02. Mai 2021 / 21:29 Uhr

Liverpool-Legende geht hart mit United-Fans ins Gericht: "Dorftrottel hätte jemanden umbringen können"

Liverpool-Legende geht hart mit United-Fans ins Gericht: "Dorftrottel hätte jemanden umbringen können"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Graeme Souness hat wenig Verständnis für die Fans von Manchester United.
Graeme Souness hat wenig Verständnis für die Fans von Manchester United. © Getty Images/IMAGO/PA Images (Montage)
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Spiel-Verschiebung wegen Fan-Protesten: Aufgebrachte Anhänger von Manchester United haben dafür gesorgt, dass das für Sonntag angesetzte Topspiel gegen den Erzrivalen FC Liverpool nicht wie geplant stattfinden konnte. "Reds"-Legende Graeme Souness zeigte bei "Sky Sports" kein Verständnis für die United-Fans.

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Große Fan-Unruhen in Manchester haben zur Absage des absoluten Topspiels dieses Premier-League-Wochenendes geführt: Nach einem Platz-Sturm der Fans von Manchester United ist das Ligaspiel des Vereins gegen den FC Liverpool verschoben worden. Stunden vor dem Anpfiff hatten die Anhänger des Rekordmeisters den Rasen im Old Trafford gestürmt, um gegen die US-amerikanischen Inhaber des Klubs zu protestieren - und taten dies unter anderem, in dem sie auf dem Rasen Pyro und Feuerwerkskörper zündeten. Liverpool-Legende Graeme Souness verfolgte die Szenen in seiner Funktion als SkySports-Experte von der Tribüne und ist danach mit den United-Fans hart ins Gericht gegangen.

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So zündete ein Fan eine Leuchtrakete in Richtung des Sky-Sendestudios im Old Trafford. Souness zeigte sich schockiert: "Das hätte jemanden fürs Leben zeichnen können", kritisierte der ehemalige schottische Nationalspieler. "Wir sitzen hier und sagen, dass es richtig ist, dass sie demonstrieren, aber ein Dorftrottel hätte hier heute jemanden umbringen können." Auch eine Bierflasche sei in Richtung der Reporter geflogen. "Wenn die dich an der falschen Stelle trifft, hättest du getötet werden können", so Souness deutlich. Sky teilte nach dem Platzsturm mit, dass zudem einige Kameras am Spielfeldrand gestohlen worden seien.

Auch wenn die Fans den Platz gut eine Stunde vor dem geplanten Anpfiff wieder verlassen hatten, war die Sorge vor erneuten Unruhen während des Spiels zu groß. United teilte mit, die Entscheidung zur Absage sei wegen Sicherheitsbedenken gemeinsam von der Polizei, der Liga, den Organisatoren und den beiden Klubs getroffen worden. Der Klub erklärte, man erkenne das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest an. "Wir bedauern jedoch die Störung der Mannschaft und die Aktionen, die andere Fans, Mitarbeiter und die Polizei gefährden."

Gary Neville: "Die Fans haben gesprochen"

Zunächst hatten sich die Anhänger von Manchester United mittags vor dem Stadion versammelt. Dort protestierten sie lautstark mit Transparenten und Leuchtfackeln gegen die umstrittene Glazer-Familie, die 2005 die Mehrheit an dem Traditionsverein übernommen hatte. Schon länger sind die Fans mit den Inhabern unzufrieden. Die inzwischen verworfenen Pläne für eine europäische Super League, zu deren Initiatoren ManUnited gehört, hatten ihren Unmut noch vergrößert.

Ex-United-Profi Gary Neville, auch Experte bei Sky, bezeichnete die Aktion der Manchester-Fans zwar als "Schock", zeigte aber gleichzeitig auch Verständnis für die wütenden Reaktionen. "Die Fans haben gesprochen. Das wird nicht weggehen. Die Fans trauen den Besitzern von Manchester United nicht", analysierte der Ex-Nationalspieler Englands und rief das Land dazu auf, "sich zu vereinen, um sicherzustellen, dass es eine Reform im englischen Fußball geben wird". Nach dem Super-League-Vorstoß wird auf der Insel vermehrt über die Einführung einer ahnlichen Regel wie der 50+1-Regel in der Bundesliga diskutiert. Diese verhindert, dass ein Investor, die komplette Kontrolle über einen Klub übernehmen kann.