27. Januar 2023 / 15:31 Uhr

Aufstieg, Abstieg, Torjäger: Die 2. Liga im Check - Neururer hält Zweikampf um Relegationsplatz für möglich

Aufstieg, Abstieg, Torjäger: Die 2. Liga im Check - Neururer hält Zweikampf um Relegationsplatz für möglich

Christian Müller und René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Hamburger SV (links) befindet sich einmal mehr im Aufstiegsrennen. Der SV Sandhausen kämpft gegen den Abstieg.
Der Hamburger SV (links) befindet sich einmal mehr im Aufstiegsrennen. Der SV Sandhausen kämpft gegen den Abstieg. © IMAGO/Nordphoto/Claus Bergmann (Montage)
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Vor dem Rückrundenbeginn in der 2. Bundesliga macht der SPORTBUZZER mit Ex-Trainer Peter Neururer den Check: Wer hat die besten Karten im Aufstiegskampf, wer kommt als Geheimfavorit in Frage und an wen könnte die Torjägerkrone gehen?

Eine Woche nach der Bundesliga nimmt an diesem Wochenende auch die 2. Liga nach mehr als zweimonatiger WM-Unterbrechung ihren Betrieb wieder auf. Mit dem Verfolger-Duell zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Kaiserslautern und dem Nord-Vergleich zwischen dem Hamburger SV und Eintracht Braunschweig stehen gleich mehrere reizvolle Partien auf dem Plan. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), macht den großen Rückrunden-Check und hat Einschätzungen von Peter Neururer eingeholt. Der 67-Jährige trainierte unter anderem den 1. FC Köln, Hannover 96 und den VfL Bochum und kennt sich auch im "Unterhaus" bestens aus.

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Aufstiegsrennen

Fünf Klubs gehen mit guten Chancen in das Rennen um die ersten drei Plätze. Der SV Darmstadt 98 führt die Tabelle mit 36 Punkten vor dem Hamburger SV (34 Punkte) und dem 1. FC Heidenheim (33) an. Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern (29) und Hannover 96 (28) befinden sich in Reichweite. Die Top-Kandidaten für die ersten beiden Ränge stehen für Neururer fest. "Der HSV ist auf dem besten Wege und für mich mit Darmstadt 98 der Favorit auf den direkten Aufstieg", sagt der 67-Jährige. Die Hamburger, die ihre fünfte Zweitliga-Saison spielen, "sollten aus den Fehlern, die sie zweifelsfrei gemacht haben, gelernt haben", so Neururer weiter.

Der bisher starke Saisonverlauf des FCK sei für ihn indes "überraschend". Zwar lobt Neururer die Arbeit in der Pfalz, "ich glaube allerdings nicht, dass sie bis zum Ende dabei sein werden." Im Fall von Hannover hängt nach Einschätzung des Ex-Coaches viel von einem möglichen 96-Sieg gegen Lautern am Samstag (20.30 Uhr, Sky und Sport1) ab. Im Falle eines Erfolges gegen den FCK "glaube ich, dass es um den dritten Platz einen Zweikampf zwischen Heidenheim und Hannover geben wird".

Geheimfavoriten

Mit dem SC Paderborn, Fortuna Düsseldorf und Holstein Kiel lauern noch drei Teams auf Patzer der Konkurrenz auf den Plätzen davor. Den SCP und die Fortuna trennen aktuell sieben Punkte vom Relegationsplatz, Kiel ist acht Zähler im Hintertreffen. Kann eine Mannschaft aus diesem Trio noch in den Aufstiegskampf eingreifen? "Ich persönlich rechne mit ambitionierten Düsseldorfern, die als einzige Mannschaft mit in die Phalanx eindringen könnten", sagt Neururer. Paderborn spiele zwar "begeisternden Fußball von der Struktur her, aber da sind zu große Schwankungen drin, um so deutliche Schritte zu machen, dass man vielleicht noch aufsteigen kann."

