05. Mai 2020 / 18:00 Uhr

Lisa Gründing macht Schluss: "Wenn ich zurückschaue, bin ich sehr, sehr zufrieden"

Lisa Gründing macht Schluss: "Wenn ich zurückschaue, bin ich sehr, sehr zufrieden"

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Lisa Gründing (l.) hatte in der vergangenen Saison oft Grund zum Jubeln mit dem SC Potsdam. 
Lisa Gründing (l.) hatte in der vergangenen Saison oft Grund zum Jubeln mit dem SC Potsdam.  © Verein
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Mittelblockerin und Nationalspielerin Lisa Gründing vom Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam beendet ihre Karriere im Alter von 28 Jahren.

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Sie war die dienstälteste Spielerin beim SC Potsdam und daher auch so eine Art Gesicht und Aushängeschild des Volleyball-Bundesligisten. Nun beendet Lisa Gründing ihre sportliche Karriere.

„Der Entschluss war keine spontane Aktion und hat auch nichts mit dem vorzeitigen Saisonabbruch aufgrund der Corona-Krise zu tun“, sagte die 28-Jährige. „Aber ich sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt. Ein entscheidender Auslöser war sicherlich die verpasste Olympia-Qualifikation im Januar.“ Dort hatte sie mit der deutschen Nationalmannschaft in den Niederlanden im Finale gegen die Türkei mit 0:3 verloren und das Tokio-Ticket verpasst, nachdem die Türkinnen im Auftaktspiel in der Vorrunde von den Deutschen noch überraschend mit 3:1 besiegt worden waren. „Das war schon sehr bitter. Olympia war noch mal ein großer Traum von mir, nachdem ich einen ganzen Olympia-Zyklus daraufhin gearbeitet hatte“, unterstrich die Mittelblockerin.

Geboren in Burgwedel in Niedersachsen kam sie 2011 vom Zweitligisten SC Langenhagen zum Erstligisten SC Potsdam. Damals war sie noch auf der Annahme-Außen-Position aktiv. Aus der Personalnot heraus wurde sie 2014 unter dem damaligen Trainer Alberto Salomoni zur Mittelblockerin umgeschult – mit Erfolg. „Es hat bei mir zwar lange gedauert, aber wenn ich zurückschaue auf meine Karriere, dann bin ich sehr, sehr zufrieden“, stellte Lisa Gründing klar, dass sie mit sich im Reinen sei.

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Nur ein kleiner Wermutstropfen bleibe. „Es wäre schon schöner gewesen, wenn wir die Saison noch hätten zu Ende spielen können. Wir waren auf einem sehr guten Weg, hatten ein sehr gutes Team. Aber das lässt sich aus den bekannten Gründen nun nicht ändern.“

2017 und 2019 spielte sie mit der Nationalmannschaft unter anderem bei den Europameisterschaften, 2018 nahm sie an den Weltmeisterschaften teil. 2018/19 war sie für eine Saison zu den Ladies in Black Aachen gewechselt, mit denen sie wie der SC Potsdam den Bronzeplatz in der Meisterschaft belegte. Außerdem agierte sie mit den Aachenerinnen im Challenge-Cup und dann 2019 mit dem SCP im CEV-Cup. Lisa Gründing meinte über ihre acht Spielzeiten in Potsdam: „Jedes Jahr hatten wir eine andere Mannschaft und es hat mir immer wieder Spaß gemacht. Ich habe mich von Anfang an hier sehr wohl gefühlt, auch in der Stadt. Daher bin ich auch froh darüber, dass ich weiter in Potsdam leben werde. Hier habe ich meinen Freundeskreis.“

Zum Durchklicken: Das ist der Volleyball-Kader des SC Potsdam 2019/20.

Das Volleyball-Team des SC Potsdam ist mit zwei Siegen in die Saison 2019/20 gestartet. Zur Galerie
Das Volleyball-Team des SC Potsdam ist mit zwei Siegen in die Saison 2019/20 gestartet. © Kathleen Friedrich

Sportdirektor Toni Rieger würdigte das langjährige Wirken der 1,85 Meter großen Spielerin mit der Trikotnummer 9 für den SC Potsdam: „Schade, dass sie aufhört, aber ich kann ihre Entscheidung verstehen. Sie hat ein Berufsangebot erhalten und wird 29 Jahre alt. Wir sind Lisa äußerst dankbar, dass sie ihr letztes Jahr noch mal in Potsdam gespielt hat und abgesehen von dem einjährigen Ausflug nach Aachen hat sie fast ihr gesamtes Volleyballleben in Potsdam verbracht. Das hat uns gezeigt, dass sie sich bei uns, in der Stadt und mit den Fans wohl gefühlt hat. Sie hat bei uns mehrere Trainer erlebt und wurde unter Trainer Davide Carli Nationalspielerin, wo sie damals ihre Position als Mittelblockerin fand. Lisa hat gezeigt, dass man im Sport nie aufgeben soll, denn es gibt immer wieder eine Chance, wenn man daran glaubt. Sie hat in der abgelaufenen Saison gezeigt, dass sie zu den besten Mittelblockerinnen in Deutschland gehört. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass wir Lisa in der kommenden Saison in der Halle oft begrüßen können.“

Lisa Gründing, die BWL studiert hatte und nun im Gesundheitsmanagement arbeitet, sagte: „Es ist natürlich immer schwer, den richtigen Moment zu finden. Jedoch ergab sich jetzt für mich die Möglichkeit, direkt in das Berufsleben einzusteigen. Ich freue mich auf meine neuen bevorstehenden Herausforderungen und Aufgaben.“