26. Februar 2021 / 16:19 Uhr

LG Göttingen: Neele Eckhardt und Merle Homeier fahren zur EM nach Torun

LG Göttingen: Neele Eckhardt und Merle Homeier fahren zur EM nach Torun

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Für Merle Homeier kam die EM-Nominierung überraschend.
Für Merle Homeier gilt es, sich gegen immer stärker werdende Konkurrenz durchzusetzen. © imago-images
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Die eine Leichtathletin der LG Göttingen hatte mit der Nominierung gerechnet, für die andere kam sie überraschend: Neele Eckhardt vertritt Deutschland bei der Hallen-Europameisterschaft in Torun im Dreisprung, Merle Homeier ist im Weitsprung mit dabei.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sein Aufgebot für die Hallen-Europameisterschaft 2021 in Torun (Polen) bekanntgegeben. Er wird mit 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei den kontinentalen Titelkämpfen vertreten sein. Nominiert wurden auch zwei Springerinnen der LG Göttingen (LGG): Neele Eckhardt und Merle Homeier gehen beim Saisonhöhepunkt in der Halle an den Start.

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25 Athletinnen und 25 Athleten in 20 Wettbewerben werden den DLV vom 4. bis zum 7. März in Torun vertreten. Berücksichtigt wurden sowohl Athleten mit erfüllten Normen als auch Athleten, die aufgrund ihrer Platzierung in der europäischen Bestenliste über ein Nachrück-Verfahren vom Europaverband European Athletics eine Einladung erhalten haben.

„Wir reisen mit einer weitaus größeren Mannschaft nach Torun als erwartet. 50 Athletinnen und Athleten erhalten die Möglichkeit, um Medaillen und Ranking-Punkte zu kämpfen, und können wichtige internationale Erfahrungen sammeln. Ich freue mich auf diese Europameisterschaft“, sagte DLV-Chefbundestrainerin Annett Stein.

Eckhardts Weite aus 2020 steht noch

Gefreut hat sich auch Neele Eckhardt, für die die Nominierung allerdings nicht so überraschend kam. Charles Friedek, Bundestrainer Dreisprung, hatte der deutschen Meisterin bei den Titelkämpfen in Dortmund am vergangenen Wochenende schon Hoffnung gemacht. „Die 14,17 Meter aus der Hallensaison 2020 standen noch. Deshalb war es sehr wahrscheinlich, nominiert zu werden“, berichtet Eckhardt.

Für sie geht es bei den kontinentalen Titelkämpfen vor allem darum, wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln, die dann ausschlaggebend werden kann, wenn Eckhardt die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio (14,32 Meter) nicht erfüllt. Ein anderes Ziel ist aber fast noch wichtiger für sie: „Ich möchte endlich mal das auf dem Papier stehen haben, was ich tatsächlich springen kann. Bei den deutschen Meisterschaften waren drei Sprünge dabei, die gut über 14 Meter waren“, blickt sie auf ungültige Versuche oder verschenkte Zentimeter beim Absprung vor dem Brett zurück.

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Auf die Titelkämpfe in Torun freut sie sich, nicht aber auf die Anreise. Die erfolgt im Bus von Berlin aus. Am Mittwoch geht es los, allerdings bleiben der 28-Jährigen dann noch zwei Tage, um vor Ort wieder lockere Beine zu bekommen.


Meisterschaft statt Aufbautraining

In diesem Bus wird auch Merle Homeier sitzen, für die die EM-Nominierung „total überraschend“ gekommen ist. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich jetzt mit dem Aufbautraining für den Sommer anfange“, gibt die Weitspringerin zu, die sich mit der Vizemeisterschaft in Dortmund für die Titelkämpfe in Polen empfohlen hat. Nach Europameisterschaften in den Nachwuchsklassen U20 und U23 ist das nun der erste kontinentale Wettkampf im Erwachsenenbereich für die 21-Jährige.

„Ich kenne das Starterfeld noch nicht und werde alles daran setzen, um die Qualifikation zu überstehen. Froh bin ich eigentlich, dass es keine Zuschauer in der Halle geben wird. Das wären für mich bei der Premiere auf dieser großen Bühne wahrscheinlich zu viele Eindrücke“, blickt Homeier voraus. Dabei kann sie sich auf ihre Nervenstärke verlassen, hatte sie ihre persönliche Hallen-Bestweite (6,55 Meter) in Dortmund doch im letzten Versuch erzielt. „Auch im vergangenen Sommer war einige Male der letzte Versuch auch mein bester. Das gibt mir im Wettkampf Zuversicht, dass die Kraft reichen wird. Allerdings hätte ich auch nichts dagegen, schon früher meine Bestweite zu springen.“

Mit Malaika Mihambo und Maryse Luzolu sind zwei weitere deutsche Springerinnen im 16er-Feld dabei. „Ich gehe mit dem Gedanken da rein, dass wir als Team dort auftreten können. Aber ich habe auch schon gehört, dass das bei diesen Veranstaltungen nicht so läuft wie beispielsweise bei der U20-EM, als wir uns alle gegenseitig motiviert haben.“ Homeier betritt also viel Neuland in Torun.