12. Januar 2020 / 09:44 Uhr

Immerhin ein kleiner Trost: TSV Havelse gewinnt den Zurich-Cup des Heeßeler SV

Immerhin ein kleiner Trost: TSV Havelse gewinnt den Zurich-Cup des Heeßeler SV

Moritz Speer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der TSV Havelse hatte beim Zurich-Cup des Heeßeler SV die Nase vorn.
Der TSV Havelse hatte beim Zurich-Cup des Heeßeler SV die Nase vorn.
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Viele schöne Tore, ein Besuch von 96-Profi Hendrik Weydandt und ein verdienter Sieger: Der Zurich-Cup des Heeßeler SV war erneut ein voller Erfolg. Und dabei hat der TSV Havelse erstmals in dieser Hallensaison die Muskeln spielen lassen. Das Team von Jan Zimmermann setzte sich gegen zahlreiche Bezirks- und Landesligisten durch.

„Wir haben heute insgesamt eine konzentrierte Leistung gezeigt – vor allem defensiv. Im Vergleich zu den letzten Turnieren, bei denen wir nicht so gut gespielt haben, war das heute eine deutliche Steigerung“, freute sich Co-Trainer Jens Jansen. Das diesjährige SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen findet trotzdem ohne den Garbsener Club statt – dafür waren die Hallenauftritte zuvor einfach zu schwach. Der Turniersieg in Heeßel ist immerhin ein kleiner Trost.

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Dass der TSV beim Zurich-Cup besonders gut aufgelegt war, wurde bereits in der Gruppenphase mehr als deutlich. In der prominent besetzten Fünfergruppe A setzten sich die Havelser souverän gegen den Koldinger SV, die TSV Burgdorf, den FC Lehrte und den TuS Davenstedt durch. Am Ende standen vier überzeugende Siege mit einem Torverhältnis von 12:1 zu Buche.

Weydandt schaut zu - Havelse marschiert durch die Gruppe

Unter den Augen vom aktuell verletzten 96-Profi Hendrik Weydandt, der sich einige Spiele des Zurich-Cups vor Ort anschaute, wurden vor allem Koldingen und der FC Lehrte – immerhin zwei Halbfinalisten – an die Wand gespielt. Beide Spiele gewann der TSV klar mit 4:0. Gegen Davenstedt (2:0) und die TSV Burgdorf (2:1) war es zwar knapper, aber nicht weniger souverän.

Ab dem Viertelfinale wurde es allerdings deutlich schwerer für die Havelser. Gegen den SV 06 Lehrte ging man zwar schnell mit 2:0 in Führung, doch der Bezirksligist steckte nicht auf, zeigte Comebackqualitäten und schaffte kurz vor Schluss noch den überraschenden Ausgleich. Im anschließenden Neunmeterschießen hatte der Regionalligist dann allerdings die besseren Nerven und zog ins Halbfinale ein.

Qualifikation zum SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen: Bilder vom Zurich-Cup des Heeßeler SV

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Lehrtes Michal Duraj  ist nicht zu stoppen. ©

TSV behält die Nerven vom Punkt

Dort kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem Koldinger SV, der auf eine Revanche für die 0:4-Peitsche in der Vorrunde aus war. Und der KSV legte los wie die Feuerwehr: Nach einer ganz starken Freistoßvariante traf Hassan Jaber zum 1:0. Der TSV hatte in der Folgezeit enorme Probleme mit den technisch starken Koldingern und fand nur schleppend ins Spiel.

Quasi aus dem Nichts traf Ilir Qela zum Ausgleich für Havelse. Und fortan lief es bedeutend besser. Nur kurze Zeit später ließ Leon Damer das umjubelte 2:1 für den TSV folgen – Koldingen schien geschlagen. Doch der letztjährige Sieger des SPORTBUZZER Masters raffte sich noch einmal auf. 50 Sekunden vor der Schlusssirene wurden die Bemühungen belohnt und Hassan Jaber erzielte sein zweites Tor und markierte den Ausgleich. Es ging für Havelse erneut ins Neunmeterschießen. Der Regionalligist hatte wieder einmal die besseren Nerven und setzte sich letztendlich mit 6:4 durch.


Ilten überrascht, aber verpasst den Turniersieg

Im Finale wartete eine Überraschungsmannschaft. Der MTV Ilten, der in den vergangenen Jahren nicht unbedingt als Hallenmacht bekannt war, spielte ein starkes Turnier und kam bis ins Endspiel. „Das lag vor allem an unserer stabilen Defensivleistung“, so Kapitän Tjelle Nolte.

In der Gruppenphase hatte es der Bezirksligist mit dem TSV Barsinghausen, dem TSV Engensen, dem SV 06 Lehrte und dem Gastgeber Heeßeler SV zu tun. Die Iltener holten in vier Spielen sechs Punkte und qualifizierten sich als Tabellendritter fürs Viertelfinale.

