06. Juni 2020 / 12:28 Uhr

Letzte Chance vertan: Keine Einigung im Rugby-Streit zwischen VfR 06 und Odin

Letzte Chance vertan: Keine Einigung im Rugby-Streit zwischen VfR 06 und Odin

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler der SG SV Odin/VfR 06 Döhren
 gehen künftig getrennte Wege. 
Die Spieler der SG SV Odin/VfR 06 Döhren gehen künftig getrennte Wege.  © Florian Petrow
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Der VfR 06 Döhren hat die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin zur nächsten Saison aufgekündigt. Auf ein Ausstiegsszenario konnten sich die beiden Teams nicht einigen. Wo die Vereine künftig spielen werden, ist weiterhin unklar.

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Sogar der Präsident des Deutschen Rugby-Verbandes hat zu vermitteln versucht. Harald Hees ermutigte den VfR 06 Döhren und den SV Odin, sich doch noch gütlich zu einigen. Der Versuch ist gescheitert. Nach der Auflösung der Spielgemeinschaft ist weiter unklar, ob der VfR in der 1. Bundesliga bleiben kann. Odin, das in der Verbandsliga neu aufbauen will, hat seine dazu erforderliche Zustimmung nicht erteilt. Am Samstag wird das DRV-Präsidium bei der Prüfung der Lizenzen über den Antrag des VfR entscheiden, der in der Bundesliga bleiben will. Döhren droht der Absturz in die unterste Klasse, wo er dann nächste Saison auf Odin träfe.

Viele Abgänge drohen

Bei Hannover 78 hatten sich die Verantwortlichen getroffen, um die vertrackte Lage zu besprechen. Hintergrund: Trennt sich eine Spielgemeinschaft, muss eine Vereinbarung darüber getroffen werden, wo die Teams künftig spielen. Kommt diese nicht zustande, gelten die Mannschaften als neu gemeldet und beginnen in der untersten Klasse. Dann jedoch drohen talentierte Spieler abzuwandern – der VfR hat in den vergangenen Jahren sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet.

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Neben Hees war bei auch der DRV-Vorstandsvorsitzende Manuel Wilhelm aus Heidelberg dabei. Der Vorschlag des DRV lautete, die SG ein weiteres Jahr fortbestehen zu lassen und in dieser Zeit in Ruhe an einer geordneten Trennung zu arbeiten. Unter der Voraussetzung, dass die Mannschaft erstklassig bleibt. „Für die 2. Liga gilt das nicht“, betonte Wilhelm. Nach dem Abbruch der Saison wegen der Corona-Krise soll es keine Auf- und Absteiger geben – die SG lag sieglos auf dem letzten Platz.

Odin lehnt fortdauernde Kooperation ab

Auf der Basis dieser Offerte machte der VfR dem Ex-Partner einen Vorschlag, „um sich in letzter Minute noch zu einigen“, wie Döhrens Vorsitzender Stefan Dörner sagte. Die Kooperation solle fortdauern, aber zu geänderten Bedingungen: Der VfR spielt unter seinem Namen in der 1. Liga und nur auf dem Platz in Waldheim, das zweite Team als SV Odin in der untersten Klasse. „Dann hätten wir kooperieren und ein Ausstiegsszenario aus der SG finden können“, so Dörner. Odin-Abteilungsleiter Julian de Riva lehnte die Offerte ab: „Wo soll denn da der Kompromiss sein, das hat doch mit einer Spielgemeinschaft überhaupt nichts mehr zu tun.“

Bilder zum Rugby-Bundesligaspiel zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren (November 2019):

Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. Zur Galerie
Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. ©

Anfang April hatte der VfR mitgeteilt, die SG nach der Saison zu beenden. Odin reagierte überrascht, de Riva sprach von „einer intransparenten Aktion und schlechtem Stil“. Er kündigte notgedrungen einen Neuaufbau an. „Wir hatten ja sogar angeboten, dass Spieler bei Odin helfen, die für die Bundesliga nicht geeignet scheinen“, sagt Dörner, „wir können deren Entschluss nicht nachvollziehen.“

Augspurger übernimmt SV Odin, Döhren will in der Bundesliga bleiben

In Herrenhausen ist inzwischen mit Johannes Augspurger ein neuer Coach verpflichtet worden, ein Ka­der von etwa 20 Mann steht. „Wäre der Vorschlag des VfR vernünftig und ausgewogen gewesen, hätten wir im Vorstand darüber verhandeln können“, so de Riva. Bei Odin ist die Sache also klar. Und für den VfR hofft Dörner, „dass uns der DRV die Chance gibt, uns in der Bundesliga zu etablieren“.