04. Januar 2021 / 07:39 Uhr

Liegestütze nach Tor-Debüt für Hannover 96: Stürmer Twumasi erklärt seinen Torjubel

Liegestütze nach Tor-Debüt für Hannover 96: Stürmer Twumasi erklärt seinen Torjubel

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Glücklich: Patrick Twumasi gelangen gegen Sandhausen seine ersten beiden Treffer für Hannover 96. 
Glücklich: Patrick Twumasi gelangen gegen Sandhausen seine ersten beiden Treffer für Hannover 96.  © dpa
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Gegen Sandhausen kam Patrick Twumasi zur zweiten Halbzeit in die Partie. Kurze Zeit später gelang ihm sein erster Treffer für Hannover 96, den er mit Liegestützen feierte. Kurz vor Schluss knipste der Stürmer dann noch ein zweites Mal.

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So speziell wie seine ersten fünf Monate bei 96 verliefen, so besonders feierte Patrick Twumasi auch sein erstes 96-Tor. Er warf sich auf den Boden und machte Liegestütze – das bedarf der Erklärung. „Im Leben gibt es immer Ups und Downs“, sagt Twumasi dann dazu. „Aber man darf niemals aufgeben. Manchmal muss man sich pushen, damit man wieder nach oben kommt. Man muss immer weiter hart arbeiten – und dann wird zur rechten Zeit das Richtige passieren.“

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"Habe die Kritik gelesen"

Man könnte auch sagen, gerade noch rechtzeitig hat Twumasi die Kurve bekommen. „Ich habe im Internet auch Kritik an mir gelesen. Aber ich habe versucht, daraus Motivation zu ziehen. Ich habe immer weitergearbeitet – und deshalb habe ich diesen Torjubel gemacht.“

Sein Einsatz war auch einer mit Verzögerung. Fünf Minuten vor der Halbzeit stand Twumasi schon zur Einwechslung bereit, musste sich aber wieder die wärmende Kleidung anziehen und auf die Bank setzen. Valmir Sulejmani konnte doch noch weitermachen. Ein neuer Rückschlag, der aufzeigte, welche Rolle der als Königstransfer verpflichtete Stürmer spielt. 800 000 Euro hat 96 bezahlt, profitieren konnte die Mannschaft von ihm bis gestern noch nicht.

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Umarmung mit Zuber

Er musste sich also hinten anstellen, durfte dann aber gleich nach der Halbzeit doch auf den Platz. Und drei Minuten später war Twumasi schon beim Krafttraining, Marvin Ducksch legte ihm den Ball vor, und Twumasi bewies, was im Training zu beobachten war: Vor dem Tor ist der 26-Jährige eiskalt – das Problem für ihn bleibt, in die Schussposition zu kommen.

Nach den Liegestützen rannte Twumasi erstmal in die Arme von Gerhard Zuber. Der Sportchef war auch die treibende Kraft bei seiner Verpflichtung. „Er kommt immer wieder zu mir, ermuntert mich und gibt mir Ratschläge“, lobt Twumasi.

Auch für Kenan Kocak hat der Ghanaer warme Worte, er habe ihn motiviert und Mut gemacht. „Er hat immer gesagt: ‚Patrick, arbeite einfach weiter hart an dir‘. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er dieses Vertrauen in mich hat.“

Geholfen hat dem Vater von fünf Kindern auch der Umzug aus dem Hotel in eine große Wohnung nach Kirchrode. Von dort stammt auch das Weihnachtsfoto, das er bei Instagram postete – mit vier Kindern im 96-Trikot vorm geschmückten Baum. „Am Anfang lief sicherlich nicht alles reibungslos, aber ich habe immer versucht, besser anzukommen“, erläutert Twumasi. „Dieses Foto haben wir gemacht, um auch den Fans zu zeigen, dass wir gerne hier sind und es zu schätzen wissen, dass ich für 96 spielen darf.“

"Ich bin unfassbar glücklich"

Verbesserungswürdig bleibt allerdings seine Mitarbeit in der Defensive. Mit seinem zweiten Tor dürfte er sich aber eine neue Chance auf die Startelf erarbeitet haben. Dabei zog Twumasi überraschend ins kurze Eck ab. „Natürlich freue ich mich, dass ich meine ersten beiden Tore für 96 schießen konnte. Ich möchte sie meiner Familie, meiner Frau und meinen Kids widmen. Sie haben mich auch ermuntert, als es nicht so lief. Ich bin unfassbar glücklich.“