12. März 2020 / 10:57 Uhr

Lewis Hamilton kritisiert Start der Formel 1 in Melbourne scharf: "Cash ist König"

Lewis Hamilton kritisiert Start der Formel 1 in Melbourne scharf: "Cash ist König"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kritisiert den Start der Formel-1-Saison scharf: Lewis Hamilton.
Kritisiert den Start der Formel-1-Saison scharf: Lewis Hamilton. © Clive Mason/Getty Images
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Lewis Hamilton hält sich nicht zurück. Das Festhalten am Formel-1-Auftakt in Melbourne sorgt bei ihm für Unverständnis. Sebastian Vettel sieht die Entscheider in einer schwierigen Lage. Die Zahl der Coronavirus-Verdachtsfälle im Fahrerlager ist gestiegen.

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Neben Sebastian Vettel auf einer weißen Couch sitzend kritisierte Weltmeister Lewis Hamilton die Austragung des Formel-1-Auftakts in Australien scharf. „Ich bin sehr, sehr überrascht, dass wir hier sind. Cash ist König“, sagte der Titelverteidiger am Donnerstag angesichts der Coronavirus-Krise.Ich denke, es ist großartig, dass wir Rennen haben können, aber für mich ist es schockierend, dass wir alle in diesem Raum sitzen.“

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Das neue Coronavirus hat sich inzwischen in mehr als 110 Ländern ausgebreitet. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer Pandemie. Im Formel-1-Fahrerlager von Melbourne ist die Zahl der Verdachtsfälle auf mindestens fünf gestiegen. Alleine beim US-Team Haas sind vier Angestellte betroffen, bei McLaren einer. Ungeduldig wartet man auf die Ergebnisse der Tests. Die sollen allerdings erst in fünf Tagen kommen. "Welch ein Zufall", kommentierte Hamilton.

„Es ist ganz schwierig, ein faires Urteil zu fällen“, meinte Vettel, der am Sonntag (6.10 Uhr/MEZ/Sky und RTL) im geplanten ersten Grand Prix 2020 mit seinem auf den Namen „Lucilla“ getauften neuen Ferrari-Dienstwagen auf einen Schub für seine Titelmission hofft. „Wie Lewis gesagt hat, ist es angemessen zu fragen, warum man hier ist.“

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Hamilton verwies unter anderem darauf, dass zum Beispiel andere Sportarten wie die NBA der Coronavirus-Krise mit einer Unterbrechung ihres Spielbetriebs begegnen. „Es scheint, als ob der Rest der Welt reagiert“, sagte der sechsmalige Weltmeister, der in diesem Jahr den Titelrekord von Michael Schumacher einstellen will. "Aber die Formel 1 macht einfach weiter."

Hamilton übt scharfe Kritik an den Veranstaltern der Formel 1

Die Formel 1 will dieses Rennen genauso unbedingt austragen wie auch der lokale Veranstalter, dem der Grand Prix viel Geld einbringen soll. Der Bundesstaat Victoria lässt sich das Spektakel dem Vernehmen nach alleine rund 60 Millionen australische Dollar kosten, das sind umgerechnet etwa 35 Millionen Euro. „Geld regiert die Welt“, antwortete Hamilton bei der Pressekonferenz auf die Frage, warum am Rennen festgehalten werde. „Um ehrlich zu sein, weiß ich es aber nicht.“

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Der Deutsche Sebastian Vettel im Cockpit von Ferrari, Weltmeister Lewis Hamilton bei Mercedes und Neuling Esteban Ocon bei Renault sind drei der 20 Fahrer, die für die Formel 1 2020 feststehen. Der SPORTBUZZER präsentiert alle Piloten der Motorsport-Königsklasse in ihren Teams. Zur Galerie
Der Deutsche Sebastian Vettel im Cockpit von Ferrari, Weltmeister Lewis Hamilton bei Mercedes und Neuling Esteban Ocon bei Renault sind drei der 20 Fahrer, die für die Formel 1 2020 feststehen. Der SPORTBUZZER präsentiert alle Piloten der Motorsport-Königsklasse in ihren Teams. ©

Die Menschen im Land seien besorgt, stellte Hamilton fest. „Wir bringen einen ziemlich großen Zirkus hierher. Es ist definitiv für mich beunruhigend.“ Sollte es positive Tests auf das Virus im Fahrerlager geben, könnte die Notbremse gezogen werden. „Wir haben diesen Zeitpunkt noch nicht erreicht, an dem wir diese extremen Maßnahmen ergreifen müssen“, meinte die Gesundheitsministerin des Bundesstaates Victoria, Jenny Mikakos. „Wir werden aber nicht zögern, diese Schritte zu ergreifen, wenn wir diesen Hinweis bekommen.“

Die Formel 1 will die Lage irgendwie unter Kontrolle halten und hat Vorsorgemaßnahmen ergriffen. Im Fahrerlager gibt es zusätzliche Möglichkeiten zur Handdesinfektionen, die Rennställe gehen auf Distanz. So nahm Haas-Teamchef Guenther Steiner zum Beispiel hinter einem schwarzen Absperrband Platz, um Abstand zu Journalisten zu wahren. TV-Sitzungen wurden abgesagt, der Kontakt von Fahrern zu den Fans eingeschränkt.