25. März 2021 / 23:30 Uhr

Leon Goretzka erklärt T-Shirt-Protest gegen Katar - Uli Hoeneß lobt Aktion: "Völlig berechtigt"

Leon Goretzka erklärt T-Shirt-Protest gegen Katar - Uli Hoeneß lobt Aktion: "Völlig berechtigt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einem T-Shirt-Protest für Aufsehen gesorgt. Leon Goretzka erklärt, was dahinter steckt.
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einem T-Shirt-Protest für Aufsehen gesorgt. Leon Goretzka erklärt, was dahinter steckt. © IMAGO/ActionPictures/Schüler/Montage
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Mit einem T-Shirt-Protest vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Island hat die deutsche Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Leon Goretzka erklärte nach Abpfiff die Hintergründe der Aktion, die auch bei Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß Anklang fand.

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Die deutsche Nationalmannschaft hat vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island am Donnerstag in Duisburg ein Zeichen gesetzt. Vor dem Anpfiff der Partie liefen die Nationalspieler mit T-Shirts auf den Platz, die bei der Hymne aneinandergereiht die Aufschrift "Human rights" ergaben - eine klare Kritik an den kommenden WM-Gastgeber Kata. Nach dem deutlichen 3:0-Sieg gegen Island hat Leon Goretzka die T-Shirt-Aktion erklärt - und dafür Lob von Uli Hoeneß erhalten.

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"Es ist ziemlich eindeutig gewesen. Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen. Wir haben natürlich die WM vor uns. Darüber wird immer wieder diskutiert. Das möchten wir der Gesellschaft klarmachen, dass wir das nicht ignorieren. Dass wir ganz klar sagen, was für Bedingungen da herrschen müssen“, sagte Nationalspieler Leon Goretzka nach dem 3:0 gegen Island beim TV-Sender RTL und betonte: "Ich finde, dass man solche Momente nutzen kann. Norwegen hat es auch gemacht. Wir haben da eine große Reichweite. Die können wir wunderbar nutzen, um ein Zeichen zu setzen für Werte, für die wir stehen wollen." Auch Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich: "Angeregt habe ich das nicht, die Spieler haben das heute selbst auf die Trikots geschrieben. Es sollte ein erstes Zeichen von uns sein, dass wir für Menschenrechte – egal wo auf der Welt – einstehen. Ein sehr gutes und wichtiges Zeichen."

Lob gab es dafür vom langjährigen Bayern-Boss Uli Hoeneß. "Wir wollen ja die mündigen Spieler haben und es ist ja völlig berechtigt, so etwas zu machen. Wenn sie darauf hinweisen, dass es dort Probleme gibt, kann es auch dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen besser werden", sagte der neue RTL-Experte. "Eine WM in Katar und ein Engagement des FC Bayern kann auch dazu führen, dass die Situation vor Ort sich verbessert."

Norwegen macht mit T-Shirt-Protest den Anfang - keine Strafe von der FIFA

Erst am Mittwoch hatten die Norweger vor ihrem Spiel gegen Gibraltar T-Shirts mit der Aufschrift „Respect - On and off the pitch“ (Respekt - auf und neben dem Platz) getragen. Später hatten die Spieler bei der Nationalhymne ähnliche Shirts mit dem Schriftzug "Human rights - On and off the pitch" (Menschenrechte - auf und neben dem Platz) an. Die FIFA betonte am Donnerstag, diesbezüglich kein Disziplinarverfahren einleiten zu wollen. Die Äußerung politischer Botschaften war im Weltfußball in den vergangenen Jahren immer wieder ein Streitthema.

Der WM-Gastgeber Katar steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des „Guardian“ sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Gastarbeiter aus fünf asiatischen Ländern gestorben. Katars Regierung erklärte hingegen, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Auch Menschenrechtler räumen Fortschritte ein, mahnen aber, die Reformen würden unzureichend umgesetzt.