22. Februar 2021 / 13:35 Uhr

LG Göttingen: Trainer Frank Reinhardt ist zufrieden mit dem Abschneiden in Dortmund

LG Göttingen: Trainer Frank Reinhardt ist zufrieden mit dem Abschneiden in Dortmund

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Merle Homeier ist Zweite im Weitsprung hinter Weltmeisterin Malaika Mihambo geworden.
Merle Homeier ist Zweite im Weitsprung hinter Weltmeisterin Malaika Mihambo geworden. © imago-images
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Die kleine Reisegruppe der LG Göttingen ist mit einem Titel und einer Vizemeisterschaft von den nationalen Hallen-Titelkämpfen der Leichtathleten aus Dortmund zurückgekehrt. Trainer Frank Reinhardt war rundum zufrieden mit dem Auftritt der Springerinnen.

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„So könnte es immer laufen.“ Frank Reinhardt, Sprungtrainer der LG Göttingen und Koordinator für den Leistungssport beim Niedersächsischen Leichtathletik-Verband, blickt zufrieden auf die nationalen Hallenmeisterschaften in Dortmund am vergangenen Wochenende zurück. Drei Eisen hatte die LGG im Feuer, zwei Athletinnen standen am Ende auf dem Treppchen.

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Den Titel im Dreisprung hatten Reinhardt und seine Springerin Neele Eckhardt auf der Rechnung. Ein Sprung über die 14-Meter-Marke hätte sich das seit Jahren gemeinsam arbeitende Duo gewünscht. „Es waren die beiden ungültigen Versuche, die weit über 14 Meter waren. Da ist Neele hauchdünn übergetreten“, berichtet Reinhardt. Er wartet noch auf die biomechanische Auswertung der Versuche und die dazugehörigen Weiten. „Schade, die lagen aber so im Bereich der Olympianorm.“ Für den Titel reichten Eckhardt 13,85 Meter.

Ob Neele Eckhardt schon für die Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun am ersten März-Wochenende planen kann, steht noch nicht fest. Der Deutsche Leichtathletik Verband reicht seine Athleten-Vorschläge bei der europäischen Dachorganisation EAA ein, die setzt dann die Puzzleteile für das höchstens 16 Starterinnen umfassende Feld im Dreisprung zusammen. „Die Zahl ist angesichts der Corona-Situation begrenzt. Ich denke, Ende der Woche wissen wir mehr. Natürlich haben wir im Vorfeld schon einmal geguckt und uns die Zahlen der Konkurrenz angeschaut“, sagt Reinhardt.

Er betreute mit der jungen Kira Wittmann (Jahrgang 2000) eine zweite Dreispringerin in Dortmund. Sie wurde Fünfte. „Das war richtig gut“, bilanzierte ihr Trainer. Im vergangenen Jahr hatte sich die angehende Polizistin vor allem ihrer Berufsausbildung und dem begleitenden Studium gewidmet. „Sie hat von April bis September im Schichtdienst gearbeitet und fast gar nicht trainiert. Deshalb war das jetzt ein toller Wiedereinstieg.“ Ihre im fünften Versuch gesprungenen 12,89 Meter seien ein viel versprechendes Signal für die Sommersaison.


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„Highlight war für mich der zweite Platz im Weitsprung“, sagt Reinhardt über die Vizemeisterschaft von Merle Homeier. Sie habe abgeliefert und sich sehr routiniert im Wettkampf präsentiert. „Im sechsten Versuch die Nerven zu haben, die eigene Bestweite um zehn Zentimeter zu steigern, ist eine fantastische Leistung. Mit 6,55 kam die Studentin bis auf zwei Zentimeter an ihre Freiluftbestweite heran. „Das kann im Sommer noch bis auf Mitte 6,60 Meter raufgehen.“ Eine „haudünne Chance“ räumt er Homeier für die EM-Teilnahme in Torun ein, ihr Fokus liege allerdings auf der U23-Europameisterschaft, die im Sommer im norwegischen Bergen stattfinden soll. „Da gehört sie zu den Medaillenkandidatinnen.“

Egal, wie es mit der Nominierung für die Hallen-EM läuft, es wird weiter trainiert. Am Montag hatten die Springerinnen trainingsfrei, seit Dienstag stehen sie wieder in Hannover in der Halle. An Trainingslager in Südeuropa verschwendet Reinhardt gerade keinen Gedanken, wohl aber an einen Abstecher ins Bundesleistungszentrum Kienbaum in Brandenburg. „Dort würden wir auch in einer Blase trainieren, es wäre aber mal ein Tapetenwechsel für die Sportlerinnen, die seit Monaten zweimal täglich in der Halle in Hannover trainieren – für sie ist alles immer gleich.“