06. September 2020 / 14:10 Uhr

"Zweite Luft" vor Drittligastart: VfB Lübeck schlägt SC Paderborn mit 3:2

"Zweite Luft" vor Drittligastart: VfB Lübeck schlägt SC Paderborn mit 3:2

Daniel Politowski
Lübecker Nachrichten
Der VfB Lübeck schlägt SC Paderborn 07 im Test mit 3:2.
Der VfB Lübeck schlägt SC Paderborn 07 im Test mit 3:2. © Agentur 54°
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Dank der zweiten Luft und einem Brustlöser absolviert der Neu-Drittligist seinen Härtetest vor dem Start in die neue Saison erfolgreich.

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Etwas Glück war letzen Endes sicherlich dabei, doch die Grün-Weißen Lübecker werden sich über das Ergebnis ihres letzten Testspiels, bevor das Abenteuer 3. Liga gegen Saarbrücken am 19. September endlich losgeht, nicht beschweren. Gegen den Bundesliga-Absteiger, der 20 Stunden zuvor noch gegen Fortuna Düsseldorf testete, setzte sich die Landerl-Elf durch einen Treffer kurz vor Schluss mit 3:2 durch.

Nach dreißig Minuten wurden beim VfB die Beine schwer

Auch wenn die Paderborner in der heimischen Benteler-Arena aufgrund des zweiten Testspiels am Wochenende mit einer reichlich durchgewürfelten Elf antraten, starteten die Lohmühlen-Kicker mutig und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Dabei waren es vor allem die Neuzugänge Thorben Deters und Eli Ramaj, die den Weg nach vorne suchten und dabei vom erfahrenen Mirko Boland mit starken Balleroberungen und klugen Pässen gefüttert wurden. Nach der anfänglich starken Phase Lübecks übernahm jedoch der Zweitligist mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel, sodass der VfB sich am Ende des ersten Durchgangs nicht über einen Rückstand hätte beschweren können, selbst jedoch auch einige gute Möglichkeiten hatte.

VfB-Coach Rolf Landerl zeigte sich mit der Leistung der ersten 45 Minuten durchaus zufrieden: "In der ersten Halbzeit war das ein relativ ausgeglichenes Spiel. Klar hatte Paderborn etwas mehr vom Spiel, etwas mehr Ballbesitz, aber wir hatten auch unsere Momente - speziell in Umschaltmomenten, aber auch aus dem Spiel heraus."

Die Neuzugänge des VfB Lübeck für die Drittliga-Saison 2020/2021

Martin Röser auf dem Balkon der Haupttribüne.

Der Stürmer kommt vom Zweitligisten Karlsruher SC. Zur Galerie
Martin Röser auf dem Balkon der Haupttribüne. Der Stürmer kommt vom Zweitligisten Karlsruher SC. ©

VfB Lübeck verschläft Anfangsphase von Halbzeit zwei

Als "ein bisschn enttäuschend" hingegen beschreibt er den Start in die zweite Halbzeit. Zehn Minuten waren gespielt, als Christian Strohdiek im Strafraum zu Fall gebracht wurde und Uwe Hünemeier (bis 2010 bei Borussia Dortmund unter Vertrag) sicher zur Führung für das Team von Trainer Steffen Baumgart verwandelte (55.). Keine fünf Minuten später ließ der 21-jährige Anthony Evans VfB-Schlussmann Lukas Raeder keine Chance und erhöhte auf 2:0 (59.). "Wir hatten danach nicht unsere beste Phase und früh den langen Ball gespielt", so Landerl über die Schwächephase seines Teams, als man keine Antwort auf die nun kompatker stehenden und stärker pressenden Hausherren fand.

