15. Juni 2021 / 17:17 Uhr

Ex-HSV-Profi Lewis Holtby wehrt sich gegen Vorwürfe: "Ich war nicht das Gesicht des Abstiegs"

Ex-HSV-Profi Lewis Holtby wehrt sich gegen Vorwürfe: "Ich war nicht das Gesicht des Abstiegs"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lewis Holtby erlebte den HSV-Abstieg 2018 als Spieler mit. 
Lewis Holtby erlebte den HSV-Abstieg 2018 als Spieler mit.  © IMAGO / DeFodi
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Vor zwei Jahren kehrte Lewis Holtby dem Hamburger SV den Rücken. Für seine Kritiker ist der frühere Nationalspieler noch heute das "Gesicht des Abstiegs". Nun hat sich der 30-Jährige in einem "Sport1"-Interview vehement gegen die Vorwürfe gewehrt - nicht ohne auch selbstkritische Töne anzustimmen.

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Von 2014 bis 2019 trug Lewis Holtby das Trikot des Hamburger SV. In dieser Zeit erlebte der ehemalige deutsche Nationalspieler den ersten Abstieg des einstigen Bundesliga-Dinos 2018 sowie den verpassten Wiederaufstieg im darauffolgenden Jahr hautnah mit. Seine Kritiker gingen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie in Holtby einen der Hauptverantwortlichen für den Niedergang des HSV ausgemacht hatten.

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In einem Sport1-Interview hat der heute 30-Jährige auf diese schwierige Phase seiner Karriere zurückgeblickt und sich mit deutlichen Worten gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gewehrt. "Ich stand oft vor der Kamera und wurde oft angefeindet", erinnert sich Holtby.

Holtby selbstkritisch: "Ich bin oft selbstkritisch rübergekommen"

Den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit bringen einige HSV-Fans bis heute auch eng mit dem Namen Holtby in Verbindung. Er galt als Topverdiener und Wortführer, der nach eigenen Angaben "oft großkotzig rübergekommen" ist. Das tue ihm jetzt leid. "Heute ärgere mich, dass ich das eine oder andere aus der Emotion heraus gesagt habe. Auch dass ich vor meiner Suspendierung beim HSV so explodiert bin, das bereue ich heute", gibt sich der ehemalige Bundesliga-Profi auch selbstkritisch.

Den Vorwurf, er sei das "Gesicht des Abstiegs", lässt der zurzeit vereinslose Mittelfeldspieler, dessen Vertrag beim englischen Zweitligisten Birmingham City nach der Saison 2020/21 ausgelaufen war, allerdings nicht stehen. "Fußball spielt man immer noch mit elf Mann auf dem Rasen und hat einen Kader von 20 plus", so Holtby. Er habe den Kampf angenommen - und das, obwohl man ihm vor der ersten Zweitliga-Saison sagte, dass er keine Rolle mehr spiele. "Mir wurde von den vier Trainern attestiert, dass ich super trainiere, aber ich saß nicht mal auf der Bank. Das war einfach nur krass, sagt der gebürtige Rheinländer rückblickend und stellt klar: "Ich war nicht das Gesicht des Abstiegs."

Vielmehr sei er mit dem Klub in die 2. Liga gegangen, weil er dieses Dilemma wiedergutmachen wollte. Holtby: "Wenn ich dieser Geldgeier gewesen wäre, hätte ich auch sonst wo hin wechseln und einen fetten Vertrag unterschreiben können."

Auf Vereinssuche: Holtby möchte nach Deutschland zurückkehren

Während dieser Zeit habe es laut Holtby Momente gegeben, in denen er respektlos behandelt wurde. "Es hat sich so angefühlt, als ob alles meine Schuld war. Oft hatte ich es verdient, weil alles, was du in den Wald rein schreist, kommt zurück. Aber ich habe mich nie verstellt", zieht der Profi, der zuvor unter anderem für Schalke, Mainz und Tottenham aufgelaufen war, Bilanz. Seine Fußballschuhe möchte der dreimalige Ex-DFB-Spieler trotz der Negativerlebnisse nicht an den Nagel hängen, wie er versichert: "Ich würde sehr gerne nach Deutschland zurückkehren, bin offen für vieles." Es müsse aber ein Verein sein, der Bock auf ihn habe ...