22. Januar 2020 / 15:55 Uhr

Lipsia Eutritzsch und der SSV Markranstädt ringen um die Spitze

Lipsia Eutritzsch und der SSV Markranstädt ringen um die Spitze

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
SSV Markranstädt im Testspiel gegen den FC Grimma.
SSV Markranstädt im Testspiel gegen den FC Grimma. © Karsten Hannover
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Knapp ist es an der Spitze der Landesklasse Nord. Noch steht Lipsia auf Platz eins, doch hat Markranstädt ein Spiel weniger. Im Tabellenkeller dagegen zeichnet sich ein klares Bild ab, denn mit Bennewitz und Wurzen stehen wohl schon die ersten Absteiger fest.

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Leipzig. Genau genommen ist sie noch gar nicht vorbei, die Hinrunde der Fußball-Landesklasse. Und so kann man noch nicht genau sagen, wer Herbst- beziehungsweise Wintermeister ist. Auf den ersten Blick darf sich Lipsia Eutritzsch so nennen, auf den zweiten der SSV Markranstädt. Denn der Sachsenliga-Absteiger hat ebenso wie einige andere Teams noch ein Spiel (Krostitz sogar zwei Partien) nachzuholen. „Markrans“ könnte also am 15. Februar angesichts des Ein-Punkte-Rückstandes auf Lipsia mit einem Sieg gegen den bislang erstaunlich schwachen HFC Colditz noch an den Eutritzschern vorbeiziehen. Eine Woche später – zum Ende der Winterferien – startet ganz regulär die Rückrunde.

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Der FC Grimma gewinnt das Testspiel gegen den SSV Markranstädt mit 2:0. Zur Galerie
Der FC Grimma gewinnt das Testspiel gegen den SSV Markranstädt mit 2:0. © Karsten Hannover
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Beide Top-Teams sehen das Rennen um die Tabellenspitze in der Winterpause als Momentaufnahme, der gegenseitige Respekt ist zudem groß. Im hochklassigen Topspiel gegeneinander trennten sie sich 0:0. Die einzige Saisonniederlage erlitt der SSV bei Roter Stern, und zwar mit 1:2. Lipsia verließ den Platz dreimal als Verlierer, spielte aber weniger remis. „Mit über 30 Punkten muss man zufrieden sein, aber man findet freilich immer Kritikpunkte“, sagt Dirk Havel, der Lipsia seit letztem Sommer trainiert. „Wir haben schnell zueinander gefunden, unsere Trainingsbeteiligung und -qualität ist sehr gut.“ Deshalb habe man viele Spiele in der letzten halben Stunde mit guter Physis für sich entscheiden können. Und Havel ergänzt: „Es ist eine verschworene Truppe, das gefällt mir gut.“

SG LVB mit Hoffnung auf Klassenerhalt

Auch SSV-Coach Olaf Brosius hat kaum Grund zu Kritik: „Mit der Hinrunde bin ich superzufrieden. Wir haben mit 36:5 ein sensationelles Torverhältnis, gute Pokalspiele gezeigt und junge Spieler herangeführt. Reserven haben wir noch in der Trainingsbeteiligung.“ Die Frage nach dem möglichen Aufstieg, also nach der Rückkehr in die Sachsenliga, beantworten beide Trainer mit dem Verweis, dass dies mit dem Vereinsvorstand abgestimmt werden müsse. „Den Meistertitel will die Mannschaft auf jeden Fall“, weiß Brosius.

Hinter dem Top-Duo spielt Neuling Tapfer eine starke Rolle. Der Leipziger Stadtmeister schnellte gleich auf Rang drei. Auch der Radefelder SV und Roter Stern wussten zu überzeugen. Dagegen ist das bisherige Abschneiden des VfB Zwenkau, der Aufstiegsabsichten hegte, enttäuschend. Der Trainerwechsel von Walid Malkawi (ist jetzt bei Rotation 1950) zu Bernhard Oelßner soll Besserung bringen.

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Im Tabellenkeller stecken mit Frisch Auf Wurzen und Neuling Blau-Weiss Bennewitz zwei „Muldentaler“ fast unrettbar fest. Der Drittletzte LVB hat, wenngleich schlechtestes Leipziger Team, noch Kontakt zum Tabellenmittelfeld und mithin berechtigte Hoffnung auf den Liga-Verbleib.

Statistik

Die besten Torschützen der LVZ Post Landesklasse Nord – so der offizielle Name der Liga – sind derzeit Christian Bettfür (Krostitz) und Martin Schwibs (Colditz) mit jeweils 15 Treffern vor Martin Herzog (Roter Stern), Oliver Kober (Tapfer) und Jonas Walther (LVB) mit je 13.

Bestes Heimteam ist Roter Stern, hat aber zu Hause schon zwei Partien mehr ausgetragen als der nach Heimspielen Zweitplatzierte Tapfer. Markranstädt blieb daheim gar ungeschlagen, liegt aber wegen der erst sechs Heimpartien nur auf Rang sechs. Auswärts glänzten Markranstädt und Lipsia mit je 19 Zählern aus acht Spielen besonders. Dagegen holten Wurzen und Bennewitz in der Fremde nur je zwei Punkte, blieben also sieglos.

Die Zuschauerzahlen sind ernüchternd. Einzig Roter Stern ragt wieder heraus, Das Team aus dem Leipziger Süden rettet mit seinem treuen Anhang die Besucher-Quote. 2769 Zuschauer kamen zu den Heimspielen der auf Rang fünf überwinternden Schützlinge von Trainer Marcus Bieleit, das sind 346 pro Spiel. Der Liga-Schnitt lag dennoch nur bei knapp 100. Ausgerechnet Schlusslicht Bennewitz folgt Roter Stern auf Rang zwei, allerdings mit großem Abstand, 148 kamen pro Heimspiel beim Aufsteiger. Radefeld kam auf 118, Wurzen auf 102, alle anderen blieben unter dem Schnitt von 100. Das Derby zwischen Bennewitz und Wurzen sah mit 506 Besuchern den bisherigen Saisonrekord.

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