30. Oktober 2020 / 17:52 Uhr

Letztes Wochenende vor Fußball-Pause: Einige Teams müssen ohne Zuschauer auskommen

Letztes Wochenende vor Fußball-Pause: Einige Teams müssen ohne Zuschauer auskommen

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Symbolbild
In den Kreisspielklassen von Westmecklenburg wird am Wochenende nicht gespielt.
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Die Lage hat sich kurz vor dem Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal verschärft. Der Kreis Ludwigslust-Parchim gehört ab sofort zu den Risikogebieten in Deutschland. Das hat Folgen für den Spielbetrieb in der Region vor der Corona-Zwangspause. In Vorpommern-Greifswald wird der FSV Einheit Ueckermünde ein Geisterspiel absolvieren.

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Viele Amateurfußballer in Mecklenburg-Vorpommern hoffen am kommenden Wochenende auf ein letztes packendes Spiel vor der vierwöchigen coronabedingten Unterbrechung. Die Entwicklungen in den vergangenen Stunden haben jedoch dafür gesorgt, dass einige Partien mit größeren Einschränkungen als ohnehin schon stattfinden müssen.

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Bereits am Mittwoch wurden im Kreis Vorpommern-Greifswald alle Partien von der Kreisoberliga abwärts in allen Altersklassen abgesagt. Grund war die Überschreitung des Inzidenzwertes in der Region von 50 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner. Gleiches gilt seit Freitag auch für den Kreis Ludwigslust-Parchim. Dort hat der Kreisfußballverband Westmecklenburg sämtliche Begegnungen in seinen Kreisspielklassen für das kommende Wochenende abgesetzt.

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Aufgrund der verschärften Lage in Westmecklenburg, wird das Freitagabendspiel (Anstoß: 20 Uhr) in der Landesliga West zwischen dem Lübzer SV und der SG Ludwigslust/Grabow ohne Zuschauer ausgetragen. Aufgrund der Einordnung des Kreises als Risikogebiets sind auf der Harbig-Sportanlage nur 100 Personen (einschließlich Spieler, Trainer, Betreuer und Funktionäre) zugelassen.

Ähnliches gilt für das Heimspiel des FSV Einheit Ueckermünde in der Fußball-Verbandsliga. Für das Duell gegen die SG Aufbau Boizenburg sind ebenfalls nur 100 Personen auf dem Sportplatz zugelassen. FSV-Geschäftsführer Ronny Stieg: "Wir hatten einen Antrag, dass wenigstens 250 Leute auf der Anlage sein können, aber das Gesundheitsamt konnte den Antrag nicht bearbeiten, da es intensiv mit der Coronanachverfolgung beschäftigt ist. Dass wir ohne Fans spielen müssen, wiegt schon schwer."

Stieg glaubt, dass zum Abschluss vor der vierwöchigen Zwangspause noch einmal einige Zuschauer ins Waldstadion gekommen wären. Abgerechnet von Spieler, Schiedsrichter, Trainer und Betreuer, sind nur 40 Plätze auf der Anlage frei. Diese Tickets gehen ausschließlich an Vereinsfunktionäre sowie Sponsoren und Spielerfrauen, die Freikarten für die Saison haben.

Im Vorfeld hatten die Boizenburger noch einen Antrag, die Partie verlegen zu wollen. Die Ueckermünder hätten auch zugestimmt. "Allerdings hat der Landesfußballverband die Spielverlegung abgelehnt. Die Entscheidung muss man akzeptieren", erzählt Stieg. Somit muss die SG Aufbau die 330 Kilometer lange Anreise ins Risikogebiet nach Vorpommern-Greifswald morgen mit einem mulmigen Gefühl antreten.

Unterdessen werden zu einem anderen Verbandsliga-Spiel maximal 100 Zuschauer zugelassen. Gemeint ist das Freitagabendspiel (Anpfiff: 19.30 Uhr) zwischen dem SV Warnemünde und dem FC Förderkader in Rostock.

Ohne Anhänger auskommen, muss hingegen der SV Plate aus der Landesliga West. Da die Plater aus dem Risikogebiet Westmecklenburg kommen, wird ihr Heimspiel gegen den SFV Nossentiner-Hütte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.

In der gleichen Liga haben die Spielvereinigung Cambs-Leezen und die SG Dynamo Schwerin eine Lösung gefunden, nicht ohne Zuschauer spielen zu müssen. Beide Seiten tauschten das Heimrecht. Statt in Leezen (Kreis Ludwigslust-Parchim) wird am Sonnabend auf der Pauslhöhe in Schwerin gekickt. Da die Landeshauptstadt noch kein Risikogebiet ist, können unter den bestehenden Hygieneauflagen 420 Zuschauer beim Landesliga-Vergleich dabei sein.

Unterdessen musste das Benefizspiel in zwischen dem Kreisligisten SV Blau-Weiß Melkof (Kreis Ludwigslust-Parchim) und dem Oberligisten MSV Pampow abgesagt werden. Der MSV wollte den Gastgebern am Sonnabend helfen, ausgefallene Einnahmen, wieder einzuspielen. Die Melkofer waren wegen eines Formfehler am grünen Tisch im Kreispokal ausgeschieden.

Im Risikogebiet Vorpommern-Greifswald verständigten sich derweil die HSG Uni Greifswald und der SV Sturmvogel Lubmin darauf, ihr Duell ausfallen zu lassen.