04. Juni 2018 / 17:09 Uhr

Leroy Sané nicht im WM-Kader: Der SPORTBUZZER erklärt die Gründe

Leroy Sané nicht im WM-Kader: Der SPORTBUZZER erklärt die Gründe

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kein WM-Fahrer: Leroy Sané wurde von Bundestrainer Joachim Löw kurzfristig aus dem Kader gestrichen. Der SPORTBUZZER erklärt die Gründe.
Kein WM-Fahrer: Leroy Sané wurde von Bundestrainer Joachim Löw kurzfristig aus dem Kader gestrichen. Der SPORTBUZZER erklärt die Gründe. © 2018 Bongarts/Getty Images
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Dieses WM-Aus kommt überraschend: Leroy Sané gehört nicht zum 23-köpfigen Kader für die WM 2018 in Russland. Warum strich ihn Bundestrainer Joachim Löw? Die Gründe für die Nichtnominierung sind nicht nur sportlicher Natur.

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Bereits am ersten Tag des Trainingslagers in Eppan zog Leroy Sané die Blicke auf sich. Der Überflieger von Manchester City, der gerade zum größten Aufsteiger der Premier League gewählt worden war, erschien mit neuer Frisur im Südtiroler DFB-Camp. Seine Wuschelmähne hatte der 22-Jährige in Rastazöpfe flechten lassen – ein wunderbares Bild für die Fotografen am Trainingsplatz.

Das ist Deutschlands WM-Kader - mit Rückennummern

Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. Zur Galerie
Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. ©
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In den Löw-Aussagen steckt reichlich Zündstoff

Das war es aber beinahe auch schon, was von ihm an Auffälligkeiten hängen blieb in den vergangenen knapp zwei Wochen. Wie so oft zeigte Sané in den Einheiten und Tests zu wenig, obwohl er eigentlich überragende Qualitäten besitzt – und dies ist ein Faktor, der den Bundestrainer unfassbar nervt. Natürlich wollte Joachim Löw seinen überraschenden Streichkandidaten nicht an die Wand nageln, sagte lediglich: „Leroy ist ein großartiges Talent und wird auch in der Zukunft wieder dabei sein. Bei der Nationalmannschaft war er in den Spielen vielleicht noch nicht so ganz angekommen. Es war eine sehr knappe Entscheidung zwischen Sané und Brandt, beide haben große Qualitäten, beide sind dribbelstark. Brandt war beim Confed-Cup dabei, hat auch im Trainingslager gut gearbeitet.“

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Aber auch in diesen augenscheinlich harmlosen Äußerungen steckt ordentlich Zündstoff. Denn auch die Tatsache, dass Brandt beim Confed-Cup im vergangenen Sommer dabei war und dort nach einer langen Saison mit Bayer Leverkusen seine Leistung zeigte, während Sané fehlte, dürfte auf die Entscheidung des Bundestrainers Einfluss gehabt haben. Sané sagte ab, ließ sich zu dieser Zeit seine Nase richten. Eine OP, die angeblich aus gesundheitlichen Aspekten notwendig war – die man aber durchaus auch zu einem anderen Zeitpunkt hätte durchführen können.

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Sanés Leistungen beim DFB stimmen nicht mit denen in der Nationalmannschaft überein

Dazu nutzte Sané den Sommer, um sich ein überdimensionales Tattoo stechen zu lassen. Auf seinem gesamten Rücken ist er seitdem selbst jubelnd zu sehen. Sogar sein Mitspieler Raheem Sterling machte sich damals in den sozialen Medien über das „Meisterwerk“ lustig. „Was für ein beschissenes Tattoo. Ich bin Leroy Sané und ich bin in mich selbst verliebt“, spottete der Engländer. Auch diese Aktion kam mit Sicherheit nicht bei allen gut an und bestätigt den Eindruck, den viele Experten auf der Insel zuletzt von Sané gewannen: seit seinem kometenhaften Aufstieg wirkt der Ex-Schalker teilweise überheblich und abgehoben.

Hinzu kommt, dass Sanés Leistungen bei der Nationalmannschaft nicht mit denen bei ManCity übereinstimmen. Während er bei den „Blues“ mit zehn Treffern und 15 Vorlagen durchaus seinen Anteil am Gewinn der Meisterschaft hatte, kommt er für Deutschland bislang auf zwölf Länderspiele ohne ein Tor und mit nur einem Assist.

Internationale Pressestimmen: Sané nicht im deutschen WM-Kader

Leroy Sané ist nicht bei der WM dabei. Die internationale Presse wundert sich, genau wie die deutsche. Zur Galerie
Leroy Sané ist nicht bei der WM dabei. Die internationale Presse wundert sich, genau wie die deutsche. ©

Denkzettel für Sané

Auch im letzten Test gegen Österreich zeigte sich die komplette Sané-Problematik. Seine Schmetterantritte raubten den Zuschauern teilweise den Atem, doch wenn es um den letzten Pass oder den Torabschluss ging, vertändelte er mehrfach leichtfertig den Ball. Seine Nichtnominierung darf also durchaus als Denkzettel gewertet werden.

Während Löw mit der Streichung Sanés wieder mal überraschte, traf es mit Bernd Leno, Jonathan Tah und Nils Petersen zumindest drei Kandidaten, mit denen man im Vorfeld rechnen konnte.

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Erst Marko Marin - jetzt Leroy Sané: Klickt euch durch! Diese Nationalspieler hat Bundestrainer Joachim Löw bisher vor großen Turnieren aussortiert. ©

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