15. Januar 2022 / 07:04 Uhr

Leverkusen-Star Patrik Schick über seine Top-Form, das "Geschenk" Florian Wirtz und Transfer-Gerüchte

Leverkusen-Star Patrik Schick über seine Top-Form, das "Geschenk" Florian Wirtz und Transfer-Gerüchte

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Patrik Schick spricht im SPORTBUZZER-Interview unter anderem über seine starke Saison.
Patrik Schick spricht im SPORTBUZZER-Interview unter anderem über seine starke Saison. © IMAGO/RHR-Foto/Zink/Montage
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Patrik Schick trifft in dieser Saison beinahe nach Belieben. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Stürmer von Bayer Leverkusen über die Gründe für seine Top-Form und erklärt, warum er das Zusammenspiel mit Florian Wirtz als Geschenk empfindet. Zudem blickt Schick auf seine Zukunftsplanungen.

Bayer Leverkusen will am Bundesliga-Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach im Kampf um die Champions League punkten. Helfen sollen vor allem Tore von Stürmer Patrik Schick. Der Tscheche spricht im Interview mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), über seine Leistungsexplosion seit der Europameisterschaft im vergangenen Sommer, das Zusammenspiel mit Supertalent Florian Wirtz und die Gerüchte über einen Transfer in die englische Premier League.

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SPORTBUZZER: Herr Schick, Sie sind mit Ihrem Treffer im EM-Spiel gegen Schottland für den FIFA-Puskás-Award nominiert, der für das schönste Tor des vergangenen Jahres vergeben wird. Was würde Ihnen diese persönliche Auszeichnung bedeuten?

Patrik Schick (25): Das würde mich selbstverständlich sehr stolz machen. Man muss sich nur mal überlegen, wie viele fantastische Tore in einem Jahr erzielt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass es wahrscheinlich unzählige sind, ist es schon ein großartiges Gefühl, dass ich es mit meinem Treffer unter die letzten drei geschafft habe. Trotzdem: Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer persönlichen Auszeichnung wie dem FIFA-Puskas-Award oder einem Titel mit Bayer 04 Leverkusen, dann würde ich den Titel auf jeden Fall vorziehen. Denn Fußball ist ein Mannschaftssport.


Seit der EM scheinen Sie eine regelrechte Leistungsexplosion zu erleben.

Die EM hat mir in der Tat noch einmal mehr Selbstvertrauen gegeben, und ich konnte es im vergangenen Sommer kaum abwarten, dass die neue Saison endlich beginnen würde. Glücklicherweise konnte ich die Form, die ich bei der EM hatte, dann in die neue Spielzeit mitnehmen. Ich denke, meine Tore in der Bundesliga zeigen das auch.

Bisher 17 Tore machen Sie zu einem der erfolgreichsten Stürmer Europas. Wer ist für Sie der beste, und wo ordnen Sie sich selbst ein?

Der beste Stürmer weltweit ist für mich Robert Lewandowski, und es macht mich sehr froh, in der Torschützenliste der Bundesliga aktuell Roberts erster Verfolger sein zu dürfen. Mich selbst bewerten möchte ich nicht. Das überlasse ich lieber anderen.

Mit sechs im Zusammenspiel erzielten Treffern bilden Sie und Florian Wirtz das beste Offensivduo der Bundesliga. Wie sehen Sie Wirtz, der schon als Jahrhundert-Talent gilt?

Ich habe im Verlauf meiner bisherigen Karriere schon mit einigen sehr guten Fußballern zusammengespielt. Aber mit Florian ist das noch einmal eine andere Sache. Er ist noch so jung, seinem Spiel aber sieht man das überhaupt nicht an. Er spielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht, und für einen Stürmer wie mich ist es ein Geschenk zu wissen, dass in meinem Rücken jemand agiert, der mir mit seinem Spiel und seinen Vorlagen Torchancen nahezu garantiert. Ich jedenfalls hatte noch nie einen so jungen Mitspieler mit einer derartigen Klasse.

Selbst Sie beide aber konnten bisher nichts daran ändern, dass es Bayer 04 auch in dieser Saison an Konstanz mangelt. Woran liegt das?

Es erinnert in der Tat an die vergangene Saison, als wir bis zur Winterpause ebenfalls eine sehr gute Runde gespielt haben, danach aber in der Tabelle abgerutscht sind. Auch diesmal haben wir nach einem sehr guten Start nachgelassen, und das, obwohl uns der Trainer vor der Saison explizit auf die Problematik fehlender Konstanz aufmerksam gemacht hatte. Die Ursachen klar zu benennen ist schwierig. Aber Sie können mir glauben, dass wir um dieses Problem wissen und gemeinsam mit dem Trainer hart daran arbeiten. Das Gute im Fußball ist, dass man jedes Wochenende eine erneute Chance bekommt, es besser zu machen. Dass uns das auch gelingt, dafür werden wir alles tun, weil wir im kommenden Jahr unbedingt Champions League spielen wollen.

Apropos Champions League: Einige große Premier-League-Klubs sollen Interesse an Ihnen zeigen. Wie gehen Sie mit solchen Spekulationen um?

Ich habe kürzlich schon einmal gesagt, dass ich niemand bin, der Ärger macht. Warum auch?! Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben in Leverkusen und bei Bayer 04. Generell lebe ich unheimlich gerne in Deutschland, das Land gefällt mir sehr. Deshalb denke ich über einen Transfer, wohin auch immer, überhaupt nicht nach. Was irgendwann, in einigen Jahren vielleicht, einmal sein wird, wer weiß? Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich gern Premier-League-Fußball schaue. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich zwangsläufig auch irgendwann auf der Insel spielen werde.