04. September 2020 / 20:26 Uhr

Lionel Messi rechnet mit Barcelona-Präsident Bartomeu ab: "Hat sein Wort nicht gehalten"

Lionel Messi rechnet mit Barcelona-Präsident Bartomeu ab: "Hat sein Wort nicht gehalten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Lionel Messi (rechts) geht Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu hart an.
Lionel Messi (rechts) geht Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu hart an. © imago images/Agencia EFE/Montage
Anzeige

Kein Rechtsstreit gegen den Klub, den er "liebt", dafür deutliche Worte an den Präsidenten Josep Maria Bartomeu, der sein Wort gebrochen haben soll. Lionel Messi hat offen erklärt, warum er den FC Barcelona verlassen wollte.

Anzeige

Das Transfer-Theater um Lionel Messi ist beendet. Am Freitag bestätigte der Superstar im Gespräch mit goal.com und Spox, dass er eine weitere Saison beim FC Barcelona bleibt. Wohl zähneknirschend - schließlich wollte der 33-Jährige seinen Klub nach 20 Jahren unbedingt verlassen, "weil ich meine letzten Jahre als Fußballer glücklich verbringen will. Und zuletzt habe ich in diesem Klub kein Glück mehr gefunden", sprach Messi nun Klartext. Ein Grund für den Frust des sechsmaligen Weltfußballers: Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu. Im ersten Interview seit der 2:8-Niederlage seines Teams gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League warf er Bartomeu Wortbruch vor.

Zum Hintergrund: Messi hatte in der vergangenen Woche dem Klub per Einschreiben seinen Abgang angekündigt und mitgeteilt, er wolle eine Vertragsklausel ziehen, nach der er den Verein ablösefrei verlassen darf. Nach Ansicht des Klubs ist die Frist zur Ziehung der Klausel für dieses Jahr allerdings bereits im Juni abgelaufen, während die Messi-Seite argumentiert, dass die Klausel aufgrund der Corona-Verschiebung der Saison weiterhin gültig sei. "Ich war mir sicher, dass ich ablösefrei gehen könnte. Der Präsident hatte das immer so kommuniziert. Jetzt berufen sie sich darauf, dass ich meinen Wechselwunsch nicht vor dem 10. Juni geäußert habe", ärgerte sich Messi. "Aber schließlich waren wir am 10. Juni noch mittendrin im Titelkampf in La Liga, nachdem dieses fürchterliche Coronavirus die ganze Saison zerschossen hatte."

Mehr vom SPORTBUZZER

Messis Reaktion? Er schwänzte den Corona-Test des Teams und alle Trainingseinheiten in dieser Woche. Laut Medienberichten drohte dem Argentinier sogar eine hohe Geldstrafe - zumal sich die spanische Liga auf die Seite des Klubs geschlagen hatte. Messis Vertrag läuft bis Juni 2021. Darin soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 700 Millionen Euro verankert sein. Vereinspräsident Bartomeu habe ihm klar gemacht, dass er jetzt nur bei Aktivierung dieser Klausel hätte wechseln können, erklärte der Weltstar nun - "und das ist unmöglich", räumte Messi, der aus Liebe zum Klub auf einen Rechtsstreit verzichten und deshalb bleiben will, ein.

Pikant: Messi behauptet nun, dass Bartomeu schon länger von den Wechselabsichten den Barcelona-Kapitäns Kenntnis hatte. "Ich hatte dem Präsidenten das ganze Jahr über gesagt, dass ich gehen will. Dass die Zeit da sei, mir neue Ziele zu setzen in meiner Karriere", sagte Messi. "Der Präsident hat mir immer versichert, dass ich am Ende der Saison entscheiden könne, ob ich gehen oder bleiben will. Am Ende hat er sein Wort nicht gehalten."

Messi habe zwar "immer gesagt", dass er seine Karriere in Barcelona beenden wolle. Ein "sehr schwieriges Jahr" habe ihn aber umgestimmt. "Ich litt viel - im Training, in den Spielen, in der Kabine." Die Pleite gegen die Bayern sei "nicht der alleinige Auslöser" gewesen. „Ich hatte schon sehr lange darüber nachgedacht", gab der viermalige Champions-League-Sieger nun zu. "Ich glaubte, dass es Zeit sei, zu gehen. Dass der Verein mehr junge Spieler braucht, neue Spieler." Er entschied sich letztlich trotz "Drama" in der Familie dazu, den Schritt zu wagen und Barcelona seinen (nun abgeschmetterten) Wechsel-Wunsch mitzuteilen. "Die ganze Familie begann zu weinen, meine Kinder wollten nicht weg aus Barcelona und auch nicht die Schule wechseln müssen."

Nun bleibt Messi doch noch für mindestens eine Saison in Barcelona, das sich mit dem neuen Trainer Ronald Koeman im Umbruch befindet. "Ich werde bei Barca weitermachen und meine Einstellung wird sich nicht ändern - ganz egal, wie sehr ich gehen wollte", erklärte der Fan-Liebling nun. "Ich will immer das Beste für den Klub, meine Mitspieler und mich selbst." Doch wie es nun weitergehen wird, wisse Messi selbst nicht. "Ein neuer Trainer ist da mit neuen Ideen. Das ist gut, aber wir werden sehen müssen, wie das Team es annimmt und ob wir damit auf höchstem Level wettbewerbsfähig sind."