07. September 2021 / 14:54 Uhr

Umstrittene WM in Katar: DFB-Star Goretzka fordert mehr Bedacht bei Vergabe – Boykott keine Option

Umstrittene WM in Katar: DFB-Star Goretzka fordert mehr Bedacht bei Vergabe – Boykott keine Option

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nationalspieler Leon Goretzka wünscht sich mehr Fokus auf Menschenrechte bei der Vergabe von Weltmeisterschaften.
Nationalspieler Leon Goretzka wünscht sich mehr Fokus auf Menschenrechte bei der Vergabe von Weltmeisterschaften. © IMAGO/Pressefoto Baumann (Montage)
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Die Weltmeisterschaft in Katar im kommenden Jahr ist wegen der Menschenrechtslage in dem Emirat schwer umstritten. Nationalspieler Leon Goretzka erklärte nun, dass man künftig mehr Bedacht bei der Vergabe walten lassen müsse. Ein Boykott sei für die DFB-Auswahl aber weiter keine Option.

Nationalspieler Leon Goretzka hat angesichts der Debatten über den kommenden WM-Gastgeber Katar dafür plädiert, bei der Auswahl künftiger Schauplätze für Fußball-Großereignisse schon vorab mehr auf Themen wie Menschenrechte und Rahmenbedingungen zu schauen. "Ich glaube, dass bei der Vergabe in Zukunft mehr auf so etwas geachtet werden muss", sagte der 26 Jahre alte Profi des FC Bayern München am Dienstag in Stuttgart. Das Emirat Katar steht besonders wegen der Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeiter auf den WM-Baustellen seit geraumer Zeit international in der Kritik.

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"Das Thema ist schon sehr präsent", sagte Goretzka mit Blick auf die noch mehr als 14 Monate bis zum Turnierbeginn im November 2022. Die deutsche Mannschaft habe schon mehrfach öffentlichkeitswirksam Stellung bezogen, erinnerte Goretzka. Er ist dafür bekannt, auch zu politischen Themen wie Menschenrechte klar Stellung zu beziehen. "Wir sind auch im eigenen Land nicht perfekt", sagte Goretzka aber auch. Den größten Einfluss müsse man "vor der eigenen Haustür" einnehmen.

Ein Boykott des Turniers im kommenden Jahr sei innerhalb der Mannschaft indes kein Thema: "Wir werden an der WM teilnehmen, um die Plattform zu nutzen und um weiterhin darauf aufmerksam zu machen, dass man bei der Vergabe solche Dinge wie Menschenrechte in Zukunft berücksichtigen muss", erklärte Goretzka. Im Mai hatte eine repräsentative Umfrage des WDR ergeben, dass eine Mehrheit der Deutschen für einen Verzicht an der WM-Teilnahme sei. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte sich aber etwa schon gegen einen Boykott und stattdessen für mehr Dialog ausgesprochen.

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