08. März 2021 / 17:30 Uhr

Linksverteidiger-Not beim VfL Wolfsburg! Steffen kaputt, Otavio drohen vier Spiele Sperre

Linksverteidiger-Not beim VfL Wolfsburg! Steffen kaputt, Otavio drohen vier Spiele Sperre

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wird dem VfL Wolfsburg länger fehlen: Flügelkämpfer Renato Steffen.
Wird dem VfL Wolfsburg länger fehlen: Flügelkämpfer Renato Steffen. © Boris Baschin
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Paulo Otavio, Linksverteidiger des VfL Wolfsburg, drohen nach seinem Brutalo-Foul an Munas Dabbur von 1899 Hoffenheim vier Spiele Sperre. Ebenfalls bitter: Renato Steffen wird dem Tabellendritten wegen einer schwerwiegenden Bandverletzung im linken Sprunggelenk wochenlang fehlen.

Ganz bittere Nachrichten: Flügelspieler Renato Steffen fehlt dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten aufgrund einer schwerwiegenden Bandverletzung im linken Sprunggelenk mehrere Wochen. Zudem drohen VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio nach dessen Dunkelrot-Foul an Hoffenheims Munas Dabbur vier Spiele Sperre.

Beim 1:2 am Samstag hatte Otavio in der letzten Szene des Spiels 1899-Stürmer Dabbur auf dessen Weg zum leeren VfL-Tor verfolgt (Keeper Koen Casteels war bei einer Ecke mit nach vorn gegangen) und ihn dann vorm Strafraum mit einer Art eingesprungener Beinschere ungewöhnlich brutal umgesenst. "So etwas möchte ich nicht mehr sehen", sagte Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke am Montag. Es sieht danach aus, als müsste Otavio nun vier Spiele aussetzen. Damit würde er der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner in den Partien am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Schalke 04 sowie bei Werder Bremen, gegen den 1. FC Köln und bei Eintracht Frankfurt fehlen.

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Glasner muss sich nun also überlegen, wie er den Brasilianer ersetzt - und das könnte schwierig werden. Denn Linksverteidiger-Kollege Jerome Roussillon laboriert nach wie vor an Wadenproblemen, stand sowohl beim Pokal-0:2 in Leipzig als auch am Samstag im Kraichgau nicht im Wolfsburger Kader. Alternativ könnte hinten links auch Renato Steffen spielen, das hat er schon ein paar Mal gemacht. Doch der schweizerische Nationalspieler musste beim 1:2 nach einem Zweikampf angeschlagen ausgewechselt werden. Am Montagabend gab der Klub bekannt, dass der Flügelkämpfer wegen einer Bänderverletzung längerfristig ausfalle. Steffen hat sich in einem Zweikampf mit Hoffenheims Ryan Sessegnon eine schwerwiegende Bandverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen. Nach kurzer Behandlung ging die Partie in Sinsheim für den 29-jährigen nicht mehr weiter, er musste in der 71. Minute ausgewechselt werden. Steffen fällt aus - das ist ganz bitter, zumal der Nationalspieler mit fünf Toren und vier Vorlagen nach Top-Torjäger Wout Weghorst bester VfL-Scorer ist.

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Steffen fällt aus, sollte auch Roussillon gegen das Tabellenschlusslicht nicht spielen können, müsste Glasner improvisieren - es gibt eigentlich nur zwei realistische Möglichkeiten. Eine davon heißt Yannick Gerhardt. Der 26-Jährige hatte zuletzt zwar im offensiven Mittelfeld überzeugt, blieb bei 1899 Hoffenheim aber blass, wurde zur Pause ausgewechselt. Was für Gerhardt hinten links spricht: Diese Position hat er schon öfters bekleidet, wurde 2017 mit der deutschen U21-Nationalmannschaft als Linksverteidiger Europameister. Alternativ könnte Glasner anstelle von Otavio auch Ridle Baku spielen lassen, der eigentlich auf der rechten Seite zu Hause ist und zuletzt vor Kevin Mbabu auf dem rechten Flügel auflief.

Wie auch immer sich Glasner entscheidet, Otavio ist erst mal außen vor. Entschuldigt hat sich die VfL-Frohnatur bereits, bei Instagram postete er noch in der Nacht zu Sonntag einige Zeilen. Es sei "ein Albtraum", schrieb er. Lange habe er überlegt, ob er sich überhaupt äußern solle, sei aber dann "aus Respekt vor allen, die mich unterstützen" zu dem Schluss gekommen, es zu tun. "Gott sei Dank habe ich meinen Kollegen nicht verletzt." Das Foul war ein Fehler - aber "Menschen machen eben auch Fehler". Für ihn war es der erste Platzverweis seine Karriere. "Von mir kam vorher nie etwas Böses", schrieb er.

Auch VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer hatte den Brasilianer in Schutz genommen: "Paulo ist einer der liebenswertesten Menschen, die es gibt - und eine Frohnatur sondergleichen. Das Foul war eine ganz klare Rote Karte, da wollen wir nichts schönreden. Es war eine totale Fehleinschätzung von ihm, er wird daraus lernen. Er hat sich entschuldigt, insofern sollte das erledigt sein. Man darf ihn jetzt nicht als großen Treter hinstellen, das ist er nicht."