21. Juni 2019 / 17:51 Uhr

Levin Öztunali: Darum läuft es bei der U21-EM so viel besser als bei Mainz 05

Levin Öztunali: Darum läuft es bei der U21-EM so viel besser als bei Mainz 05

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Levin Öztunali spielt in der Gruppenphase der U21-EM in Italien und San Marino groß auf.
Levin Öztunali spielt in der Gruppenphase der U21-EM in Italien und San Marino groß auf. © imago images / Newspix
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Kein Treffer in den letzten 40 Bundesligaspielen für Mainz, aber Stammspieler in der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der EM: Dieser Levin Öztunali im DFB-Dress scheint ein anderer sein als im Verein. Doch was sind die Gründe dafür?

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Den Rekord von Fabian Ernst kann er nicht mehr knacken. Kommt Levin Öztunali für die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der EM in Italien und San Marino auch im dritten Gruppenspiel am Sonntagabend gegen Österreich und in einem möglichen Halbfinale sowie im Endspiel zum Einsatz, würde er seine U21-Karriere mit 30 Spielen beenden – nach dem Turnier wird er zu alt sein. Ernst weist 31 Partien auf.

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Der SPORTBUZZER hat die Leistung der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Serbien bewertet. ©
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Ein anderer Öztunali bei der U21

Trotzdem verdeutlicht diese Statistik den Stellenwert des 23-Jährigen für die deutsche Mannschaft. Sieben Tore und sieben Vorlagen lesen sich ja auch mehr als ordentlich. Stellt sich nur die Frage, warum dieser Öztunali der U21 ein anderer zu sein schein als der Öztunali von Mainz 05, seinem Klub in der Bundesliga. In den vergangenen beiden Spielzeiten ist er jeweils ohne eigenen Treffer geblieben, in insgesamt 40 Ligaspielen, auch wenn er am Freitagnachmittag im DFB-Quartier in Fagagna einen Treffer, „der als Eigentor gewertet wurde“, mit einem Augenzwinkern für sich verbucht.

Warum also spielt er auch bei dieser EM bislang so befreit auf für die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz, unter dem er auf rechts in der offensiven Dreierreihe gesetzt ist? Und warum lief die vergangene Saison in Mainz (nur 15 Ligaeinsätze, manchmal stand er nicht mal im Kader) zuvor so bescheiden? „Es ist schwer, das zu vergleichen“, erklärt Öztunali, „auch in Mainz habe ich schon gute Spiele gezeigt“.

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Kuntz' Tipps an Öztunali

Beim Ergründen dieses Phänomens kommt er neben der positionstaktisch anderen Rolle, die er beim DFB bekleidet („In Mainz spielen wir ein anderes System, dort spiele ich auf der Acht“), auch auf Coach Kuntz zu sprechen. „Er gibt Tipps, vor allem, dass wir mehr ins Eins-gegen-Eins gehen sollen.“ Das kommt dem von seiner Dynamik lebenden Öztunali natürlich entgegen. Im Verein seien eher seine defensiven Qualitäten gefordert, erläutert er: „Dann habe ich den Anspruch, dass ich mehr in die Zweikämpfe komme und den Ball nach vorn schleppe.“

Würde man es gut meinen mit ihm, könnte man loben, dass er damit seinen Wert als Allrounder unter Beweis stellt. Andererseits ist zu hinterfragen, ob er in Mainz nicht vielleicht auf der falschen Position spielt. Ob der FSV überhaupt der richtige Klub für ihn ist, erste Gerüchte über ein Interesse des FC Augsburg gibt es bereits – doch damit beschäftige sich Öztunali aktuell nicht. Stattdessen lässt er noch wissen: „Auf der Acht macht es mir auch Spaß.“

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Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  ©

Doch wenn man mit Öztunali über seine Mitspieler in der deutschen Offensivabteilung spricht und darüber, dass Luca Waldschmidt (vier Treffer) und Marco Richter (drei) die EM-Torschützenliste zusammen anführen, ist ihm schon anzumerken, dass es auch in ihm den Wunsch auslöst, selbst zu treffen. „Gegen Serbien habe ich nur die Latte getroffen, gegen Dänemark hält der Keeper gerade noch so“, stöhnt er, „klar hofft man auf das Glück“. Nächste Gelegenheit: Sonntagabend (21 Uhr, ZDF) in Udine gegen Österreich.

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