Landerl wechselt den Ausgleich ein

Umso überraschender mutet da der Anschlusstreffer für den VfB an. Nach einem "tollen Lochpass" von Sven Mende auf Thorben Deters vollendet dieser eiskalt zum Anschlusstreffer (72.). Direkt danach folgt eine Einwechslung, die sofort Auswirkungen hat: Für den glücklosen Patrick Hobsch kommt U23-"Leihgabe" Lucas Wolf in die Partie (73.).Doch auch der Anschlusstreffer schien den Drittligisten mutiger werden zu lassen. "Das siehst du dann, was so ein Tor mit einer Mannschaft macht - dann kriegst du die zweite Luft, kommst besser ins Spiel, traust dich mehr", kommentiert Landerl das starke Aufbäumen seiner Jungs.

Lübeck dreht das Spiel dank Deters Brustlöser

Der eingewechselte Wolf war es dann knapp fünf Minuten später, der eine Unachtsamkeit vom 19-jährigen Jesse Edem Tugbenyo gedankenschnell erkannte und sich die Kugel schnappte - SC-Schlussmann Moritz Schulze kann den Ball nur noch aus dem Netz holen (77.). Doch der VfB war jetzt hungrig, hatte die von Landerl angesprochene "zweite Luft". Eine Minute war noch auf der Uhr, als der heute starke Sven Mende den Ball im Mittelfeld eroberte und nach einem Pass von Yannick Deichmann wieder an den Ball kam und von der Strafraumkante flach abzog - 3:2 für Lübeck (89.), Sieg im lezten "Härtetest" vor dem Drittligaauftakt.

Grupe: "Wir haben einen hohen Maßstab gesetzt."

VfB-Kapitän Tommy Grupe sagte nach dem Abpfiff der Partie: "Nach dem 2:0 haben wir eine gute Reaktion gezeigt, haben versucht, weiter Fußball zu spielen und machen verdient das 2:1. Dann haben wir nochmal richtig an uns geglaubt und weiter nach vorne gespielt und wollten unbedingt nicht als Verlierer vom Platz gehen. [...] Wir spielen das clever aus und machen dann auch noch das 3:2. Von daher können wir zufrieden sein mit dem Ergebnis sein und unserer Leistung. [...] Wir haben einen hohen Maßstab gesetzt und mit dem wollen wir in die nächsten Spiele gehen." In das Pokalspiel gegen Eichede wolle man "mit Vollgas" gehen.

Mende: "Man hat gesehen, dass wir auch guten Fußball spielen können."

Sein Mannschaftskamerad und Torschütze des Siegtreffers, Sven Mende zeigte sich ebenfalls äußerst zufrieden: "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir sehr gut verteidigt und wenig zugelassen. Natürlich können wir gegen so eine Mannschaft, die jetzt wahrscheinlich auch in der zweiten Liga eine gute Rolle spielt, nicht alles verteidigen." Nach dreißig Minuten seien zunächst "die Beine schwer geworden" und auch zu Beginn der zweiten Hälfte attestierte er dem Gegner die bessere Leistung. "Nach dem 2:1 haben wir die zweite Luft bekommen und hier im Stadion auf dem guten Rasen hat man gesehen, dass wir auch guten Fußball spielen können."

Härtetest, der für Auftakt in Saarbrücken Mut macht?

Es sei "definitiv" der erwünschte Härtetest gewesen, den man schon "vier mal vorher hätte haben können". Trotzdem wies Landerl in seinem abschließenden Fazit darauf hin, dass dem Gegner bereits der Test 20 Stunden zuvor in den Beinen steckte, sodass "nicht alle von der A-Elf" dabei sein konnten. "Dennoch stand eine sehr starke Truppe auf dem Platz und der Test hat richtig Spaß gemacht", resümiert Landerl. Wie viel dieser erfolgreiche Härtetest wert ist, wird sich in 13.Tagen zeigen, wenn der Gegner 1.FC Saarbrücken heißt. Zuvor wartet am kommenden Sonntag (14 Uhr) jedoch noch ein ernst zu nehmender Gegner, wenn es beim SV Eichede um den Einzug in die nächste Runde des SHFV-Pokals geht.

Mehr zum VfB Lübeck

VfB Lübeck: Raeder - Malone, Grupe, Rieble - Deters (Chana 82.), Deichmann, Mende, Boland, Thiel (Rüdiger 68.) - Ramaj, Hobsch (Wolf 72.).