10. Februar 2020 / 18:34 Uhr

Lessio leidet: Beim nächsten Rückschlag kann die Saison für den Stürmer der Grizzlys Wolfsburg gelaufen sein

Lessio leidet: Beim nächsten Rückschlag kann die Saison für den Stürmer der Grizzlys Wolfsburg gelaufen sein

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lessio neu
Lucas Lessio: Der Angreifer der Grizzlys Wolfsburg übt im weißen Trikot (kein Körperkontakt). © Jürgen Braun
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Die Grizzlys Wolfsburg haben einfach kein Glück mit ihren als Top-Spielern eingeplanten Import-Stürmern. Erst hatte Mike Sislo Verletzungskummer und beendete seine Karriere, nun liegt Lucas Lessio zum zweiten Mal auf Eis.Ein ganz kniffelige Situation...

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Lucas Lessio leidet. Der Angreifer der Grizzlys Wolfsburg ist nicht fit. Am Sonntag hatte er es versucht, konnte fast nichts mitmachen, ging am Ende des öffentlichen Trainings beim Eishockey-Erstligisten sichtbar muffelig vom Eis. Die Situation nagt an ihm und er kann wenig tun. Die nicht genauer bezeichnete Verletzung dürfte ein Leistenproblem sein. Üblicherweise eine knifflige Geschichte.

Lessio sagt: „Ich fühle mich total wohl in Wolfsburg, ich möchte dem Team helfen, den Fans etwas zeigen. Eigentlich möchte ich so schnell wie möglich wieder spielen.“ Aber zugleich hat er auch Sorgen. Denn: „Wenn das nächste Comeback auch schiefgeht, dann ist die ganze Saison für mich gelaufen!“

Das wäre nicht im Sinne der Grizzlys und auch nicht in seinem Sinne. Schließlich möchte auch er sich für weitere Aufgaben, für andere Klubs oder eben für die Grizzlys empfehlen. Und wie jeder Profi hasst er nichts mehr als nicht spielfähig zu sein.

Seine bisherigen Einsätze waren so stark, dass er laut einer Sportbuzzer-Umfrage der Import-Spieler ist, den die meisten Anhänger unbedingt halten würden.

Mit durchschnittlich einem Scorerpunkt pro Spiel hatte sich Lessio in eine erste Verletzungspause verabschiedet. Gut sechs Wochen hatte er sich herangearbeitet, Extraschichten auf dem Eis geschoben. Es gab grünes Licht. Doch offensichtlich brach die Verletzung nach seinem Einsatz bei den Siegen in Iserlohn und gegen München wieder auf. Lessio: „Die Therapeuten sagen, es ist nicht so schlimm wie das erste Mal.“ Natürlich mache man sich Gedanken, ob das erste Comeback nicht zu früh gekommen sei – „aber das lässt sich hinterher immer leicht sagen. Ich hatte mich gut und bereit gefühlt.“

Lucas Lessio im weißen Trikot

Jetzt hofft er, dass es nicht wieder so lange dauert, horcht noch genauer in sich rein. Als es am Sonntag zwackte, schraubte er die Intensität sofort runter. Am Montag war er nur mit weißem Trikot (kein Körperkontakt) auf dem Eis. Am Dienstag ist frei, am Mittwoch wird sich zeigen, ob Lessio mehr machen kann.

Sein Einsatz im Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen Straubing und am kompletten Wochenende ist fraglich. Klar ist: Der Ex-NHL-Akteur würde lieber früher als später zurückkehren – doch über allem steht für ihn: „Wenn ich das nächste Mal zurückkomme, möchte ich die Saison ohne neuen Rückschlag überstehen!“

Nebenbei übrigens erklärt Lessios Zwangspause auch ein wenig den einen oder anderen fehlenden Punkt der Grizzlys. Denn im Grunde war er der (sichtbar fähige) Ersatz für den zuerst als Top-Torjäger eingeplanten Mike Sislo. Der wiederum absolvierte nur neun DEL-Partien, ehe er um eine Vertragsauflösung bat. Lessio hat bislang zwölf Partien absolviert. Das bedeutet: Nur in diesen zwölf Partien konnten die Grizzlys überhaupt mal theoretisch ihr kalkuliertes Maximum von acht Import-Spielern aufbieten. Noch härter: Nur 21 von insgesamt 43 Partien war der Akteur (Sislo oder Lessio) an Bord, der in den Planungen als wichtiger Torjäger angedacht war.

Nijenhuis und Rech am Mittwoch wieder dabei

Lucas Lessio trainierte am Montag bei den Grizzlys im weißen Trikot (kein Körperkontakt), Sturmkollege Marius Möchel, der am Sonntag beim Trainingsneustart sofort Probleme bekommen hatte, pausierte ganz. Dass er mit seinen Oberkörperproblemen am Sonntag fit wird, ist unwahrscheinlich. Auch Armin Wurm dürfte nach langer Handverletzungspause noch kein Thema werden. Außerdem fehlte noch Jan Nijenhuis, der nach seinen U19-Einsätzen (vier Spiele in einer Woche) erst am Mittwoch nach dem trainingsfreien Dienstag mit den Grizzlys aufs Eis muss. Genau wie Stürmer Toto Rech, der vom französischen Nationalteam zurückkommt. Dennoch werden die Grizzlys, wenn es keine weiteren Ausfälle gibt,l vier komplette Sturmreihen sowie drei Abwehrformationen aufbieten können. Der siebte Platz in der Abwehr wird an einen U23-Akteur gehen. Zuletzt bekam ihn meist ein Stürmer, Eric Valentin oder Jan Nijenhuis.

Haskins hilft wieder im Training

Da könnte sich ein Comeback einer Ikone in Wolfsburg anbahnen. Möglicherweise wird Ex-Stürmer Tyler Haskins mal festangestellt in den Wolfsburger Trainerstab aufrücken. Auf jeden Fall wird er jetzt bis Saisonende die Grizzlys im Training verstärken. Vor einigen Wochen war er schon in Wolfsburg gewesen, hatte bei der Arbeit auf dem Eis assistiert. Manager Charly Fliegauf: „Das hatte ihm Spaß gemacht.“ Auch Coach Pat Cortina war von Haskins angetan. Der langjährige Grizzlys-Center hatte seine Karriere 2018 wegen anhaltender Gehirnerschütterungsfolgen beenden müssen, arbeitet seitdem als Scout für die Grizzlys. Es scheint aber, aber als ob der Ex-Profi und der Klub sich auch eine andere Zukunft für ihn vorstellen können.

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