04. Mai 2020 / 21:50 Uhr

LFC-Präsident Marcel Penquitt kritisiert "Flickenteppich": "Für mich ist das eine Farce"

LFC-Präsident Marcel Penquitt kritisiert "Flickenteppich": "Für mich ist das eine Farce"

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Marcel Penquitt, der Präsident des Ludwigsfelder FC.
Marcel Penquitt, der Präsident des Ludwigsfelder FC. © Frank Neßler
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Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes: Präsident des Ludwigsfelder FC äußert Unverständnis über unterschiedliche Regelungen.

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Kritik an unterschiedlichen Regelungen für die Rückkehr zum Trainingsbetrieb für Fußball-Vereine in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming: „Für mich ist das eine Farce, es ist genau das eingetreten, wovor ich schon vor Wochen in einem offenen Brief an den Landesverband und den Nordostdeutschen Fußball-Verband gewarnt habe“, moniert Marcel Penquitt, der Präsident des Ludwigsfelder FC, der im Ligabetrieb auf Konkurrenten aus dem Nachbarlandkreis trifft, „dass es nämlich nicht möglich ist, landesweit einheitliche Lösungen für den Trainingsstart zu finden. Durch die unterschiedlichen Lösungen für verschiedene Regionen entsteht absolute Wettbewerbsverzerrung, wenn es zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes komme sollte. Wie schwierig im übrigen die Situation ist, wenn sich ein Spieler mit dem Virus infiziert hat, sieht man derzeit beim Bundesligisten 1. FC Köln.“

Der Hintergrund: Eine Ausnahmegenehmigung für Sportvereine des benachbarten Landkreises Dahme-Spreewald ermöglicht – wenn auch unter strengen Auflagen – die Rückkehr in den Trainingsbetrieb: Beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen etwa darf ab sofort wieder auf dem Platz am Wüstemarker Weg geübt werden. „Als die Allgemeinverfügung am 29. April veröffentlicht wurde, haben wir uns im Vorstand direkt zusammengesetzt und Richtlinien zum individuellen Training festgelegt – immer unter den vorgegeben Bedingungen“, so SC-Geschäftsstellenleiter Andreas Wawzyniak. Dort heißt es als Begründung unter anderem: „Für diese Lockerungen spricht neben der derzeitigen Pandemielage auch das verständliche Interesse der Einwohner am Sporttreiben zur Gesunderhaltung und Erholung.“

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Im Landkreis Teltow-Fläming, der mit Teilen des Landkreises Dahme-Spreewald einen gemeinsamen Fußballkreis bildet, darf dagegen nicht trainiert werden. Auch Katharina Kruse, die Leiterin der Frauen-Fußballabteilung des LFC kritisiert deshalb: „Es wurde die Chance vertan, für alle eine einheitliche Regelung zu treffen. Das ist schwer nachzuvollziehen und dieser Flickenteppich an Regelungen verhindert sportliche Chancengleichheit, obwohl ja noch nicht mal klar ist, ob die Saison überhaupt fortgesetzt wird.“

Katharina Kruse zeigt durchaus Verständnis für die schwierige Situation, mahnt aber auch an: „Natürlich ist diese Situation für alle absolut neu, aber genau deshalb finde ich es umso wichtiger, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und am Ende eine Regelung zu finden, mit der sich alle am besten anfreunden können.“ Jeder Sportler, egal welcher Sportart, sei seinem Hobby verfallen, so dass er sich im Moment nichts sehnlicher wünsche, als dass er endlich wieder beginnen könne, seinem Training nachgehen zu können. „Dass das natürlich in einer Mannschaftssportart wie dem Fußball schwieriger umzusetzen ist, so die Abteilungsleiterin, „als beim Golf oder auch Tennis, dürfte uns allen vollkommen klar gewesen sein. Wir haben jetzt schon so lange ohne Fußball und Training gelebt, da wäre es auf die drei oder fünf Tage auch nicht angekommen, an denen man sich hätte auf eine Lösung für alle einigen können. Und das finde ich mehr als schade.“

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Jogging mit Hund in der Natur. © Privat

Allerdings darf auch in „LDS“ nur deutlich eingeschränkt trainiert werden: Die Allgemeinverfügung sieht vor, dass maximal zwei Personen am Individualtraining teilnehmen und sich in Wartebereichen maximal zehn aufhalten dürfen. Der Gebäudetrakt darf nur betreten werden, wenn Sportgeräte geholt werden müssen. Die Sanitär- und Umkleideräume bleiben geschlossen und auf der Toilette müssen unter anderem Einmalhandtücher bereitgestellt werden.

Zudem sind Listen mit Namen, Geburtsdatum, Wohnanschrift und telefonischer Erreichbarkeit von den anwesenden Personen verpflichtend. Der Kunstrasenplatz im „Käfig“ wurde für den zukünftigen Trainingsbetrieb in zwei Hälften geteilt. „Die Zweiergruppen müssen klar voneinander getrennt sein und dürfen auch nicht einen Ball von der anderen Seite holen. Außerdem gibt es verschiedene Eingänge“, so Wawzyniak, der jedem Team vom Nachwuchs bis zu den 1. Männern Zeitfenster zugeteilt hat. LFC-Präsident Marcel Penquitt plädierte angesichts der unterschiedlichen sportlichen Voraussetzungen erneut für einen Abbruch der Saison. „Alles andere würde für mich keinen Sinn machen.“