07. Mai 2019 / 22:55 Uhr

Ein Comeback für die Ewigkeit: Liverpool schockt Barcelona und steht im Finale

Ein Comeback für die Ewigkeit: Liverpool schockt Barcelona und steht im Finale

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Georginio Wijnaldum hat Liverpool mit zwei Treffern zum zwischenzeitlichen 3:0.
Georginio Wijnaldum hat Liverpool mit zwei Treffern zum zwischenzeitlichen 3:0. © Getty
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Wer hätte das gedacht? Mit einer furiosen Tour de Force hat der FC Liverpool die Sensation geschafft und das Ticket für das Finale der Champions League gelöst. Die unwahrscheinlichen Helden: Der Ex-Wolfsburger Divock Origi und Joker Georginio Wijnaldum. Der FC Barcelona ist nach dem Debakel erneut geschlagen.

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Der FC Liverpool hat sich in einer magischen Nacht in Anfield entgegen aller Erwartungen noch für das Finale der Champions League qualifiziert und ohne die Superstars Mohamed Salah und Roberto Firmino dem FC Barcelona einen vernichtenden Schlag zugefügt. Die Katalanen, die das Hinspiel im Camp Nou mit 3:0 gewonnen und schon wie der sichere Finalist ausgesehen hatten, verloren in Liverpool mit 0:4 (0:1) und verpassten somit erneut das Endspiel. Die Tore für die teilweise entfesselt aufspielenden Engländer machten zwei unwahrscheinliche Helden: Die Doppeltorschützen Divock Origi, der in der vergangenen Saison noch mit Wolfsburg in der Relegation gegen Holstein Kiel gespielt hatte, und Joker Georginio Wijnaldum.

„Das sind Mentalitäts-Giganten. Das ist verrückt. Ich hoffe, dass ich mich in 50 Jahren daran noch erinnern kann. Das ist eine außergewöhnliche Nacht, das haut dich um. Die Jungs haben es gemacht“, schwärmte Liverpools Trainer Jürgen Klopp und fügte hinzu: „Wir hatten nach dem Spiel in Barcelona schon das Gefühl, dass noch was drin ist. An die Chance habe ich geglaubt. Nicht daran, dass es klappt.“

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Liverpool hat es geschafft und viele Kritiker Lügen gestraft. Die Reds besiegen den FC Barcelona mit 4:0 und stehen zum zweiten Mal in Folge im Endspiel der Champions League. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Reaktionen der internationalen Medien. Zur Galerie
Liverpool hat es geschafft und viele Kritiker Lügen gestraft. Die "Reds" besiegen den FC Barcelona mit 4:0 und stehen zum zweiten Mal in Folge im Endspiel der Champions League. Der SPORTBUZZER zeigt die Reaktionen der internationalen Medien. ©

Die Partie begann mit einer irren Geschwindigkeit, denn Liverpool legte auch ohne Salah und Firmino los wie die Feuerwehr und nagelte Barcelona in deren Hälfte fest. Gleich die erste Chance landete auch im Tor von Marc-André ter Stegen: Einen langen Ball aus der Liverpool-Abwehr schätzte Barcas Linksverteidiger Jordi Alba falsch ein. Der Ball landete bei Liverpools Kapitän Jordan Henderson, der sich an Piqué vorbei in den Strafraum tankte und abschloss. Seinen Schuss konnte ter Stegen zur Seite abwehren - da stand aber völlig unbewacht der Ex-Wolfsburger Origi (7.), der locker einschob.

Barcelona taut nach starker Liverpool-Anfangsphase auf

Die "Reds" hätten rasch erhöhen können, doch Origi kam nach einem schlampigen Rückpass von Roberto zu spät. Der Rechtsverteidiger der Katalanen stand auch in der nächsten Szene im Fokus. Der 27-Jährige legte Mané im Strafraum, nach Ansicht von Schiedsrichter Cüneyit Cakir aber nicht elfmeterwürdig. Und Messi? Vom Superstar war zunächst nichts zu sehen - doch das sollte sich ändern. Denn nach einer Viertelstunde schüttelte der FCB den schwachen Start aus den Knochen.

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Immer wieder kam Barcelona plötzlich gefährlich vor das Tor von Alisson Becker: Erst prüfte Messi (14.) den Brasilianer, dann war Matip gegen den Weltfußballer in letzter Sekunde zur Stelle. Untypisch für Messi: Hätte der Argentinier sofort abgezogen, wäre Alisson chancenlos gewesen. So legte er sich den Ball nochmal quer - und brauchte so einen Moment zu lange.

Doch auch Liverpool blieb dran. Ein Versuch des starken Henderson (22.) wurde von Piqué entschärft, während ter Stegen einen krummen Fernschuss von Robertson (23.) unorthodox parieren konnte. Auf der anderen Seite schoss Messi (45.+3) knapp am Kasten der "Reds" vorbei.

Van-Dijk-Großchance eröffnet überragende Liverpooler Minuten

Liverpool hatte die erste Großchance der zweiten Hälfte: Nach einem Eckball schob van Dijk (51.) den Ball mit der Hacke auf das Tor der Katalanen. Ter Stegen war auf dem Posten, parierte stark. Es sollte aber nur der Anfang eines Sturmlaufs der Engländer sein. Doch erstmal Barca: Messi setzte Suarez stark in Szene, doch der frühere Liverpool-Angreifer scheiterte eine Minute nach dem van-Dijk-Versuch am glänzend reagierenden Alisson.

Dann die Minuten, die alles veränderten - und die Uhren plötzlich auf Null stellten. Der Mann dieser Minuten war Wijnaldum. Der Holländer wurde zur Pause für den verletzten Robertson eingewechselt und zahlte das Vertrauen sofort zurück. Nach einem Sturmlauf von Rechtsverteidiger Alexander-Arnold stand Wijnaldum plötzlich in der Mitte richtig und brachte die abgefälschte Flanke des Youngsters auf das Tor. Ter Stegen sah nicht gut aus, musste den Ball aus dem Netz holen. Nur noch ein Tor zum Gleichstand - game on in Anfield!

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Und auch dieser Treffer ließ nicht lange auf sich warten. Nach passgenauer Flanke des Ex-Münchners Xherdan Shaqiri war Wijnaldum diesmal völlig ungedeckt im Zentrum - der Holländer köpfte überlegt in die linke obere Torecke. Diesmal war ter Stegen chancenlos. Kein Trost, denn plötzlich war Liverpool wieder im Spiel. Barcelona reagierte sichtlich geschockt, rappelte sich aber wieder auf - im Wissen, dass nur ein Tor reichen würde, um Liverpool vielleicht endgültig den Zahn zu ziehen. Klare Chancen waren dennoch Mangelware.

In der Schlussphase machten die "Reds" dann alles klar - und trafen Barcelona mitten ins Mark. Ausschlaggebend: Trent Alexander-Arnold, der gedankenschnell eine Ecke ausführte, als die Katalanen noch nicht bereit waren. Origi (79.) stand in der Mitte vollkommen frei und überwand ter Stegen, der ähnlich verdutzt dreinschaute wie seine Kollegen. Liverpool steht im Finale - und die Welt darf wieder an Fußball-Wunder glauben!