06. Juni 2021 / 09:31 Uhr

Letzter Tag im DFB-Trainingslager: Trio um Müller Gewinner, Sané und Werner droht die Bank

Letzter Tag im DFB-Trainingslager: Trio um Müller Gewinner, Sané und Werner droht die Bank

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Während Thomas Müller und Florian Neuhaus zu den Gewinnern der EM-Vorbereitung gehören, muss Leroy Sané um seinen Stammplatz zittern.
Während Thomas Müller und Florian Neuhaus zu den Gewinnern der EM-Vorbereitung gehören, muss Leroy Sané um seinen Stammplatz zittern. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/Revierfoto/Montage
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Die erste Bilanz zum Abschluss des DFB-Trainingslagers in Seefeld: Während Gosens, Neuhaus und Müller überzeugen, drohen Sané und Werner Plätze auf der Bank.

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Seit mittlerweile neun Tagen tummelt sich die Nationalmannschaft in den Tiroler Bergen. Acht Trainingseinheiten gab es auf dem Platz unterhalb der Toni-Seelos-Schanze. Dazu ein Testspiel gegen Dänemark (1:1) in Innsbruck – mit viel Licht, aber auch einigem Schatten. Die gute Nachricht: Seit Donnerstag hat Joachim Löw seinen 26er-Kader komplett zusammen. Mit Leon Goretzka gibt es nur einen Spieler, der aktuell nicht einsatzbereit wäre, wenn morgen die EM losginge.

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Am Sonntag verabschiedet sich das DFB-Team dann aus Seefeld nach Deutschland, wo am Montag in Düsseldorf die Generalprobe für die Endrunde gegen Lettland (20.45 Uhr/RTL) ansteht. "Die Tage gingen unglaublich schnell vorbei, es wurde gut und intensiv gearbeitet", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff und zog ein positives Zwischenfazit: "Obwohl wirklich viele Spieler dabei sind, die sich noch nicht so lange kennen, ist die Atmosphäre in der Mannschaft und dem Betreuer-Team sehr gut und sehr fokussiert. Wir haben ein Team, das seine eigene Geschichte neu erzählen will." Im Trainingslager gab es einige Gewinner, aber natürlich auch die ersten Verlierer.

Die Gewinner des Trainingslagers

Robin Gosens. Scheint auf der linken Abwehrseite im Duell mit Marcel Halstenberg und Christian Günter die Nase vorn zu haben. Konnte zwar gegen Dänemark auch nicht über die vollen 90 Minuten überzeugen, zeigte aber gute Ansätze, vor allem im Spiel nach vorne. Dazu ist der Profi von Atalanta Bergamo ein erfrischender Typ, der intern schon mit Lukas Podolski verglichen wird. Auch Gosens trägt sein Herz auf der Zunge statt – wie so viele andere – nur Floskeln von sich zu geben. So oder so ist er eine Bereicherung fürs DFB-Team.



Thomas Müller. "Es ist, als wäre er nie weg gewesen", sagte Löw über "Radio Müller", der vom ersten Tag an den Ton und Takt auf dem Trainingsplatz, in der Kabine und auch im Testspiel angab. Nimmt mit seiner positiven Art wirklich jeden mit. Auch sportlich überzeugte er gegen Dänemark, war viel unterwegs, schuf Räume für seine Mitspieler – nur ein Torerfolg fehlte. Egal für welche Taktik und Besetzung sich der Bundestrainer entscheidet: Müller wird gesetzt sein.

Florian Neuhaus. Der Mittelfeldspieler nutzte die zeitlich begrenzte Abwesenheit der gesetzten Granden wie Toni Kroos, Ilkay Gündogan oder auch Leon Goretzka und empfahl sich für höhere Aufgaben, nicht nur wegen seines Treffers im Testspiel, sondern auch aufgrund guter Trainingsleistungen. "Flo ist ein sehr guter Fußballer mit einem guten Auge, mit einer guten Ballbehandlung", lobte Löw den Gladbach-Profi, der sich zumindest Hoffnungen als Backup machen darf.

Die Verlierer des Trainingslagers

Leroy Sané. Immer wieder kommt beim Neu-Münchner der Schlendrian durch, dabei kann er eigentlich alles und bringt so viel mit. Doch offenbar hat er aus seinen Fehlern, die ihn 2018 die WM-Teilnahme gekostet haben, nicht ausreichend gelernt. Holte sich gegen Dänemark völlig zurecht einen Rüffel von Anführer Joshua Kimmich ab, der die Szene allerdings runterspielte und über Sané am Samstag sagte: "Mit seinen Fähigkeiten kann er uns in großen und entscheidenden Spielen alleine tragen. Darauf hoffen wir."

Timo Werner. Dem Champions-League-Sieger droht durch die Müller-Rückkehr erstmal nur die Rolle des Edeljokers. Auch wenn er sagt: "Ich bin zur EM gekommen, um zu spielen und nicht um auf der Bank zu sitzen – das ist mein Anspruch." Nur wenn Sané weiter schwächeln sollte, könnte er noch in die Startelf rutschen. Möglich, dass Löw ihm gegen Lettland noch mal eine Chance gibt.

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