11. März 2020 / 23:33 Uhr

Llorente schockt Klopp: Atlético Madrid wirft Titelverteidiger Liverpool im Achtelfinale raus

Llorente schockt Klopp: Atlético Madrid wirft Titelverteidiger Liverpool im Achtelfinale raus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp (l.) ist mit Liverpool im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Atléticos Held war Joker Marcos Llorente, hier beim Torjubel mit Alvaro Morata.
Jürgen Klopp (l.) ist mit Liverpool im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Atléticos Held war Joker Marcos Llorente, hier beim Torjubel mit Alvaro Morata. © Getty
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Die Champions League bekommt einen neuen Sieger: Vorjahressieger FC Liverpool scheiterte nach Verlängerung an Atlético Madrid, das in der Extrazeit durch Joker Marcos Llorente einen Zwei-Tore-Rückstand spektakulär drehen konnte und das vierte Ticket für das Viertelfinale der Königsklasse löste.

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Nach einem spektakulären Drama in der Verlängerung hat Titelverteidiger FC Liverpool den Einzug ins Achtelfinale der Champions League letztlich klar verpasst. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp verlor in Anfield nach 120 Minuten trotz zwischenzeitlicher 2:0-Führung mit 2:3 (1:0) gegen Atlético Madrid, nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel in der spanischen Hauptstadt reichte das nicht für den Einzug ins Viertelfinale. In der regulären Spielzeit hatte Georginio Wijnaldum (43.) Liverpool in Führung geschossen, anschließend biss der wohl künftige englische Meister sich an den iberischen Defensiv-Strategen jedoch weitgehend die Zähne aus.

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Erst in der Nachspielzeit gab es wieder Tore: der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino (94.) traf zum 2:0, der eingewechselte Marcos Llorente (97.) erzielte nach einem schlimmen Fehler von Liverpools Ersatztorwart Adrian (der den verletzten Alisson Becker vertrat) das erste Atlético-Tor. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff schoss der frühere Real-Profi gegen eine kaum existente Reds-Abwehr den entscheidenden zweiten Treffer. Alvaro Morata (120.) steuerte noch den dritten Atlético-Treffer bei. Welttrainer Jürgen Klopp hat nun keine Chance mehr, seinen Titel in der Königsklasse zu verteidigen - ihn ereilte das gleiche Schicksal wie seinen Ex-Klub Borussia Dortmund, der in Paris ausschied.

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Anders als im Parallelspiel zwischen PSG und dem BVB, das ohne Zuschauer stattfand, konnte Liverpool beim "Unternehmen Ergebnisumkehr" auf seine Fans bauen. Bei strömendem Regen hatten die Reds zunächst wie erwartet deutlich mehr Spielanteile und in der ersten Viertelstunde 70 Prozent Ballbesitz. Die beste Möglichkeit hatte aber Atlético: Felipe (18.) köpfte eine Ecke haarscharf am Liverpool-Tor vorbei. Ansonsten spielte sich sehr viel im Mittelfeld ab - was mutmaßlich genau dem Matchplan von Atlético-Trainer Diego Simeone entsprach. Die beste Möglichkeit hatte Sadio Mané (34.), dessen Abschluss allerdings zu zentral war.

Die Reds hatten nach der Niederlage im Hinspiel einen plötzlichen Form-Einbruch erlebt, gegen Kellerkind Watford (0:3) die erste Niederlage in der Premier League seit 44 Spielen kassiert und waren auch im FA Cup vorzeitig ausgeschieden. Simeone hatte in Madrid gezeigt, wie man gegen Liverpool spielen sollte - das hat auch Klopp registriert. "Atlético war beeindruckend, hat extrem Druck gemacht und in der Defensive mit herausragender Konzentration agiert. Sie haben mit Herz verteidigt, aber auch mit einer unfassbaren Konzentration."

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Titelverteidiger Liverpool scheitert an Atlético-Abwehr und Torwart Jan Oblak

Erst kurz vor der Pause konnte Liverpool den Bann brechen - nach minutenlangem Dauerdruck köpfte Georginio Wijnaldum, der im vergangenen Jahr im Halbfinale gegen den FC Barcelona der Held war, nach einer starken Flanke von Alex Oxlade-Chamberlain (43.) das 1:0, das in der Gesamtwertung den Ausgleich bedeutete. Im zweiten Durchgang machte Liverpool offensiv weiter: Oxlade-Chamberlain prüfte Atlético-Keeper Oblak mit einem Flachschuss aus der Distanz. Der Slowene war nun ständig gefördert: ob per Faustabwehr (55.) oder fünf Minuten später gegen Firmino. Auf der Gegenseite wehrte Adrian einen Schuss von Joao Felix nur ungelenk ab und konnte einen möglichen Nachschuss nur mit großer Mühe verhindern.

In der Schlussphase der Partie lief Liverpool zu Hochform auf und schnürte Atlético mit Dauerdruck in der Madrider Hälfte ein. Gefährlich war vor allem der quirlige Mané, der sich zwei Mal mit Fallrückziehern versuchte, im Abschluss aber glücklos blieb. Teilweise waren alle 22 Feldspieler in und um den Strafraum der Spanier versammelt. Dennoch hatte Liverpool in dieser Phase auch Glück: mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit köpfte Saul Atlético vermeintlich ins Viertelfinale, er stand dabei jedoch im Abseits.

Liverpool kollabiert: Llorente und Morata treffen in der Verlängerung

War die reguläre Spielzeit noch verhältnismäßig torarm, holte die Verlängerung dieses Versäumnis spektakulär nach. Schon nach vier Minuten musste Oblak den Ball aus dem Tor klauben, nachdem der frühere Hoffenheimer Robero Firmino das 2:0 erzielte. Die Vorentscheidung war das allerdings nicht - ein Tor reichte Atlético wegen der Auswärtstorregel.

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Und das ließ nur drei Minuten auf sich warten: Joker Marcos Llorente überwand Adrian, der zuvor einen katastrophalen Fehlpass spielte und Madrid so die Torchance ermöglichte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte machte der Spanier dann mit seinem zweiten Treffer alles klar - nach einem Konter verteidigten Gomez und Henderson nur alibimäßig und ermöglichten Llorente so einen freien Schuss zum 2:2 - das Aus für Liverpool. In der Schlussminute schoss Morata sogar noch das dritte Tor für die Spanier.