26. August 2020 / 16:40 Uhr

Hannover 96 nicht frisch im Härtetest und verliert gegen den TSV Hartberg

Hannover 96 nicht frisch im Härtetest und verliert gegen den TSV Hartberg

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Florent Muslija ist nach einer vergebenen Großchance
 am Boden.
Florent Muslija ist nach einer vergebenen Großchance am Boden. © Florian Petrow
Anzeige

Hannover 96 verliert das erste Testspiel des Trainingslagers mit 1:2 (1:0) gegen den TSV Hartberg. Im ersten Durchgang machte 96 das Spiel, doch in Hälfte zwei war der österreichische Erstligist stärker. Die Roten leisteten sich zu viele Abspielfehler.

Anzeige

Einlaufmusik, laute Rufe der Fans, Applaus von den Zuschauerrängen – so lange gab es das nicht mehr für die Profis von Hannover 96. Am Mittwoch saßen fast exakt 200 Zuschauer auf der Tribüne, darunter 30 aus Hannover. Am Bratwurststand gab´s Würschtl, Buletten, dazu Puntigamer-Bier am Stand. Irgendwie fühlte es sich nicht nach Corona-Zeiten an, zumal nicht alle Anhänger des TSV Hartberg die Abstandsregeln einhielten. Das Abstandslimit beträgt in Österreich nur einen Meter. Für die 96-Spieler gab es beim 1:2 (1:0) im Test gegen den Euro-League-Qualifikanten TSV Hartberg nur in der ersten Hälfte kein Tempolimit.

Anzeige

96-Trainer Kenan Kocak hatte schon Schlimmes befürchtet bei der Partie unter Sonne und 30 Grad Celsius. „Ich glaube nicht, dass wir die nötige Frische haben“, sagte Kocak, dem der Termin mitten im Trainingslager nicht recht passte. Nach der Halbzeit war 96 wirklich nicht ganz frisch nach flotten ersten 45 Minuten. Der Trainer begann mit den Jungspunden im Kader. Der 18 Jahre junge Simon Stehle überzeugte. Viel Tempo, viel Stress für den Gegner und eiskalt vor dem Tor.

Bilder vom Testspiel von Hannover 96 gegen den TSV Hartberg

Valmir Sulejmani
 (rechts) bedrängt seinen Gegenspieler. Zur Galerie
Valmir Sulejmani (rechts) bedrängt seinen Gegenspieler. ©

Stehle knallt den Ball rein

Valmir Sulejmani, der die ersten Riesenchance vergab (18. Minute), setzte sich gegen drei Hartberger an der Mittellinie durch, tunnelte einen Gegner, gab auf Hendrik Weydandt, der weiter auf den am besten postierten Stehle. Das Talent aus Gran Canaria hatte nun alle Möglichkeiten: Er knallte den Ball mit Wucht zum 1:0 rein (33.). Mit irrem Tempo und mit Ball zog kurz vor der Pause auch Florent Muslija an fünf Hartbergern vorbei, verzog aber den Abschluss.

Nach der Pause ließ Kocak die jungen Wilden zunächst drauf. Der neue Japaner Sei Muroya ging – ganz so viel war von ihm nicht zu sehen. Auch die erste Hälfte von Philipp Ochs sah links hinten nicht danach aus, als bräuchte 96 keinen neuen Linksverteidiger mehr.


Mehr zu Hannover 96

Zu viele Abspielfehler bei 96

Beim 1:1 nutzte Dario Tadic eine Lücke in der umgestellten 96-Abwehr (56.). Stehle spielte statt rechts vorne nun rechts hinten – das ist vielleicht nicht ganz seine Position. Offensiv ist der Torschütze der vergangenen Rückrunde in Fürth eine Tempomaschine, die 96 auch mal anschmeißen kann.

Nach einer Stunde trottete 96 den Hartbergern hinterher. Bakary Nimaga nutzte das Durcheinander zum 2:1 für Hartberg. Genki Haraguchi störte nicht genug, das Zentrum war nicht sortiert – und schon lag Hartberg vorn. Verdient zu diesem Zeitpunkt. Torchancen hatte 96 in der zweiten Hälfte nämlich keine mehr, dafür viele Abspielfehler. Dem Hartberger Publikum hat's gefallen.

Der 96-Test im Re-Live

Schindler nicht dabei

Kingsley Schindler verpasste den Test gegen Hartberg. Er hatte sich am Sprunggelenk verletzt. Auch nach einem morgendlichen Mannschaftsspaziergang wurde es nicht besser. Kenan Kocak hatte zuvor auf seinen Einsatz gehofft. Dafür war Josip Elez (Knieprobleme) wieder dabei.

96-Aufstellung, 1. Hälfte: Hansen – Muroya, Franke, Basdas, Ochs – Tarnat, Walbrecht – Stehle, Sulejmani, Muslija – Weydandt.

96-Aufstellung, 2. Hälfte: Hansen – Stehle (77. Hübers), Franke, Basdas, Tarnat – Haraguchi, Walbrecht (77. Frantz) – Evina, Sulejmani, Muslija (77. Kaiser) – Weydandt (77. Ducksch).

Tore: 1:0 Simon Stehle (33.), 1:1 Dario Tadic (52.), 1:2 Bakary Nimaga (66.).