26. August 2020 / 14:10 Uhr

Barcelona-Sportdirektor über Messi: "Zählen auch in Zukunft auf ihn" – Vertragsstreit droht

Barcelona-Sportdirektor über Messi: "Zählen auch in Zukunft auf ihn" – Vertragsstreit droht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Barcelonas Sportdirektor Ramon Planes glaubt, dass Lionel Messi auch in Zukunft für den Klub spielen wird.
Barcelonas Sportdirektor Ramon Planes glaubt, dass Lionel Messi auch in Zukunft für den Klub spielen wird. © Peter Schatz / Pool
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Die Vorstellung von Neuzugang Trincao geriet beim FC Barcelona am Mittwoch zur Nebensache - zu einschneidend ist der drohende Verlust von Weltfußballer Lionel Messi, der seinen Abschied angekündigt hat. Barca-Sportchef Ramon Planes hat den Kampf um den 33-Jährigen aber nicht aufgegeben und bleibt optimistisch.

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Eigentlich hatte Ramon Planes am Mittwoch eine sehr angenehme Aufgabe: der Sportdirektor des FC Barcelona stellte den jungen Neuzugang Trincao vor, den die Katalanen zu Beginn des Monats für 31 Millionen Euro vom SC Braga verpflichtet hatten. Die Präsentation des 20-Jährigen geriet angesichts der momentanen Lage jedoch zur Nebensache - denn der angekündigte Abschied von Superstar Lionel Messi ist für Barca eine herbe Zäsur, der Klub befindet sich seit Dienstagabend im Krisenmodus.

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Planes versuchte, trotz der Negativ-Schlagzeilen rund um die Zukunft des Weltfußballers Fassung zu bewahren - und sogar Optimismus zu versprühen. Natürlich sei die Abschieds-Drohung Messis "die wichtigste Nachricht des Tages", sagte der 52-Jährige. Dennoch sei noch gar nicht klar, ob Messi überhaupt gehe. "Wie wir oft genug gesagt haben, auch Koeman (der neue Trainer, d. Red.) und der Präsident (Josep Maria Bartomeu), zählen wir auch in Zukunft auf Messi, genauso wie wir auf Trincao als Talent für die Zukunft setzen."

Zukunft von Messi noch unklar - Klausel wird zum Streitpunkt

Die Bosse des FCB gehen demnach "davon aus, dass er (Trincao) an der Seite des besten Spielers der Geschichte und der Welt spielen wird", sagte Planes weiter. "Unser Plan ist, ein Team um den wichtigsten Spieler der Welt aufzubauen." Der Wunsch von Barcelona sei klar: Messi soll weiterhin für die Katalanen spielen.

Nach dem "Urknall" vom Dienstagabend ist noch vollkommen unklar, wie es mit Messi und Barcelona weitergeht. Fakt ist, dass der 33-Jährige dem spanischen Spitzenklub mitgeteilt hat, den Verein verlassen zu wollen. Er möchte eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen und ablösefrei wechseln könne, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Ob der Passus im Kontrakt wirklich greift, bleibt jedoch offen.

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Laut den Berichten sei die für den Blitz-Abschied benötigte Klausel in Messis Vertrag schon am 10. Juni abgelaufen – aber der Barca-Superstar soll die Situation aufgrund der widrigen Umstände rund um die Corona-Pandemie anders einschätzen. So gehe Messi davon aus, dass die Klausel wegen des späten Saisonendes verzögert gezogen werden kann. Der FCB hält offenbar dagegen: die Frist sei abgelaufen. Demnach fordere der Klub die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 700 Millionen Euro für den wohl besten Spieler der Welt.

Planes: "Arbeiten seit vielen Stunden an einer Lösung"

Man beschäftige sich zurzeit nicht mit einem "vertraglichen Ausstieg", sagte Planes, "weil wir wollen, dass Messi bleibt. Intern arbeiten wir seit vielen Stunden daran, herauszufinden, was für den Klub und für Leo die beste Lösung ist."

Ein erster möglicher neuer Arbeitgeber Messis hatte sich schon am Mittwoch von einem Transfer-Vorstoß distanziert. Der französischen Meister Paris Saint-Germain teilte der Sport-Zeitung L'Equipe auf Nachfrage mit, dass ein Transfer des Superstars "finanziell unmöglich" sei. Man könne sich den Argentinier nicht leisten, ohne gehörige Probleme mit dem Financial Fairplay (FFP) zu bekommen, hieß es weiter.