25. Januar 2020 / 08:05 Uhr

Letzter Faktencheck vor dem Spiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt

Letzter Faktencheck vor dem Spiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Yussuf Poulsen erzielte im Hinspiel per Direktabnahme den Treffer zum 2:0 
RB Leipzigs Yussuf Poulsen erzielte im Hinspiel per Direktabnahme den Treffer zum 2:0  © GEPA pictures
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Beim ersten Auswärtsspiel der Rückrunde tritt Tabellenführer RB Leipzig bei der Frankfurter Eintracht an. Während die Nagelsmann-Elf ihre Serie von neun Spielen ohne Niederlage ausbauen möchte, wollen die Hessen eine Woche nach dem 2:1 in Hoffenheim ihre gute Form bestätigen und die erste Niederlage gegen RBL im heimischen Stadion unbedingt verhindern.

Personalsituation

Bei RB Leipzig kehrt Emil Forsberg nach seinen Infekten (Atemwege, Magen-Darm) voraussichtlich in den Kader zurück. Am Mittwoch stieg er wieder ins Training ein. Ob die Kraft schon für einen Einsatz reicht, konnte Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch nicht versprechen. Es fehlen weiter die Langzeitverletzten Kevin Kampl, Willy Orban und Ibrahima Konaté. Matheus Cunha ist zur brasilianischen U23-Nationalmannschaft abgestellt. Der spanische Neuzugang Dani Olmo kommt noch nicht zum Einsatz.

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Frankfurts Trainer Adi Hütter kann wie sein Leipziger Kollege praktisch aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die Langzeitverletzten Gelson Fernandes, Lucas Torro und Marco Russ müssen zuschauen, für den jüngst genesenen Daichi Kamada kommt ein Einsatz wahrscheinlich zu früh. Mittelfeldspieler Sebastian Rode musste unter der Woche eine Einheit vorzeitig abbrechen, weil er einen Schlag abbekommen hatte. Hinter seinem Einsatz steht ein kleines Fragezeichen.

Gegner

Eintracht Frankfurt begann die Hinrunde trotz eines enormen personellen Aderlasses (Luka Jovic, Ante Rebic, Sebastian Haller) mit nur drei Niederlagen aus den ersten zehn Spielen stark. Höhepunkt war das 5:1 gegen Bayern München am 10. Spieltag – wodurch sich die SGE auf Platz sieben der Tabelle schob. Danach stürzte die Eintracht durch sechs Pleiten aus sieben Matches bis auf den 13. Rang ab, darunter Niederlagen gegen die Kellerkinder Köln (2:4) und Paderborn (1:2). Der erste Sieg seit dem Bayern-Spiel gelang vergangene Woche beim 2:1 gegen die TSG Hoffenheim. In der Winterpause ließ Coach Adi Hütter eine andere Grundordnung trainieren: In Hoffenheim schickte er seine Elf mit einer Viererkette auf den Rasen.

Statistik

Neunmal in Folge nicht verloren, 25 von 27 Punkten geholt, neunmal in Folge mindestens drei Tore geschossen: Nicht nur die aktuellen Zahlen sprechen klar für den Bundesliga-Tabellenführer. Von bisher sieben Aufeinandertreffen in Liga eins ging RB Leipzig nur einmal als Verlierer vom Platz. Im Februar 2018 siegte die Eintracht in der Commerzbank Arena – wo RB allerdings noch nie gewinnen konnte – mit 2:1. Genau mit diesem Resultat gewann RB das Hinspiel am zweiten Spieltag, in wenig überzeugender Manier. Timo Werner und Yussuf Poulsen stellten mit ihren Treffern den Dreier sicher.

Vorzeichen

Beide Mannschaften starteten auf dem Papier optimal in die Rückrunde. Leipzig verwandelte gegen Aufsteiger Union Berlin einen 0:1-Pausenrückstand in ein 3:1 – wie schon gegen Augsburg zum Jahresabschluss 2019. Doch der Sieg des Herbstmeisters entsprach nicht ganz dem von Julian Nagelsmann erhofften Ausrufezeichen. RBL agierte in der Defensive teils zu zögerlich, vorne fehlte beim letzten Pass lange die notwendige Präzision. Der Trainer will am Samstag höchste Konzentration und Gier sehen – von der ersten Minute an.

Frankfurt beendete seine Misere durch einen verdienten 2:1-Erfolg in Hoffenheim. Die neuformierte Viererkette strahlte Ruhe aus, die einzelnen Mannschaftsteile zeigten sich viel kompakter als Ende 2019. Taktisch ist die Eintracht nun nicht mehr so leicht auszurechnen. Gerade gegen Taktikfuchs Nagelsmann braucht es zur Halbzeit auch mal einen Plan B. Die Eintracht geht mit gewachsenem Selbstvertrauen in die Partie, dennoch sagt Coach Adi Hütter: „Meine Mannschaft braucht mehr als ein perfektes Spiel“.


Schiedsrichter

Daniel Siebert ist für RB Leipzig kein Unbekannter. Seit der Regionalliga-Saison 2010/11 pfiff der Berliner die Sachsen schon 13-mal. Die Erfolgsbilanz ist mit nur fünf Siegen allerdings eher mau. Bei der höchsten Bundesliga-Niederlage (0:4 gegen die TSG Hoffenheim) stand Siebert auf dem Rasen, zuletzt leitete der 35-Jährige das Leipziger 3:1 gegen den FC Augsburg am 17. Spieltag. Als Schiedsrichter-Assistenten laufen Lasse Koslowski (Berlin) und Holger Henschel (Braunschweig) auf, vierter Offizieller ist Patrick Alt (Illingen)

Fans

Die Eintracht-Fans werden die heimische Commerzbank-Arena wieder in einen Hexenkessel verwandeln. „Wir spielen zu Hause, haben zusammen mit unseren Fans das Potenzial, Leipzig Probleme zu bereiten. Bisher waren die Spiele gegen RB immer offen und spannend. Ich wüsste nicht, wieso sich das ändern sollte“, sagte Eintracht-Sportdirektor Fredi Bobic dem SPORTBUZZER. Protestaktionen wie vergangenes Wochenende, als Anhänger von Union Berlin zu einem Trauermarsch durch Leipzig zogen, sind in Frankfurt nicht zu erwarten. Das eine oder andere kritische Plakat dagegen schon. Rund 1500 RB-Anhänger werden ihr Team begleiten.

RB Leipzig kann sich auf deutlich mehr Fans als bei frühen Frankfurt-Gastspielen freuen. 2018/19 reisten gerade 300 Anhänger zum sonntäglichen 18-Uhr-Match nach Hessen. 2017/18 nahmen zum Montagsspiel lediglich 500 Schlachtenbummler die rund 400 Kilometer weite Fahrt auf sich.