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Abstiegskampf

So richtig sicher fühlen können sich vor dem Restart nur wenige Vereine. Den Tabellenneunten Hansa Rostock trennen lediglich vier Punkte vom ersten direkten Abstiegsplatz. Aktuell belegen Arminia Bielefeld, der 1. FC Magdeburg (beide 17 Punkte) und der SV Sandhausen (16) die drei letzten Ränge. Eine Prognose, wer am Ende den Gang in die 3. Liga antreten muss, lässt Neururer sich nicht entlocken. Klar ist für ihn indes, dass der FC St. Pauli, der als Beinahe-Aufsteiger der Vorsaison nun punktgleich mit Bielefeld und Magdeburg nur auf Rang 15 steht, stark genug sei, "um da unten wieder rauszukommen". Allerdings merkte der gebürtige Marler auch an, dass den Trainerwechsel von Timo Schultz zu Fabian Hürzeler "nicht jeder unbedingt verstanden" habe: "Das kann man nur intern beurteilen, aber es war schon verwunderlich."

Transfer-Tätigkeiten

In diesem Winter ist es bis dato sehr ruhig bei den Zweitliga-Klubs gewesen. Bis zum 31. Januar können noch Vereinswechsel erfolgen. Am Freitag machte der HSV seine erste feste Winter-Verpflichtung fix. András Németh (KRC Genk) wechselt dem Vernehmen nach für 750.000 Euro nach Hamburg. Das meiste Geld aller Zweitligisten investierte in dieser Wechselperiode bisher Stadtrivale St. Pauli. Für Oladapo Afolayan (Bolton Wanderers) und Maurides (Radomiak) zahlte der Klub zusammen 1,1 Millionen Euro. Geld für einen neuen Spieler gab sonst nur der 1. FC Magdeburg aus – Daniel Heber kam für 300.000 Euro von Drittligist Rot-Weiss Essen. Schwerwiegende Abgänge verzeichnete derweil kein Klub.

Anwärter auf die Torjäger-Kanone

So richtig absetzen konnte sich noch kein Spieler in dieser Statistik. Robert Glatzel vom HSV führt aktuell das Ranking mit elf Toren an, dicht gefolgt von Steven Skrzybski (Holstein Kiel, zehn Tore), Tim Kleindienst (1. FC Heidenheim, neun Tore), Terrence Boyd (1. FC Kaiserslautern, acht Tore) und Robin Hack (Arminia Bielefeld, acht Tore) an. Gute Chancen im Rennen um die Torjägerkrone werden zudem noch Marvin Pieringer (sieben Tore) vom SC Paderborn eingeräumt. Neururer geht davon aus, dass Glatzel seine Spitzenposition behaupten wird. "Er ist derjenige, der die meisten Chancen aufgelegt bekommt und relativ gut verwertet. Ein Widersacher wie im vergangenen Jahr etwa Simon Terodde (Zweitliga-Rekordtorjäger vom letztjährigen Meister Schalke 04, Anm. d. Red.) ist nicht zu sehen. Von daher glaube ich, dass Glatzel der absolute Favorit auf die Krone ist." Skrzybski indes komme mehr "von außen", habe jedoch "einen Riesenlauf und spielt endlich mal eine gute, konstante Saison".

TV

An der Zweitliga-Übertragung im TV ändert sich im Vergleich zum Vorjahr nichts. Sky zeigt weiterhin alle Spiele live, davon aber nicht alle exklusiv. Das Samstagabendspiel läuft zusätzlich im frei empfangbaren Fernsehen bei Sport1. Im Free-TV werden zudem die Zusammenfassungen übertragen. Freitags und samstags zeigt die ARD in der Sportschau die Höhepunkte ab 18 Uhr, sonntags sendet das Erste die Highlights ab 18.30 Uhr.

Die wichtigsten Termine

Die Blicke gehen in dieser Saison besonders wieder auf den letzten Spieltag. Die neun Partien finden am 28. Mai parallel statt. Das Relegationshinspiel für den Tabellendritten gegen den Drittletzten der Bundesliga steht am 1. Juni an, der Drittletzte der 2. Liga bekommt es mit dem Dritten der 3. Liga am 2. Juni zu tun. Die Rückspiele sind für den 5. Juni (Bundesliga) sowie 6. Juni (2. Bundesliga) terminiert.

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