05. Februar 2020 / 11:25 Uhr

Lewis Holtby denkt an seine Zeit beim HSV zurück: "Körperlich und seelisch viel Kraft gekostet"

Lewis Holtby denkt an seine Zeit beim HSV zurück: "Körperlich und seelisch viel Kraft gekostet"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lewis Holtby spielt aktuell für die Blackburn Rovers. 
Lewis Holtby spielt aktuell für die Blackburn Rovers.  © Getty Images
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Nach fünf Jahren beim Hamburger SV ging es im September 2019 für Lewis Holtby zurück nach England. Der 29-Jährige steht bis Ende Juni 2021 bei den Blackburn Rovers unter Vertrag. Nach den ersten Monaten auf der Insel blickt der Mittelfeldspieler auf seine Zeit beim HSV zurück.

Der ehemalige HSV-Profi Lewis Holtby nahm sich nach dem Vertragsende in Hamburg erstmal eine kurze Auszeit. Dann kam im September der Lockruf aus England von den Blackburn Rovers aus der 2. Liga. Der 29-Jährige fühlte sich nach einer intensiven Zeit beim HSV bereit für eine neue Aufgabe. An seine fünf Jahre in Hamburg muss der Mittelfeldspieler noch oft denken. Die Zeit nach dem Vertragsende sei hart gewesen.

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"Nach den fünf Jahren beim HSV musste ich erst einmal durchpusten. Das war eine harte Phase, in der es mir nicht besonders gut ging", sagt Holtby in einem Interview mit der Sport Bild. Die letzten Wochen der vergangenen Saison war er vom damaligen HSV-Trainer Hannes Wolf suspendiert und in die zweite Mannschaft abgeschoben worden. Er hatte vor dem 31. Spieltag darum gebeten, nicht mit zum Auswärtsspiel bei Union Berlin fahren zu müssen. "Das war ein riesiger Fehler, den ich, wenn ich könnte, auch gerne rückgängig machen würde. Es war damals direkt nach Ende des Abschlusstrainings, ich stand noch unter Strom und habe mich aus tiefem Frust zu einer Kurzschlussreaktion hinreißen lassen, die ich unmittelbar nach einer kalten Dusche korrigieren wollte. Leider wurde mir diese Möglichkeit nicht gewährt", so Holtby.

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Holtby über HSV-Zeit: "Körperlich und seelisch viel Kraft gekostet"

Beim letzten Saisonspiel gegen den MSV Duisburg saß der frühere Nationalspieler auf der Tribüne. Er habe dabei die fünf Jahre beim Hamburger SV an sich vorbeiziehen lassen. "Als ich abends meine Sachen in der Wohnung zusammengepackt habe, kam nach der intensiven Zeit natürlich auch Wehmut auf. Das ging mir alles sehr nah. In den fünf Jahren beim HSV steckte mein gesamtes Herzblut in dem Verein. Sowohl körperlich als auch seelisch hat mich das viel Kraft gekostet. Ich habe sehr viel aus der Zeit mitgenommen, so was prägt einen, und man kann durch diese Erfahrungen am Ende auch reifen", blickt Holtby zurück.

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Holtby: "Ich wollte gemeinsam mit den Jungs die 2. Liga rocken"

Die vergangenen zwei Jahre beim HSV seien aber wichtig für ihn persönlich, als Mensch und als Sportler gewesen. "Es war im Grunde wie eine Achterbahnfahrt. Aufgrund der letzten zwei Jahre habe ich das Leben noch mehr schätzen gelernt und vor Augen geführt bekommen, dass auch in der schlimmsten Zeit etwas Neues, Gutes auf einen wartet. Als ich etwa unter Bernd Hollerbach nur noch auf der Tribüne saß, habe ich meine jetzige Frau kennengelernt", sagt Holtby, der in seiner Fußball-Karriere bereits in England spielte. 2013 wechselte er von Schalke 04 zu Tottenham Hotspur, 2014 war er an den FC Fulham ausgeliehen. 2018 stieg er mit dem HSV ab. Ein Jahr später verpasste er mit dem Traditionsklub den Wiederaufstieg. Der 29-Jährige erklärt: "Ich hatte mir zu Saisonbeginn viel vorgenommen und wollte mit dem Klub unbedingt wieder in die Bundesliga aufsteigen und gemeinsam mit den Jungs die 2. Liga rocken."