17. Dezember 2020 / 21:12 Uhr

Vor Lewandowski: Sammer, Beckenbauer & Co. - diese Weltfußballer kamen schon aus der Bundesliga

Vor Lewandowski: Sammer, Beckenbauer & Co. - diese Weltfußballer kamen schon aus der Bundesliga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Sammer und Franz Beckenbauer wurden einst mit dem Ballon d'Or geehrt, den früher in Ermangelung einer weltumspannenden Trophäe Europas bester Fußballer erhielt.
Matthias Sammer und Franz Beckenbauer wurden einst mit dem Ballon d'Or geehrt, den früher in Ermangelung einer weltumspannenden Trophäe Europas bester Fußballer erhielt. © imago images/Montage
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Robert Lewandowski hat am Donnerstag Geschichte geschrieben – und ist der erste FIFA-Weltfußballer, den die Bundesliga seit Einführung der Auszeichnung im Jahr 1991 hervorgebracht hat. Die Konkurrenz-Auszeichnung, den Ballon d'Or, konnten indes schon einige Spieler aus der deutschen Liga einfahren. Ein Überblick.

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Nachdem Robert Lewandowski am Mittwoch seine Bundesliga-Tore 250 und 251 erzielte, hat der Stürmerstar des FC Bayern München am Donnerstagabend erneut Geschichte geschrieben. Bei der diesjährigen Wahl zum FIFA-Weltfußballer wurde er als bester Profi des zurückliegenden Jahres ausgezeichnet. Lewandowski war neben Lionel Messi und Cristiano Ronaldo nominiert und galt nach überragenden sportlichen Leistungen im zurückliegenden Jahr eindeutig als Favorit. Die Auszeichnung ist nicht nur die erste in diesem Rahmen in seiner Karriere, sondern auch die erste für die Bundesliga insgesamt - zumindest, seitdem die FIFA 1991 die Preise erstmals in Eigenregie vergab.

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Die Geschichte der Weltfußballer-Ehrungen ist indes komplexer - und so lassen sich technisch betrachtet auch andere Ehrungen heute als "Weltfußballer-Wahl" begreifen. Allen voran der Ballon d'Or, der bereits seit 1956 von der französischen Zeitschrift France Football verliehen wird und als prestigeträchtiger gilt. Zwar war die Auszeichnung, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals nicht vergeben wurde, in der Zeit vor der Globalisierung einst eine rein europäische Veranstaltung, seit vielen Jahren allerdings werden auch nicht-europäische Profis gewürdigt.

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Während lediglich ein Deutscher die FIFA-Wahl für sich entscheiden konnte (Lothar Matthäus spielte 1991 allerdings für Inter Mailand), wurde der Ballon d'Or bereits mehrfach von Spielern aus der Bundesliga gewonnen. Erstmals wurde 1970 Bayerns Weltklasse-Stürmer Gerd Müller ausgezeichnet, später folgten dessen Teamkollege, Libero Franz Beckenbauer (1972 und 1976), der mit seinem zweiten Titelgewinn eine kurze Bundesliga-Ära einleutete. In den folgenden Jahren erhielten auch der Gladbacher Allan Simonsen (1977), HSV-Star Kevin Keegan (1978 und 1979) sowie Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern (1980, 1981) die goldene Trophäe.

Bundesliga erlebt lange Durststrecke – zuletzt dominierte Spanien

Was folgte, war eine lange Durststrecke. In den folgenden 39 Jahren gab es nur noch einen Ballon d'Or-Sieger aus der Bundesliga, nämlich BVB-Mittelfeldmann Matthias Sammer, der im Jahr des EM-Sieges 1996 den Titel abräumte. Den offiziellen FIFA-Award gewann in diesem Jahr indes der Brasilianer Ronaldo, Matthias Sammer wurde hinter dem Stürmer, George Weah und Alan Shearer nur Vierter.

Seither dominierten vor allem die Spanier sowohl den Ballon d'Or als auch die FIFA-Wahl, die zwischen 2010 und 2015 beim FIFA-Ballon d'Or kurzzeitig zusammengelegt wurden. Seit 2009 gewannen ausschließlich Spieler von Real Madrid (Vier Mal Cristiano Ronaldo, ein Mal Luka Modric) oder FC Barcelona (Sechs Mal Lionel Messi) die beiden bekanntesten individuellen Auszeichungen des Weltfußballs.