02. September 2020 / 17:38 Uhr

Waspo 98 gewinnt erstes Duell um die deutsche Meisterschaft gegen Spandau 04

Waspo 98 gewinnt erstes Duell um die deutsche Meisterschaft gegen Spandau 04

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspos 
Petar Muslim jubelt über den Sieg im ersten Finalspiel gegen Spandau 04.
Waspos Petar Muslim jubelt über den Sieg im ersten Finalspiel gegen Spandau 04. © Florian Petrow
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Waspo 98 Hannover gewinnt das erste Finalspiel gegen die Wasserfreunde Spandau 04 mit 10:8. Jetzt fehlen dem Team von Trainer Karsten Seehafer nur noch zwei Siege zum Titel. Der Kampf um die deutsche Wasserball-Meisterschaft geht am Samstag (16 Uhr) in Berlin-Schöneberg in die nächste Runde.

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Mit Trommelwirbel hat Waspo 98 Spiel eins um die deutsche Meisterschaft gewonnen. Die Band Flying Drums begleitete erstmals die Wasserballer – so laut war es in Limmer lange nicht gewesen. Waspo schlug im mit 300 Zuschauern ausverkauften Volksbad die Wasserfreunde Spandau mit 10:8 (3:2, 2:3, 3:1, 1:1).

Mann der Partie war Petar Muslim, der den entscheidenden Treffer erzielte. „Diese Mannschaft hat Herz, das ist wichtig. Es ist nur ein Sieg, aber auch bei Spandau können wir so gewinnen“, sagte der frühere Olympiasieger. „Das war wichtig, 1:0 in der Finalserie zu führen. Wir wollen es einfach mehr“, so Trainer Karsten Seehafer.

Bilder vom ersten Finale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Waspo 98 Hannover und Spandau 04

Es geht drunter und drüber im Becken. Zur Galerie
Es geht drunter und drüber im Becken. ©

Ante Corusic muss passen

Waspo musste doch auf Center Ante Corusic verzichten, der nach einer Grippe noch nicht fit ist. Der Kroate ging zwar zunächst ins Becken, saß dann aber bedröppelt am Rand: „Es geht einfach nicht, was für ein Pech. Ausgerechnet jetzt.“ Sieben Kilo hat der Angreifer verloren. „Es wäre zu riskant gewesen, Ante einzusetzen. Es hat ihn voll erwischt“, sagte der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker.

Die Führung der Berliner glichen Matija und Darko Brguljan mit spektakulären Toren aus, Fynn Schütze brachte Waspo zum 3:2 erstmals nach vorn. Einfache Tore fielen nicht, ein jedes war gegen starke Abwehrreihen spektakulär. Beim Stand von 4:3 verpasste Tobias Preuß in doppelter Überzahl das sicher geglaubte Tor, daher blieb es spannend.

Der sehr clevere Kapitän Aleksandar Radovic sorgte mit einem Doppelpack aus der Distanz dafür, dass es zur Halbzeit 6:6 hieß. Waspo-Torwart Moritz Schenkel brachte es allein bis zur Pause auf neun Paraden, insgesamt wa­ren es zwölf.

"Die gehen auf den rauf wie die Kesselflicker"

Nach dem Wechsel trafen Jorn Winkelhorst und Darko Brguljan in Überzahl zum 8:6. Dabei kamen sich der Waspo-Star und Spandaus Torwart Laszlo Baksa ins Gehege, klatschten sich dann aber fair ab. Sonst ging es richtig zur Sache. Muslim zerriss nicht nur sich selbst auf der Centerposition förmlich, an ihm wurde auch gerissen – aber er sorgte für mächtig Wellengang und holte viele Zeitstrafen heraus. „Die gehen auf den rauf wie die Kesselflicker, Mensch!“, schnauzte Seidensticker die Schiedsrichter an. Muslim jedoch blieb beherrscht und machte keinen Fehler.

Als Ivan Nagaev an den Innenpfosten und damit zum 9:6 zielte, schien Spandau geschlagen – kam aber durch zwei individuelle Fehler im Schlussviertel auf 8:9 heran. Zwei Minuten vor dem Abpfiff war Muslim nicht zu halten und erzielte den Endstand. „Höchster Respekt. Ich an Petars Stelle wäre durchgedreht, wenn man so gegen mich gepfiffen hätte“, so Seidensticker.

Spandaus Präsident Ha­gen Stamm monierte die Torausbeute der Berliner in Überzahl: „Da treffen wir viermal am Stück nicht. Außerdem fehlen uns fünf Spieler. Und dann kannst du hier nicht gewinnen.“

Die Partie im Re-Live:

Waspo-Tore: Muslim 2, Radovic 2, D. Brguljan 2, M. Brguljan 1, Schütze 1, Nagaev 1, Winkelhorst 1.

Am Samstag (16 Uhr) und am Sonntag (14 Uhr) stehen in Berlin die Finalspiele zwei und drei an. Sollte ein viertes nötig werden, hat Waspo am nächsten Mittwoch (18 Uhr) wieder Heimrecht.