09. September 2020 / 17:46 Uhr

Deutscher Meister! Waspo 98 wie entfesselt zum 11:9 gegen Spandau 04

Deutscher Meister! Waspo 98 wie entfesselt zum 11:9 gegen Spandau 04

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Meisterlicher Jubel: Waspo 98 tütet im Volksbad Limmer die deutsche Meisterschaft ein.
Meisterlicher Jubel: Waspo 98 tütet im Volksbad Limmer die deutsche Meisterschaft ein. © Florian Petrow
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Waspo 98 ist den entscheidenden Schritt zur deutschen Meisterschaft gegangen. Mit dem 11:9 fuhren die Hannoveraner am Mittwochabend im Volksbad Limmer gegen Spandau 04 den entscheidenden dritten Sieg in der Best-of-five-Serie ein. Um 19.02 Uhr durfte gefeiert werden - und Trainer Karsten Seehafer ging baden.

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Jahre hat Karsten Seehafer auf diesen Tag gewartet. Damals war er als Kapitän mit Waspo deutscher Meister im Volksbad geworden. Damals bei Sonnenschein. Gestern hat ihm der Regen nichts ausgemacht. Der Coach ist längst nass, als er das Siegerbad nehmen muss. Den vierten Spielabschnitt hat er durchgelächelt, die Sonnenbrille nimmt er nicht ab. Auch beim Sprung ins Becken nicht.

"Das erste wichtige Spiel, das ich gewinne"

Waspo 98 Hannover hat das vierte Finalspiel gegen Spandau 04 mit 11:9 (2:2, 5:3, 3:1, 1:3) gewonnen und ist deutscher Meister. „Grandios, ein tolles Team. Das war keine Eintagsfliege“, so Seehafer.

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04.

Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. Zur Galerie
Die Bilder vom vierten Play-off-Spiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04. ©

Bevor es im Nieselregen losgeht, wirft Ivan Nagaev noch einen Blick auf seine Familie und schickt sie unters schützende Zeltdach. Der Russe ist gerade erst Vater geworden, seine dritte Tochter Mariana ist erst wenige Tage alt. Erst dann kann er sich mit grimmiger Miene dem Spiel widmen.

Beide Teams sind zunächst defensiv sehr aufmerksam. Petar Muslim bringt die Gastgeber in Führung, Spandau schlägt zweimal zurück. Neuzugang Marko Macan tippt den Ball dann aus kurzer Distanz zum Ausgleich ins Netz. „Dobre, dobre!“, ruft Hannovers Co-Trainer Predrag Jokic laut. „Gut, gut!“ bedeutet das, der kroatische Weltklassemann nickt zufrieden. Die Sprachen des Balkan sind oft zu hören im Volksbad.

"Petar spielt immer weiter"

Als Muslim zu Beginn des zweiten Viertels abgebrüht zum 3:2 trifft, legt Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker eine kleine Tanzeinlage hin. „Da kann ein Krieg kommen und ein Erdbeben, Petar spielt immer weiter“, lobt Seidensticker.

Im nächsten Moment ist er jedoch stinksauer, als Spandau in doppelter Überzahl ausgleicht. „Menschenskinder, das sind doch Allerweltsfouls“, schimpft Seidensticker. Dann geht es wieder vorwärts für Waspo, Darko Brguljan trifft elegant zum 4:3 und Jorn Winkelhorst erhöht kurz darauf.

Doch die Berliner lassen sich nicht abschütteln, wenngleich Waspo-Keeper wieder eine starke Partie mit 11 Paraden spielt. Julian Real gibt nach seinem Treffer zum 6:4 Muslim die Siegerfaust, Nagaev markiert mit Gewalt das 7:5, so geht es in die Halbzeit.

Eine Kleinigkeit wird zu Beginn des dritten Abschnitts sehr wichtig: Nagaev hat das Anschwimmen gegen seinen russischen Landsmann Dimitri Kholod schon verloren, dem aber gleitet der Ball an die Seitenlinie. Waspo greift also an, Ante Corusic holt einen Strafwurf heraus. Kapitän Aleksandar Radovic verwandelt zum 8:5.

Waspo-Keeper Moritz Schenkel bekommt nach dem Finalsieg den Kopf rasiert

Brguljan erzielt den schönsten Treffer

Es folgt der schönste Treffer der Partie, und in dem Augenblick ist Waspo schon ganz dicht dran am Titel: Brguljan tankt sich durch, behält den Ball auf der Hand und erzielt das 9:5. Da verschüttet Seidensticker beim Jubeln nicht wenig Bier. Und als kurz darauf Radovic mit einem abgefälschten Distanzwurf das 10:5 markiert, ist die Partie entschieden.

Die Spandauer sind entnervt, probieren es vergeblich noch mit einer Pressdeckung. Auf 9:11 kommt der Rekordmeister heran, Real sieht noch Rot. Eine Minute vor dem Ende reißen die Spieler die Arme hoch, Seehafer und Jokic umarmen sich.

Im Re-Live: Waspo 98 - Spandau 04

"Wollen nicht wieder so lange warten"

Und ganz zum Schluss, als Radovic den Pokal gestemmt hat, schnappt sich Brguljan Seidensticker und zerrt ihm zum Becken, wo Seehafer prompt übernimmt und den Präsident ins Becken befördert. Seidensticker war vor 27 Jahren der Trainer. „Auf den nächsten Titel im Volksbad wollen wir nicht so lange warten“, sagte Seidensticker.

Waspo-Tore: Winkelhorst 2, Nagaev 2, D. Brguljan 2, Radovic 2, Muslim 2, Macan 1.