15. April 2019 / 08:58 Uhr

Leute beim 43. Leipzig Marathon: Tapferkeitsmedaillen für alle

Leute beim 43. Leipzig Marathon: Tapferkeitsmedaillen für alle

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Nicht nur bei den Teilnehmern selbst, auch rund um die Strecke war viel los, trotz des schwierigen Wetters.
Nicht nur bei den Teilnehmern selbst, auch rund um die Strecke war viel los, trotz des schwierigen Wetters. © Katzer / Prautzsch /Förster
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Es sind die kleinen und großen Geschichten rund um die Teilnehmer, die einen Marathontag so besonders machen. SPORTBUZZER-Redakteurin Kerstin Förster war am Sonntag rund um die Strecke in Leipzig unterwegs und hat einige dieser Begebenheiten notiert.

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Leipzig. Auffällig viele RB-Schal-Träger tauchten bei der Startunterlagenausgabe in der Sportfakultät Jahnallee auf. Alle besonders gut gelaunt, wie Familie Scholz aus Weißenfels. Marathon-Vater Torsten, Fan-Mutter Anke und Sohn Hugo, der am Sonntag die 4 km lief, freuten sich über ihre siegreichen Roten Bullen.

Bleiben wir im Fußball-Ambiente an und auf der Strecke. Als bekennender Chemie-Anhänger zeigte sich wie gewohnt Christopher Zenker. Leipzigs SPD-Fraktionschef wählte diesmal die Kurz-Distanz und wurde begleitet von seiner Tochter. Diese trug auch grün-weiß – als Mitglied der Skiabteilung beim SC DHfK. Roman Schulz wiederum favorisiert Schwarz-Gelb. Dementsprechend kam der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung als Dortmund-Fan zum Spektakel, musste aus gesundheitlichen Gründen diesmal jedoch passen.

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Inline-Skater am Start. Zur Galerie
Inline-Skater am Start. ©
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Bahnrad-Olympiasieger *Jens Lehmann *hatte sich extra noch neues Schuhwerk zugelegt. Der eigentlich auf Halbmarathon spezialisierte 51-jährige Bundestagsabgeordnete wollte es nach langer Pause („erst Rücken, dann Knie“) nicht übertreiben und wählte den 10-km-Kurs. „Die Zeit ist egal, Hauptsache flüssig laufen“, lautete die Devise des CDU-Politikers. Es ging gut voran.

Schülerinnen verteilen Medaillen

Im Akkord moderierten Radio-Leipzig-Mann Roman Knoblauch und sein RSA-Kollege Martin Lobst, Späßchen an Späßchen. Sorgte bei dem Mistwetter für ein paar aufgehellte Mienen mehr. Das Zuspiel der Wort-Bälle gefiel. Wer wann wo eine Mütze trug, nackt vor dem Spiegel stand oder Hochzeitsanträge bei Lauf-Events – das Duo ließ nichts aus.

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Stammgäste sind die Teilnehmer am Internationalen Trainerkurs. ITK-Geschäftsführer Daniel Eckert-Lindhammer, der die 4 km absolvierte, konnte eine stattliche Zahl an Gleichgesinnten vorweisen. Stellvertretend seien Gabriel Ignacio Torres aus Argentinien und Awa M. Bak aus Gambia genannt.

Eine Tapferkeitsmedaille hatte sich ob der widrigen Bedingungen so ziemlich jeder der Mitwirkenden verdient. Fürs Verteilen der Teilnehmermedaillen waren junge Damen vom Heisenberg-Gymnasium verantwortlich. Leichtathletin Clara Hörhold (16) musste diesmal verletzt zusehen. Dafür war das Gros ihrer Familie unterwegs. Fröstelnd trotz fünf Kleiderschichten stand Vivien Hartmann heldenhaft den Helferjob durch.

Vivian Hartmann (l.) und Clara Hörhold hatten beim Verteilen der Medaillen alle Hände voll zu tun.
Vivian Hartmann (l.) und Clara Hörhold hatten beim Verteilen der Medaillen alle Hände voll zu tun. © Kerstin Förster

Für eine ordentliche Nachverpflegung zeichnen seit 2004 die Mitglieder des Lauf- und Wandervereins verantwortlich. „Für mich ist es heute das letzte Mal“, erklärte Gruppenleiter Horst Schmalz *(79), „das Alter fordert seinen Tribut.“ Noch einige Jahre mit dabei sein möchten hingegen *Elfriede Sauerstein (81), die Chefin der „Schnippelküche für Äpfel und Bananen“ ebenso wie Harald Zürner (81), der seinen Ägypten-Urlaub extra so gelegt hat, dass er rechtzeitig zum Marathon wieder vor Ort ist.

Freude bei der Oberschule Wiederitzsch

Vorsicht, es wird glatt, warnten die Organisatoren das Skater-Feld. Stürze passierten dennoch, gingen aber wie verlautet glimpflich aus. „Ich bin wieder da“, signalisierte die DHfK-Lizenzfahrerin Andrea Gasch (55) froh nach den 21 Kilometern. Ihr Mann, Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch hatte mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) den Startschuss gegeben.

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Jubel bei Sportlehrer Jens Roßberg (55) und seinem Team. Die Oberschule Wiederitzsch verteidigte den Spitzenplatz beim Schüler-Mannschafts-Marathon vor der Pestalozzi-Oberschule Böhlitz-Ehrenberg und der Sportoberschule. Den Sieg der Gymnasien holte sich die Leipziger Sport-Eliteschule, dahinter rangieren Markkleeberg und Schkeuditz.

Sänger laufend unterwegs

Sonne satt, dazu schwül-warm war es am 18. Juni 1977 beim ersten Leipziger Marathon. Zu den Männern der ersten Stunde gehört Peter Strauß (77), der am Sonntag als Streckenreporter verabschiedet wurde. Der LVZ-Mitarbeiter war morgens Augenzeuge, wie Frühjahrsklassiker-Mitbegründer Steffen Gottert (76) auf der Prager Straße die Strecke kontrollierte. Im Oldtimer-Trabbi, auf den auch „ps“ schwört.

Peter Strauß erhält zum Abschied Blumen von Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch.
Peter Strauß erhält zum Abschied Blumen von Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch. © Regina Katzer

Pfützenhüpfen wäre die geeignete Disziplin im Rahmenprogramm vor der Arena gewesen. Lieber übten sich Vereins-Vertreter im Werben für ihren Sport. Die Lacrosse-Spezialisten vom ATV hefteten Gummibärchen-Tüten an die Visitenkarten und stellten ihr Ballspiel vor „Wir kämpfen um die Playoffs“, sagte Mariya Medunytsya (22) aus dem Bundesligateam. Die gebürtige Ukrainerin studiert Germanistik und erhielt gerade die deutsche Staatsbürgerschaft.

Erst Marathon, dann Ostern, zum Finale im Jubiläums-Takt: Das Ensemble Amarcord lief sich warm für die 20. Ausgabe des Vokalmusik-Festivals. Vereinschef Lutz Werge bewältigte den langen Kanten in 4:05 Stunden und kam auf Platz 13 in seiner Altersklasse 60-64. Rang 21 sprang für die Staffel heraus.

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