört dazu, wenn ich oben mitspielen will. Ich habe den Status hier angenommen und kann ganz gut damit umgehen. Ich denke, dass ich das bisher ganz gut mache in meiner Karriere und auf dem Boden bleibe.

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"Die Medien müssen mehr über Eishockey berichten - das passiert leider immer nur sporadisch"

In Nordamerika sind Sie einer der bekanntesten Sportler, in Deutschland kennen Sie fast nur Eishockeyfans. Stört Sie das manchmal?

Eishockey ist in Kanada die Sportart Nummer eins. Deshalb ist die Aufmerksamkeit hier größer als zu Hause. Ich kann nur versuchen, durch meine Spielweise den Eishockeysport zu pushen und das deutsche Eishockey nach vorn zu bringen. Aber in erster Linie müssen die Medien es auch annehmen, mehr über Eishockey zu berichten. Das passiert leider immer nur sporadisch.

Das geht auch anderen Sportarten so.

Der Fußball ist einfach das ganz große Ding in Deutschland. Da hat eine andere Sportart keine große Chance, gegen anzukommen. Da machen die Medien ja auch nicht unbedingt Fehler. Aber die Sachen, die teilweise über den Fußball geschrieben werden – wen interessiert das denn noch? Wir müssen aber damit umgehen, weil der deutsche Fußball in der Welt ganz vorn dabei ist.

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Und wo steht dabei das deutsche Eishockey?

Wir haben in der Vergangenheit ein paar große Erfolge erzielt. Aber es ist definitiv noch viel Luft nach oben. Wir haben ganz, ganz talentierte Nachwuchsspieler. Ob die aktuell aber weltweit den Unterschied ausmachen können – das weiß ich nicht. Das kann man aber auch nicht verlangen.

"Mein Ziel war es immer, in der NHL zu spielen"

Was braucht es denn, um den Unterschied zu machen – so wie Sie?

Ein Pauschalrezept gibt es da leider nicht. Jeder Spielertyp ist anders, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Dann kann sich ein Team in Deutschland bilden, welches mit den großen Nationen mithalten kann.

Aktuell wird in der DEL über die Ausländerquote diskutiert. Wie nehmen Sie das wahr?

Man kann die Ausländerzahl pro Team auf jeden Fall reduzieren. Aber es muss auch ein gewisses Niveau in der Liga gehalten werden – und dabei helfen die ausländischen Spieler. Auf der anderen Seite haben so die jungen Spieler Probleme, die wichtige Eiszeit zu bekommen.

Sie mussten in der NHL auch den Umweg über Farmteams gehen. Gab es Momente, in denen Sie an Ihrer Karriere gezweifelt haben?

Nein. Mein Ziel war es immer, in der NHL zu spielen. Ich hatte beste Voraussetzungen, aber man weiß nie, ob alles so glatt läuft, wie man sich das wünscht. Mit meinem Vater (Ex-Nationalspieler Peter Draisaitl, d. Red.) hatte ich jemanden, der mich gut auf die Situationen vorbereitet hat. Er hat mich aber auch eigene Erfahrungen sammeln lassen.

"Die Teilnahme am All-Star-Game ist herausragend"

Was bedeutet Ihnen die Teilnahme am All-Star-Game?

Das ist herausragend. Ich kann mit den besten Jungs der Welt ein paar Tage Spaß haben.