27. Juni 2020 / 14:14 Uhr

Ligastart für Luckenwalder Ringer frühestens im Oktober

Ligastart für Luckenwalder Ringer frühestens im Oktober

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Kurz vor Weihnachten 2019 endete mit dem Brandenburgderby Luckenwalde gegen Frankfurt die letzte Regionalligasaison der Ringer.
Kurz vor Weihnachten 2019 endete mit dem Brandenburgderby Luckenwalde gegen Frankfurt die letzte Regionalligasaison der Ringer. © Frank Neßler (Archivbild)
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Ringen: Brandenburgs Ringer-Verbandspräsident Danny Eichelbaum im SPORTBUZZER-Interview zur aktuellen Corona-Situation bei den Mattenfüchsen im Land.

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Harte Zeiten für Ringkämpfer: Alle Turniere und Meisterschaften der Kampfsportler sind coronabedingt in den zurückliegenden Monaten ausgefallen. An ein ringerspezifisches Training ist in der Pandemie nicht zu denken. Doch das ändert sich. Über Lockerungen, Hygienekonzepte, ab Herbst anstehende Liga-Wettbewerbe sowie eine fragwürdige Altersbeschränkung für das Training spricht Brandenburgs Ringer-Verbandspräsident Danny Eichelbaum im SPORTBUZZER-Interview.

Herr Eichelbaum, wie geht es der Sportart Ringen nach fast vier Monaten Shutdown? Das Training musste kontaktlos sein, für einen Kampfsport ja eher untypisch.

Danny Eichelbaum: Auch im Sport liegen hinter uns schwere und harte Wochen, aber unsere Jungs und Mädels haben das Beste daraus gemacht. Sie haben sich in der Zeit des Lockdowns auf Kraft- und Ausdauertraining konzentriert. Viele Sportler hat man in dieser Zeit mit Inlineskatern oder dem Rad auf der Flämingskate angetroffen. Zwischenzeitlich haben wir auf Verbandsebene ein Hygienekonzept erarbeitet und im engen Kontakt mit unseren Partnern im Land einen Plan für weitere Lockerungen im Ringkampfsport entwickelt, der mit der Landesregierung besprochen und umgesetzt wurde. So konnten als erstes unsere Spitzenathleten im Bundesstützpunkt Frankfurt (Oder) mit dem Training beginnen, es folgte die Wiederaufnahme des Vereinssports mit Abstandsregeln und in dieser Woche konnte endlich wieder in allen Vereinen mit dem Ringkampftraining begonnen werden, wenn auch nur begrenzt für Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 27 Jahren.

Der Jüterboger Danny Eichelbaum (CDU) ist Präsident des Ringer-Verbandes Brandenburg (RVB) und Landtagsabgeordneter.
Der Jüterboger Danny Eichelbaum (CDU) ist Präsident des Ringer-Verbandes Brandenburg (RVB) und Landtagsabgeordneter. © Privat
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Wie wird es in Sachen Wettkämpfe und Meisterschaften beziehungsweise in den jeweiligen Ligen weiter gehen? Wird beispielsweise die Regionalliga Mitteldeutschland später starten und es Kampftage bis ins neue Jahr hinein geben?

Alle Wettkämpfe und Meisterschaften sind zunächst bis zum Herbst ausgesetzt. Der Weltverband UWW hat jedoch die Weltmeisterschaften für Dezember vorgesehen. Ich weiß, dass sich viele Fans und vor allem auch unsere Ringer auf die Mannschaftswettkämpfe sehr freuen. Der Gesundheitsschutz geht aber vor. Wir müssen alles dafür tun, dass bei Wettkämpfen die Ansteckungsgefahr, soweit wie möglich, ausgeschlossen werden kann. In der Regionalliga Mitteldeutschland haben wir die Situation mit unseren Vereinen in Brandenburg, Sachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen besprochen. Der Saisonstart im September wird ausgesetzt. Am 17. August 2020 werden wir auf Präsidentenebene entscheiden, ob die Regionalliga im Oktober starten kann, bis dahin werden die Wettkampfordnung coronabedingt angepasst und die Hygienekonzepte in den Vereinen weiterentwickelt. Über den Start der Bundesliga wird bereits Ende Juli entschieden.

In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Corona-Regeln. Sehen Sie darin eine Wettbewerbsverzerrung? Sind die Brandenburger Regional- und Oberligateams eventuell dadurch benachteiligt?

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Richtig ist, dass die Regelungen und Lockerungen im Sport, wie in vielen anderen Bereichen, in den Bundesländern sehr unterschiedlich umgesetzt wurden, das gilt auch für den Zweikampfsport. Ich hätte mir gerade in Ostdeutschland aufgrund des bisherigen geringen Infektionsgeschehens einheitliche Richtlinien gewünscht. Wenn dann auch in Brandenburg die Altersbegrenzung beim Ringen aufgehoben wird, sehe ich keine Benachteiligung unserer Ringer, die im Übrigen topfit sind!

Seit ein paar Tagen dürfen Athleten und damit auch Ringer bis 27 Jahren in Brandenburg wieder „richtig“ trainieren. Wie erklären Sie diese Altersbegrenzung? Gehören ältere Sportler schon zur Corona-Risikogruppe?

Die Altersbegrenzung kann ich leider auch nicht nachvollziehen, denn das Infektionsrisiko beispielsweise bei einem 31-jährigen Sportler ist ja nicht anders als bei einem 27-jährigen Sportler. Ich gehe aber davon aus, dass die Landesregierung in der nächsten Woche diese Altersbegrenzung aufheben wird.