20. Juli 2021 / 18:26 Uhr

Lindower Regatta-Segler: Souveränität des Ixylon-Cups weckt Begehrlichkeiten

Lindower Regatta-Segler: Souveränität des Ixylon-Cups weckt Begehrlichkeiten

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
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Volker Schön (l.) und Andreas Schickel waren einmal mehr nicht zu bezwingen. © Marius Böttcher
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Der ausrichtende Verein aus der Drei-Seen-Stadt um seinen Vorsitzenden Tony Groche hat sich als Ausrichter für nationale Titelkämpfe ins Gespräch gebracht.

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25 Crews und dementsprechend 50 Besatzungsmitglieder tappten am Sonntagmittag in Lindow im Dunkeln, ein Duo genoss dagegen seine Wiederholungstat. Wie Volker Schön und sein Vorschoter Andreas Schickel zu besiegen sind, blieb nach dem 6. Ixylon-Cup der gastgebenden Regatta-Segler nämlich weiter ein Geheimnis. „Die Frage haben wir uns alle gestellt“, gibt Tony Groche schmunzelnd zu. Der Vereinschef der Lindower Regatta-Segler (LRS) versuchte zumindest, eine Erklärung für die Dominanz der Seriensieger vom Sternberger Seglerverein (Mecklenburg-Vorpommern) zu finden: „Sie sind ein eingespieltes Team, segeln seit über 20 Jahren zusammen in einer Ixylon und deren Boot ist super getrimmt.“ Viermal gewann die Crew eine Wettfahrt, das einzige Streichergebnis war ein zweiter Platz, am Gesamterfolg gab es keine Zweifel.

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Obwohl die Titelverteidiger den Wanderpokal wieder mitnehmen durften, zog Groche ein positives Fazit nach der traditionellen Ranglistenregatta auf dem Gudelacksee. „Das Wochenende hätte kaum besser laufen können. Die Wetter- und Windbedingungen waren ideal“, resümierte der 53-Jährige. 26 Boote und damit sechs weniger als im Vorjahr, als der Ixylon-Cup einen neuen Teilnehmerrekord aufstellte, wurden für die insgesamt fünf Wettfahrten am Sonnabend und Sonntag gemeldet. „2020 war unsere Regatta die erste nach dem Corona-Lockdown. Man kann nicht immer nur Rekorde brechen, 26 ist eine tolle Zahl, bei der Landesmeisterschaft vor zwei Wochen in Brandenburg an der Havel waren auch nicht mehr dabei“, so Groche.

In Bildern: 6. Ixylon-Cup der Lindower Regatta-Segler

Die traditionelle Ranglistenregatta des 2015 gegründeten Vereins lockte bei tollen Windbedingungen fast 30 Boote auf den Gudelacksee. Zur Galerie
Die traditionelle Ranglistenregatta des 2015 gegründeten Vereins lockte bei tollen Windbedingungen fast 30 Boote auf den Gudelacksee. © Marius Böttcher

Das jeweilige Boot, auf dem die vielen Segel-Asse in einem Dreieckskurs unterwegs waren und bei Top-Voraussetzungen um die vordersten Plätze kämpften, ist eine Ixylon – die einzige DDR-Bootsklasse, die bis heute überlebt hat. Neben Schön/Schickel wussten auch die Gastgeber sportlich zu überzeugen: Mike Bartel und Partnerin Claudia Müller landeten auf dem zweiten Rang, Bronze ging an Robert Mühlner und Friedrich Reuter, die für den Yachtclub Bitterfeld starten. Letzterer ist der Sohn vom LRS-Präsidenten – und auch Vater Tony Groche war an der Seite von Frank Steinmeyer mit Rang sechs glücklich. „Dafür, dass wir beide eher Vorschoter sind, ist das beachtlich.“

Auffallend gut war nicht nur die Stimmung auf dem Wasser, sondern auch an Land. Dort war bei der Eröffnung mit Bürgermeister Udo Rönnefahrt (FDP) und Amtsdirektor Danilo Lieske gar lokale Prominenz zu Gast. Kaderseglerin Sophie Elbrandt wurde für ihren zweiten Platz als Nachwuchssportlerin des Jahres 2020 in Ostprignitz-Ruppin geehrt, das neue Trainer-Schlauchboot wurde am Abend auf den Namen „Toni Maroni“ getauft. „Wir haben Vorschläge gesammelt und die Kinder eine Jury gebildet“, verrät Groche, der nicht weiß, ob sein Vorname etwas mit der Namensgebung zu tun hat: „Es sollte lustig und kinderfreundlich klingen.“

"Uns ehrt die Idee natürlich sehr"

Der Ixylon-Cup stellte sich einmal mehr als voller Erfolg heraus – nicht umsonst wird sogar überlegt, die Deutsche Meisterschaft 2025 nach Lindow zu holen. Doch Groche bremst die Euphorie: „Für 50 Boote ist der See vermutlich doch zu klein. Vielleicht fangen wir lieber mit einer Landesmeisterschaft an. Uns ehrt die Idee aber natürlich sehr.“