07. Januar 2020 / 14:44 Uhr

"Liga ist für uns fast totales Neuland": SV Arnum bleibt hinter ihren Möglichkeiten

"Liga ist für uns fast totales Neuland": SV Arnum bleibt hinter ihren Möglichkeiten

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Arnums Trainer Ermin Vojnikovic ist nur halbwegs zufrieden mit seiner Mannschaft.
Arnums Trainer Ermin Vojnikovic ist nur halbwegs zufrieden mit seiner Mannschaft. © Dennis Michelmann
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Die Saison startet für den SV Arnum anders als erwartet. Staffel 4 statt 2 in der Bezirksliga, große Personalsorgen und eine Leistung unter den Möglichkeiten. Die letzten Spiele zeigen dennoch, dass noch einiges möglich ist.

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Nach 17 Spielen liegt die Spielvereinigung Arnum in der Bezirksliga 4 mit 26 Punkten und 38:26 Toren auf Rang sieben. Angesichts der Spielstärke und des Potenzials des Teams scheint es so, als sei die Mannschaft hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Das sieht auch Coach Ermin Vojnikovic so – und hat dafür drei Gründe ausgemacht: die neue sportliche Umgebung, die personellen Probleme und die zum Teil eklatante Abschlussschwäche. Doch der Trainer ist bei allem Realismus ehrgeizig. Ziel sei es, so weit oben wie möglich zu landen. „Die ersten drei sind weg, dahinter ist aber alles offen“, gibt sich der Trainer kämpferisch. „Grundsätzlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, und wir haben auch das Zeug dazu.“

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Eingewöhnungszeit war länger als gedacht

Dass die SV Arnum in dieser Saison in der Staffel 4 statt der 2 spiele, habe sich bemerkbar gemacht: „Diese Liga ist für uns fast totales Neuland. Ich kannten die Liga nicht, ich kannte die Plätze nicht, ich kannte die meisten der Gegner nicht – und den Jungs ging es genauso.“ Leider sei die Eingewöhnungsphase länger und verlustreicher ausgefallen als erhofft. „Spielerisch gut sind nur die ersten fünf Teams der Liga. Der Rest bunkert und betoniert sich ein. Es wird extrem körperbetont agiert, es wird geackert und zum Teil auch richtig hingelangt. Die Gegner spielen meist mit langen Bällen, und es geht viel über Standards“, so Vojnikovic. Damit seien seine Spieler zunächst nicht so gut klargekommen, obwohl er in seinem Kader durchaus auch über Fußballer verfüge, die in der Lage seien, angemessen dagegenzuhalten.

Das sind die Bilder vom Purena-Cup der SV Arnum:

Die Koldinger freuen sich über den Turniersieg. Zur Galerie
Die Koldinger freuen sich über den Turniersieg. ©

Arnum musste viele Ausfälle einstecken

„Aber in der Liga 2 wollten die meisten wirklich Fußball spielen, das kam uns entgegen. Den Wechsel haben wir nicht so gut hingekriegt.“ Dazu seien enorme Personalproblem gekommen. „Wir hatten viele Ausfälle – wegen Verletzungen, Urlaub, Arbeit, Studium. Ich musste viel improvisieren.“ Nicht zuletzt deshalb habe es an der nötigen Konstanz und Kontinuität gefehlt. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir viele sehr junge, unerfahrene Jungs im Kader haben.“ Zuletzt sei es aber in allen Belangen besser geworden. „Ich hatte wieder mehr Alternativen, und die Jungs haben inzwischen kapiert, wie man in dieser Liga zu spielen hat.“

Für die restlichen 13 Partien gibt sich Vojnikovic optimistisch: „Wenn sich in der Halle niemand verletzt, kann ich aus dem Vollen schöpfen.“ Sune Gärtner und Andreas Bült kehren nach langer Verletzungspause zurück, einzig Pechvogel Maximilian Abels fällt nach seinem dritten Kreuzbandriss noch bis zum Sommer aus. „Aber wir werden Maxi einbinden und ihm im Umfeld eine Aufgabe geben. Er gehört dazu, und wir wollen ihm helfen, diese schwere Zeit gut zu überstehen.“ Abgänge gebe es keine, Zugänge Stand jetzt auch nicht. „Vielleicht ergibt sich etwas fürs offensive Mittelfeld.“

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In Zukunft ist noch einiges möglich

Außer der insgesamt doch erheblichen Qualität im Kader sprechen die letzten Ergebnisse für sich: Dem 6:0 gegen den FC Stadtdoldendorf folgte ein 3:0 gegen den Titelaspiranten SV Newroz Hildesheim. „Die Mannschaft hat wirklich gute Leistungen gezeigt, nicht mehr so offen gestanden, sauber den Ball laufen lassen und sich zahlreiche Chancen erspielt.“ Wenn Einstellung, Kompaktheit und Aggressivität stimmten, sei noch einiges möglich. Mit Felix Rademacher und Andreas Kallinich (beide zehn Tore) sowie Can-Christopher Cagrici (sieben Treffer) und Jakob Angelovski (vier Tore) verfüge das Team über eine potenziell brandgefährliche Offensive. „Die eigentlich schon doppelt so viele Buden auf dem Konto haben müsste. Wenn man aber bedenkt, dass Felix oft gefehlt hat und Andi und Can noch extrem jung sind, ist da noch einiges zu erwarten.“

Arnum lebt im Paradies

Mut macht dem Coach auch die Top-Anlage in Arnum. „Wir haben überragende Plätze und leben in dieser Hinsicht echt im Paradies“, schwärmt Vojnikovic und weiß, wem das Lob gebührt: „Unser Platzwart ist einfach Weltklasse.“ Das sichere der Mannschaft wegen der guten Bespielbarkeit der Anlage eine sorgenfreie Vorbereitung und exzellente Bedingungen für die restlichen Heimspiele. „Das wollen wir nutzen, denn gute Plätze sind aufgrund unserer Spielstärke natürlich ein Vorteil für uns.“

Die Vorbereitung beginnt Anfang Februar: Testspiele sind gegen den TSV Barsinghausen, den SV Gehrden, den FC Concordia Hildesheim und die Reserve des TSV Godshorn geplant. „Mehr brauchen wir nicht.“