28. Oktober 2020 / 17:39 Uhr

Leverkusen-Boss Carro über geplante Umverteilung der TV-Gelder: "Indiskutables Szenario"

Leverkusen-Boss Carro über geplante Umverteilung der TV-Gelder: "Indiskutables Szenario"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fernando Carro ist seit 2018 als Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen tätig.
Fernando Carro ist seit 2018 als Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen tätig. © Getty Images
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Im Dezember steht die Entscheidung darüber an, wie die DFL die Einnahmen aus der TV-Vermarktung an die 36 Klubs der Bundesliga und 2. Liga verteilt. Gerade kleinere Klubs streben eine neue Regelung an. Dafür hat Fernando Carro, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, kein Verständnis.

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Kaum eine Diskussion spaltet die 36 Profiklubs in Deutschland so sehr wie die Verteilung der TV-Milliarden. In der jüngsten Ausschreibung der nationalen Medienrechte hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) für den Zyklus von 2021/22 bis 2024/25 insgesamt 4,4 Milliarden Euro erzielt - also im Schnitt 1,1 Milliarden Euro pro Saison. Dabei hat die Corona-Krise den Fußball und auch die Sportmedien hart getroffen. "Angesichts der Umstände haben wir ein ordentliches Ergebnis erzielt", hatte der nach seinem Vertragsende 2022 scheidende DFL-Boss Christian Seifert seinerzeit gesagt.

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Im Dezember entscheidet sich nun, wie diese Erlöse an die Erst- und Zweitligisten verteilt werden. Vor allem kleinere Klubs aus beiden Ligen sprechen sich für eine neue Regelung aus, die eine Umverteilung von oben nach unten bedeuten würde. Fernando Carro, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, hat dafür kein Verständnis. "Da habe ich eine ganz klare Einstellung: Wenn am Ende mehrheitlich die Vereine der zweiten Liga entscheiden, welche Fernsehgelder die Vereine der ersten Liga bekommen, ist das ein völlig indiskutables Szenario", sagte er im Interview der Sport Bild.

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In den vergangenen Wochen haben sich mehrere Vereinsvertreter dafür stark gemacht, die Medienerlöse so zu verteilen, dass wieder ein ausgeglichener Wettkampf entstehen kann. "In der Bundesliga wird das TV-Geld unter anderem nach der Platzierung der letzten 20 Jahre und den Europapokal-Teilnahmen der letzten zehn Jahre verteilt. Das ist nicht leistungsorientiert, sondern zementiert bestehende Kräfteverhältnisse", sagte beispielsweise Fortuna Düsseldorfs Boss Thomas Röttgermann.



Sein Leverkusener Kollege kann derartige Kritik nicht verstehen. "Es ist Kompromiss genug, wenn wir der zweiten Liga 20 Prozent der nationalen TV-Einnahmen überlassen, nicht zu vergessen die Solidaritätsgelder aus den europäischen Wettbewerben, die direkt an die Zweitligisten weitergereicht werden", betonte der 56 Jahre alte Funktionär. "Wenn ein Zweitliga-Vertreter argumentiert, das Geld muss anders verteilt werden, damit der Kampf um die Meisterschaft spannender wird, halte ich das für populistisch und scheinheilig. Wer in der zweiten Liga spielt, hat mit der Dominanz von Bayern München nichts zu tun."

Carro will gemeinsame Organisation von 2. und 3. Liga

Wie die Sport Bild weiterhin in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, sollen mit Mainz 05, Arminia Bielefeld, dem VfB Stuttgart aus der Bundesliga sowie Jahn Regensburg aus der 2. Liga vier Klubs anstreben, künftig auch aus der internationalen TV-Vermarktung rund 20 Prozent - und damit 50 Millionen Euro (bislang acht Millionen Euro) - ans Fußball-Unterhaus zu verteilen. Carro reagierte auf diesen Plan ebenfalls verärgert. Er meinte: "Wenn die zweite Liga jetzt auch an den internationalen TV-Topf möchte, geht mir das zu weit. Hinzu kommt, dass die zweite Liga in Deutschland schon jetzt mehr TV-Geld erhält als die Unterhäuser in den anderen europäischen Ligen." Vielmehr macht sich der Leverkusen-Boss dafür stark, dass "sich die zweite und dritte Liga gemeinsam unter der Bundesliga organisieren", erklärte er.

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