24. Januar 2020 / 15:45 Uhr

Liverpool-Star Salah als Beispiel: VfL-Trainer Glasner macht sich keine Sorgen um Weghorst 

Liverpool-Star Salah als Beispiel: VfL-Trainer Glasner macht sich keine Sorgen um Weghorst 

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wout Weghorst  ärgert sich über die Niederlage beim 1. FC Köln.
Wout Weghorst ärgert sich über die Niederlage beim 1. FC Köln. © imago images/Revierfoto
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Fünf Spiele in Folge hat Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst nun schon nicht getroffen. Für Trainer Oliver Glasner ist das kein Problem - schließlich würde jeder Stürmer eine solche Phase mal durchleben. Und: An Weghorsts torlosen Phase sind auch andere VfLer beteiligt.

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Der VfL und seine Tor-Flaute - in den vergangenen fünf Liga-Spielen hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist gerade mal drei Tore geschossen. Nun geht es am Samstag (15.30 Uhr) ausgerechnet gegen das Team von Trainer Jürgen Klinsmann, das in der Defensive sehr stabil steht. Hertha BSC hat in den ersten fünf Spielen unter dem ehemaligen Bayern- und Nationaltrainer gerade mal vier Gegentore kassiert - zuletzt gegen die Münchner (0:4) stand sein Team bis zur 60. Minute stabil.

Wer kann also die Tore gegen die Berliner schießen? Normalerweise ist das der Job von Stürmer Wout Weghorst. Mit elf Pflichtspieltoren ist er der beste Knipser des VfL in dieser Saison. Doch der Niederländer hat jene Symptome, die jeder Stürmer mal hat: Er trifft nicht, vergibt klare Chancen (wie in der Anfangsphase in Köln) - es wirkt so, als würde er zunehmend mit sich selbst hadern. Mittlerweile hat Weghorst schon seit fünf Ligaspielen nicht mehr getroffen. Zum Vergleich: Eine ähnliche Durststrecke hatte er in Wolfsburg zumindest in der Liga noch nicht - spätestens im fünften Spiel hatte er immer getroffen. Seit seinem Durchbruch bei AZ Alkmaar hatte er nur einmal eine Phase, in der er länger nicht getroffen hatte - 2017, damals hatte er sechs Partien auf ein Tor warten müssen.

Die Spieler des VfL Wolfsburg nach dem Auftaktspiel gegen den 1. FC Köln in der Einzelkritik

Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, bei den Gegentoren chancenlos. Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, bei den Gegentoren chancenlos. Note: 4 ©

Glasner bleibt bei Weghorst entspannt

Dennoch: Trainer Oliver Glasner macht sich um seinen Angreifer keine Sorgen und ist zuversichtlich, dass er schon bald wieder trifft. "Natürlich habe ich mit ihm darüber gesprochen. Aber diese Phasen hat jeder Stürmer mal", so der Österreicher, der den Vergleich mit Europas Top-Angreifern sucht: "Fast die gesamte Mannschaft hat am Sonntag das Spiel Liverpool gegen Manchester United geguckt. Mo Salah hat in der ersten Halbzeit eine Riesen-Chance vergeben - und am Ende macht er trotzdem das wichtige 2:0 in der Nachspielzeit."

Was er damit sagen will: Diese Situationen durchläuft jeder Stürmer mal - auch ein Weltstar wie Salah vergibt ab und an mal eine hundertprozentige Chance. Glasner: "Das weiß Wout auch. Deswegen mache ich mir auch gar keine Sorgen bei ihm."

Doch Weghorst ist kein Typ, den eine solche Tor-Flaute kaltlässt. Im SPORTBUZZER-Interview Anfang Januar hatte der 27-Jährige darüber gesprochen, wie es sich für ihn anfühlt, eine längere Zeit ohne Treffer zu bleiben: "Wenn ich vier oder fünf Spiele hintereinander nicht treffe, war ich nicht gut - da bin ich dann auch nicht zufrieden. Da macht man sich schon seine Gedanken."

Doch sind seine Zweifel überhaupt berechtigt? Nicht voll und ganz. Der Angreifer hatte zuletzt immer wieder Situationen, in denen er ein Tor hätte machen müssen. In Köln hatte er erst einen Kopfball freistehend über das Tor geköpft, danach war Köln-Keeper Timo Horn bei seinem Schuss zur Stelle. Und trotzdem ist auch klar, dass Weghorst nicht alleine für seine persönliche Tor-Flaute verantwortlich ist. Er reibt sich auf und kreiert seine Chancen teilweise sogar selbst. Seine Teamkollegen sind an dieser Stelle noch mehr gefordert, müssen ihren Top-Stürmer noch mehr in Szene setzen.

Auch Glasner meint: "Wenn wir aus fünf, sechs Chancen nur ein Tor machen, werden wir versuchen, uns neun oder zehn herauszuspielen, um so quasi die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wir mehr Tore erzielen. Das ist unsere Herangehensweise, das werden wir gegen Berlin versuchen."

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