15. September 2020 / 14:24 Uhr

Bayern-Star Goretzka gegen Einheitlichkeit bei Fan-Rückkehr - Leistner-Eklat: "Muss man drüber stehen"

Bayern-Star Goretzka gegen Einheitlichkeit bei Fan-Rückkehr - Leistner-Eklat: "Muss man drüber stehen"

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Leon Goretzka vom FC Bayern München hat sich vor dem Bundesliga-Start gegen Schalke 04 kritisch über eine mögliche Fan-Rückkehr in die Stadien und zum Eklat um HSV-Profi Toni Leistner geäußert.
Leon Goretzka vom FC Bayern München hat sich vor dem Bundesliga-Start gegen Schalke 04 kritisch über eine mögliche Fan-Rückkehr in die Stadien und zum Eklat um HSV-Profi Toni Leistner geäußert. © Preiss/Witters/Pool
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Leon Goretzka vom FC Bayern München hat sich gegen eine einheitliche Regel für eine Rückkehr von Fans in die Bundesliga-Stadien ausgesprochen. "Rein von der Logik her erscheint es sinnvoll, dass man keine Lösung für alle gleich findet", sagte Goretzka, der sich kritisch zum Ausraster von HSV-Profi Toni Leistner äußerte.

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Leon Goretzka vom FC Bayern München hat sich vor dem Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen den FC Schalke 04 an diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen eine bundesweit einheitliche Regelung für eine Fan-Rückkehr in die Stadien ausgesprochen. „Rein von der Logik her erscheint es sinnvoll, dass man keine Lösung für alle gleich findet, sondern es von den Infektionszahlen in den jeweiligen Gebieten abhängig macht", sagte Goretzka am Dienstag in einer Videorunde mit Journalisten auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Der zentrale Mittelfeldspieler ergänzte, er habe „volles Vertrauen in die Politik“.

Goretzka warnt wegen steigender Infektionszahlen

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beraten die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer am Dienstagnachmittag erneut über eine mögliche Rückkehr von Fans in die Stadien. Im Mittelpunkt könnte dabei stehen, eine bundesweit einheitliche Lösung zu finden, nachdem bislang einzelne Klubs mit Hygienekonzepten und Teilzulassungen von Zuschauern für ihre Heimspiele vorgeprescht waren und diese von den zuständigen Behörden hatten absegnen lassen. So darf RB Leipzig gegen Mainz 05 vor bis zu 8500 Fans auflaufen, Hertha BSC am zweiten Spieltag gegen Eintracht Frankfurt vor 4000 Zuschauern.

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Für Goretzka offenbar der richtige Weg. „Wir sind aktuell in einer Phase, wo die Zahlen wieder stark steigen. Da ergibt es wenig Sinn, Großveranstaltungen mit Tausenden von Leuten an einem kleinen Ort durchzuführen – so leid es mir auch für mich selbst tut. Ich würde auch lieber vor Fans spielen“, sagte der 25-Jährige. Die Gesundheit stehe weiter über allem, ergänzte der Bayern-Profi.

Kritik nach Eklat um HSV-Profi Toni Leistner

Kritisch äußerte sich Goretzka auch zum Eklat um Toni Leistner vom Hamburger SV, der sich nach dem Erstrundenaus im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden (1:4) am Montagabend von einem Dresdner Fan provoziert gefühlt hatte, daraufhin auf die Tribüne gelaufen war und den Mann umgestoßen hatte. Spieler seien in einem „emotionalen Kochtopf“ wie einem Stadion von klein auf Beleidigungen und Schmähungen ausgesetzt, meinte der Münchener: „Da muss man von einem Profi erwarten, dass man sich davon nicht beeindrucken lässt und die Ruhe bewahrt. Da muss man drüber stehen.“

Allerdings forderte Goretzka von den umstehenden Menschen in vergleichbaren Situationen auch mehr Zivilcourage ein, um den Störenfried in die Schranken zu weisen. „Im Endeffekt ist es eine gesellschaftliche Frage. Da würde ich mir erhoffen, dass die Zuschauer um diese Person herum eingreifen und darauf hinweisen, dass das, was er da sagt, völlig falsch ist“, erklärte der Nationalspieler. Er selbst mache sich bei Beleidigungen oder bei Shitstorms in sozialen Medien immer klar, auf welcher Grundlage es dazu komme. „Derjenige kennt mich ja nicht. Das hat mir immer geholfen, solche Dinge zu überhören oder nicht für voll zu nehmen“, sagte Goretzka.