30. Mai 2019 / 20:05 Uhr

Einmal noch für die Recken jubeln: Torge Johannsen will auch in Kiel spielen und treffen

Einmal noch für die Recken jubeln: Torge Johannsen will auch in Kiel spielen und treffen

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach gut zehn Jahren ist für Torge Johannsen am Saisonende Schluss bei den Recken. Ein Spiel steht für ihn noch auf dem Programm.
Nach gut zehn Jahren ist für Torge Johannsen am Saisonende Schluss bei den Recken. Ein Spiel steht für ihn noch auf dem Programm. © Florian Petrow
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Nur Lars Lehnhoff war länger bei der TSV Hannover-Burgdorf, doch am Saisonende ist für diesen sowie für Torge Johannsen Schluss bei den Recken. Der Abschied beim letzten Heimspiel war schon richtig schön, doch eine Partie steht für die Routiniers noch auf dem Programm.

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Gefühlt war das Heimspiel gegen Leipzig und die anschließende Abschiedszeremonie schon der Saisonabschluss. Aber einmal müssen die Recken noch ran. In neun Tagen allerdings erst, am 9. Juni in Kiel, wenn der Rekordmeister versucht, dem Erzrivalen Flensburg doch noch den Titel zu entreißen. Torge Johannsen hofft dann noch einmal auf viel Einsatzzeit für die TSV Hannover-Burgdorf, so wie er sie beim 30:28-Sieg gegen Leipzig bekam. Der Rechtsaußen war mit sechs Treffern bester Schütze der TSV Hannover-Burgdorf.

Nur Lehnhoff war länger Recke

„Ich freue mich, dass ich zeigen konnte, was noch so geht“, sagt Johannsen, der in den vergangenen Jahren immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Ende 2018 sagten ihm die Recken, dass sie ab kommender Saison nicht mehr mit ihm planen. Anfang 2009 war der Husumer aus Flensburg nach Hannover gewechselt. Länger war nur Lars Lehnhoff ein Recke. Auch er muss aufhören.

So standen beide andächtig nebeneinander, zusammen mit Torwart Martin Ziemer, der ebenfalls keinen neuen Vertrag erhielt, und schauten auf Richtung Oberrang, von wo aus symbolisch ihre Trikotbanner ausgerollt wurden. „Das kam an!“, blickt Johannsen zurück und lobt die Geste. „Das war der Kick am Ende, der die Sache rundgemacht hat.“ Zuvor hatte es natürlich warme Worte von Sportchef Sven-Sören Christophersen, ein Video mit den besten Szenen, Blumen und ein gerahmtes Bild gegeben. Standard.

Mehr über die Recken

Die Trikotaktion war eine gelungene Überraschung. Zumindest für das gerührte Trio. Der scheidende Kapitän Kai Häfner war eingeweiht. Weil er nämlich nicht berücksichtigt wurde.

Die Recken hatten die Idee, nach und nach Spieler in eine vereinseigene Hall of Fame aufzunehmen. Status: „Recken auf Lebenszeit“. Häfners Verdienste (Kapitän, Europameister, Eintrag ins Goldene Buch der Stadt) sind unbestritten. Es geht jedoch vielmehr um Vereinszugehörigkeit. Und da waren Ziemer (sieben Jahre), Johannsen (fast zehn) und Lehnhoff (15 Jahre) dem vorzeitig nach Melsungen wechselnden Häfner (fünf Jahre) ein wenig länger am Ball. „Es soll etwas Besonderes bleiben“, betont Christophersen.

Johannsen will nicht umziehen

Wo die Banner dauerhaft hängen, ist noch offen. An der Tribüne können sie jedenfalls schlecht bleiben. Und die Nummern der glorreichen Drei sind nicht unantastbar. Sie könnten theoretisch wieder vergeben werden. Zumal die Karrieren ja (noch) nicht beendet sind. Ziemer wechselt zur Bundesliga-Konkurrenz nach Berlin. Johannsen würde gerne noch ein Jahr dranhängen, für ihn kommt ein Verein aus der Bundesliga aber nicht infrage. Dafür müsste er umziehen, dass will er seiner Familie ersparen. Denkbar ist ein unterklassiges Engagement in der Region.

Bilder der Partie TSV Hannover Burgdorf – SC DHfK Leipzig

Die Spieler von Waspo 98 klatschen zum Einlaufen Beifall. Zur Galerie
Die Spieler von Waspo 98 klatschen zum Einlaufen Beifall. ©
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Lehnhoff muss erst mal wieder richtig fit werden, um zu entscheiden, wie und wo er noch mal Handball spielt. Seine Patellasehnenverletzung ist hartnäckig. Gegen Leipzig reichte es zu einer symbolischen Minute Einsatzzeit.

Was passiert mit Patrail?

Noch ohne neuen Vertrag ist auch Mait Patrail, Recke seit 2012. Er arbeitet nach Kreuzbandriss an seinem Comeback. Ob es eine Rückkehr bei der TSV wird, ist weiter offen, aber immer noch denkbar. Auch, wenn sich Patrail schon nach Alternativen umhört. Eine Entscheidung vor dem letzten Spiel gegen Kiel ist aber unwahrscheinlich.

Am Wochenende haben die Recken drei Tage frei, dann bereiten sie sich auf das Saisonfinale im hohen Norden vor. Johannsen und Lehnhoff geben kommende Woche gemeinsam einen Ausstand. Christophersen, der letzten Sommer seine Karriere beenden musste, kümmert sich derweil um seine Gesundheit. Er bekommt am Dienstag ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.

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