09. Mai 2019 / 18:03 Uhr

96-Profi-Chef Martin Kind im NP-Anstoß: "Die wirkliche Liebe entsteht in der Krise"

96-Profi-Chef Martin Kind im NP-Anstoß: "Die wirkliche Liebe entsteht in der Krise"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim 115. NP-Anstoß diskutieren Dieter Schatzschneider, Martin Kind, Christoph Dannowski, Michael Richter und Andreas Willeke.
Beim 115. NP-Anstoß diskutieren Dieter Schatzschneider, Martin Kind, Christoph Dannowski, Michael Richter und Andreas Willeke. © Florian Petrow
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Beim letzten NP-Anstoß der Saison ist unter anderem Martin Kind zu Gast in der Nordkurve gewesen. Der Profi-Chef von Hannover 96 blickte in der Talkrunde auf die vergangene Saison zurück, aber auch in die Zukunft - und verriet, welche Spieler definitiv bei den Roten bleiben werden.

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Kein Wunder, dass dieses Fußballjahr so daneben ging? Es gibt Gründe. Deshalb war er ja auch da, Martin Kind, der Profi-Boss Hannover 96, um beim letzten NP-Anstoß in dieser Saison zu erklären: Wie konnte es so weit kommen und wie soll es weitergehen mit Hannovers erkalteter Alter Liebe?

Nur ein Wunder hilft

Der Klassenerhalt? Nur noch mit einem Wunder zu erreichen. „Ich wundere mich eher, bei den Möglichkeiten, Geld war da, und dann kommt immer noch so ein Mist raus“, sagte SPORTBUZZER-Experte Andreas Willeke.

Kind erinnert sich an den Start der Saison, als er nach den ersten fünf Spielen elf Punkte prognostizierte. „Na ja, das war eine taktische Aussage“, sagte Kind. „Aber es entsprach der Einschätzung von Horst Heldt und André Breitenreiter. Sie haben vielleicht die Entwicklung der Mannschaft lange verdrängt. Die Saison, das muss man sagen, war desaströs.“

115. NP-Anstoß mit Martin Kind und Dieter Schatzschneider

Impressionen vom 115. NP-Anstoß mit Martin Kind und Dieter Schatzschneider Zur Galerie
Impressionen vom 115. NP-Anstoß mit Martin Kind und Dieter Schatzschneider ©
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Sturm-Ikone Dieter Schatzschneider bescheinigt der Mannschaft „wenig Charakter, du musst ein Tier sein, gewinnen wollen, alles geben, aber diese Mannschaft ist schlecht zusammengestellt“. Experte Michael Richter vom Kicker bemängelte die Entwicklung: „Es ist keine Mannschaft draus geworden. Wenn der Trainer dann zugeben muss: Wir kriegen die Mannschaft nicht in den Griff. Dann frage ich ich mich: Was ist da in dem halben Jahr passiert?“

"Haben Geld vernichtet"

Platz 13 „wäre möglich gewesen mit dem Kader“, sagt Richter. Das klang alles ein bisschen lieblos. Kind schlug vor: „Wir sollten die Diskussion beenden. Wir sollten in die Zukunft sehen.“

Kind zog noch abgesehen vom Sportlichen einmal eine ähnlich desaströse finanzielle Bilanz: „In zwei Jahren haben wir 46 Millionen Euro investiert, mehr ist ist Hannover nicht möglich. Unter Kosten-Nutzen-Analyse betrachtet, haben wir Geld vernichtet“, sagte Kind.

Mehr über Hannover 96

Nach der Vernichtung muss 96 wieder etwas aufbauen. Mit Doll hat Kind „vereinbart, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen“. Kind sprach aber vor allem davon, „das System aufzubrechen, wir brauchen einen Neuanfang, das ist ein Risiko, aber mit dem Ziel, direkt wieder aufzusteigen“.

Kind will mehr Kompetenz

Der nächste Schritt für den 96-Chef: „Wir wollen einen neuen Sportdirektor einstellen. Wir sind mutig, ich bin zuversichtlich, dass wir eine neue Dynamik reinbekommen. Wir brauchen mehr Kompetenz und mehr Meinung.“ Aber wann?

Kind widersprach der These, 96 laufe die Zeit davon: „Wir arbeiten doch.“ Er nannte einen Typus Fußball mit Herz für 96: „Der englische Fußball ist super. Ich möchte auch offensiv spielen. Wir müssen mal akzeptieren, dass wir andere Rahmenbedingungen schaffen.“

In Bildern: Die Auf- und Abstiege von Hannover 96

Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. Zur Galerie
Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. ©

Wenn 50+1 gefallen wäre, sagte er, „gäbe es genügend Investoren. Mit 50+1 werden wir immer nur gegen den Abstieg spielen. Wer das nicht akzeptiert, der ist ein Träumer. Wir stagnieren. Wenn wir nicht bereit sind, neue Strukturen zu entwickeln, dann bleibt der deutsche Fußball Mittelmaß und 96 nicht wettbewerbsfähig.“

Maina, Weydandt, Hübers ... und?

In der Bundesliga war 96 zu oft nicht wettbewerbsfähig. Wie soll es anders werden? Welche Spieler bleiben. Linton Maina, sagte Kind, „bleibt, um das deutlich zu machen. Auch Weydandt. Es sind schon ein paar Spieler, die bleiben: Hübers bleibt auch. Über Prib und Bakalorz diskutieren wir ernsthaft.“ Zum Abschluss diskutierte die Runde ernsthaft die Voraussetzungen für das Wunder. Kind wurde dazu ein bisschen philosophisch: „Die wirkliche Liebe entsteht in der Krise.“

Re-Live: der 115. NP-Anstoß in der Nordkurve

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