Dort wartete der TuS Davenstedt, der das Spielgeschehen durchweg kontrollierte, aber immer wieder an Iltens starker Defensive scheiterte. Die Partie endete torlos und musste im Neunmeterschießen entschieden werden. Dort setzte sich der MTV mit 3:2 durch.

Im Halbfinale zeichnete sich ein ähnliches Bild gegen den FC Lehrte, der den Zurich-Cup in der vergangenen beiden Jahren gewann, ab. Lehrte dominierte – ohne sich entscheidend durchsetzen zu können. Ilten lauerte auf Konter und zeigte sich eiskalt. Eine starke Kombination vollendete Julian Bank per schönem Lupfer zum 1:0. In der Folgezeit erhöhte Lehrte den Druck, wodurch sich weitere Konterchancen für den MTV ergaben. Kurz vor Schluss erhöhte Dennis Tasche auf 2:0 und machte den Finaleinzug perfekt.

Auch das Finale wird vom Punkt entschieden

Das Finale gegen den TSV Havelse ging Ilten mit der altbewährten Taktik an: Hinten sicher stehen und vorne auf entscheidende Nadelstiche hoffen. Der Schachzug ging erneut auf. Auch der Regionalligist aus Havelse biss sich am Iltener Bollwerk die Zähne aus. Nach 12 gespielten Minuten ertönte die Schlusssirene und es hieß 0:0. Der MTV hatte sich ins Neunmeterschießen gemauert. Letztendlich konnte sich der Regionalligist allerdings zum dritten Mal in Folge vom Punkt durchsetzen (4:3) und den Zurich-Cup gewinnen. Torge Bremer verwandelte den entscheidenden Neunmeter.

13 Qualifikationsturniere gibt es beim SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen - das sind die Ergebnisse

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smartphone-repair-GmbH-Cup der TSV Burgdorf ©

"Wir sind eigentlich nicht so die Hallenkicker"

„Wenn man drei Neunmeterschießen gewinnt, ist das am Ende natürlich auch ein bisschen glücklich. Aber auch diese Spiele musst du dann gewinnen“, so TSV-Co-Trainer Jens Jansen. „Das war vielleicht nicht mehr so souverän wie in den ersten drei, vier Spielen – trotzdem großes Kompliment an die Jungs.“

Trotz der der Finalniederlage war auch der Bezirksligist aus Ilten sehr zufrieden mit dem Abschneiden in Heeßel. „Wir standen hinten gut, haben ruhig gespielt und vorne haben wir ein paar schöne Tore gemacht“, freute sich Kapitän Nolte. „Wir sind absolut glücklich über die Platzierung und hätten uns gar nicht erträumt, ins Finale zu kommen. Wir sind eigentlich nicht so die Hallenkicker, gleichen das aber über das Taktische aus.“

Ilten beim Masters dabei, Havelse nicht

Die Iltener haben das Endspiel zwar verloren, dürfen aber – im Gegensatz zum TSV Havelse – in der kommenden Woche am SPORTBUZZER Masters teilnehmen. „Das war eine richtig starke Hallensaison von uns“, so Nolte. Beim Masters stecken sie sich eher kleinere Ziele: „Wir wollen ein Spiel gewinnen.“ Die Iltener dürften in jedem Fall schwer zu knacken sein…

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Sauer hält - und trifft selbst

Im Spiel um Platz drei duellierten sich der FC Lehrte und der Koldinger SV. Beide Teams verständigten sich darauf, das Duell im Neunmeterschießen zu entscheiden. Lehrtes Keeper Philipp Sauer avancierte dabei zum Helden. Erst hielt er einen KSV-Neunmeter stark und traf dann selbst zur Entscheidung – stark! Damit hat sich der Vorjahressieger immerhin ein Platz auf dem Treppchen gesichert.

Engensen ärgert die Großen, Burgdorf und Heeßel enttäuschen

Neben den vier Halbfinalisten machte vor allem der TSV Engensen, der als einziger Kreisligist beim Zurich-Cup antrat, auf sich aufmerksam. In der Gruppenphase stand am Ende ein starker zweiter Platz zu Buche – mit Siegen gegen den SV 06 Lehrte und den Heeßeler SV. Im Viertelfinale scheiterte das Team von Kemal Yavuz dann am FC Lehrte.

Enttäuscht haben vor allem die TSV Burgdorf und Gastgeber Heeßel. Beide Mannschaften verabschiedeten sich bereits in der Gruppenphase – ohne einen einzigen Punkt. Die Veranstalter waren mit dem Turnier - trotz des frühen Ausscheidens des Heimvereins - „hochzufrieden“. „Es ging heute extrem fair zu, darüber habe ich mich am meisten gefreut“, so Ralf Damker, 2. Vorsitzender des Fördervereins vom Heeßeler SV. Also auf ein Neues im nächsten Jahr...

Zum Nachlesen: Liveticker vom Zurich-Cup des Heeßeler SV