25. August 2020 / 23:04 Uhr

Kommentar zum Messi-Abschied vom FC Barcelona: Der Superstar scheut den Neuaufbau

Kommentar zum Messi-Abschied vom FC Barcelona: Der Superstar scheut den Neuaufbau

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lionel Messi sucht sein Glück in Zukunft nicht mehr beim FC Barcelona – weil er woanders größere Chancen sieht als beim Neuaufbau mit Barça, meint <b>SPORT</b>BUZZER-Redakteur Roman Gerth.
Lionel Messi sucht sein Glück in Zukunft nicht mehr beim FC Barcelona – weil er woanders größere Chancen sieht als beim Neuaufbau mit Barça, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth. © Getty Images (Montage)
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Der Abschied von Lionel Messi vom FC Barcelona ist nahezu besiegelt. Der argentinische Superstar hat um die Auflösung seines Vertrags bei den Katalanen gebeten. Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff aus Angst vor dem Neuaufbau, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth.

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Dass die innige Liaison zwischen Lionel Messi und dem FC Barcelona einmal vorzeitig enden könnte, war lange Zeit undenkbar. Stets ging man im Fußball-Kosmos davon aus, dass der argentinische Superstar so lange beim spanischen Top-Klub aufläuft, wie ihn seine Füße tragen und zaubern lassen. Doch kaum stand ein vorzeitiger Messi-Abschied seit einigen Wochen im Raum, war das bis dahin Unvorstellbare mit zunehmender Dauer nicht mehr auszuschließen. Mehr noch: Plötzlich wäre alles andere als ein Abschied eine Überraschung gewesen.

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Das hat vorrangig einen Grund: Der Vizeweltmeister von 2014 will mit allen Mitteln verhindern, dass die spätestens nach dem 2:8-Desaster gegen den FC Bayern am Boden zerstörten Katalanen seinen Karriere-Herbst nachhaltig beschädigen. Messi hätte den Neuaufbau unter Klub-Legende Ronald Koeman anführen können, der nach dem Trauma im Champions-League-Viertelfinale gegen den späteren Sieger aus München das Zepter von Quique Setién übernahm. Barça wollte seinen "Zauberfloh" gern behalten, der noch im Achtelfinale gegen Neapel seine ganze Klasse gezeigt hatte. Allein: Dem besten Fußballer dieses Jahrtausends ist das neue Barça zu heikel.

Messi will ein Finale furioso

In der spanischen Liga war Real Madrid in dieser Saison enteilt, international reicht das ehemalige Glamour-Team nicht an das absolute Top-Niveau heran. Das ist auch Messi nicht entgangen. Beim Finalturnier von Lissabon, nach dem heftigen 2:8, schlich er frustriert und tief enttäuscht vom Platz – der FCB hatte ihm damit buchstäblich den Rest gegeben. Der viermalige Königsklassen-Gewinner strebt mit seinen 33 Jahren unbedingt ein Finale furioso an. Ihm fehlt schlichtweg die Überzeugung, dies trotz 20 überaus erfolgreichen Jahren mit 35 (!) Klub-Titeln bei Barcelona zu erleben.

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Nach 20 Jahren will Lionel Messi den FC Barcelona verlassen. Der SPORTBUZZER zeigt die Meilensteine seiner Karriere bei den Katalanen. ©

Eine Vereinslegende ist Messi schon. Das Ende ohne einen einzigen Wechsel als Profi war greifbar. Stattdessen geht er den Weg anderer Barça-Kultspieler wie Xavi oder Andrés Iniesta, die ebenfalls in fortgeschrittenem Alter abwanderten. Der Reiz des Neuen scheint auch für Messi größer – und die Chance auf weitere erfolgreiche Jahre schätzt er woanders höher ein als beim Projekt Koeman.