11. September 2020 / 20:29 Uhr

Statt Wunder wird's deutlich: TSV Havelse unterliegt beim 1. FSV Mainz 05 mit 1:5

Statt Wunder wird's deutlich: TSV Havelse unterliegt beim 1. FSV Mainz 05 mit 1:5

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Am Ende ist die Enttäuschung groß! Der TSV Havelse verliert gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 1:5. 
Am Ende ist die Enttäuschung groß! Der TSV Havelse verliert gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 1:5.  © imago images/Thomas Frey
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Das hätte durchaus anders ausgehen können: Nach einer starken ersten Halbzeit verliert der TSV Havelse in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 mit 1:5. Doch die Havelser müssen sich nicht grämen: Bis zur 77. Minute hatte der Regionalligist die Partie offen halten können.

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So eine Leistung hatte dem TSV Havelse wohl kaum jemand zugetraut. Dass der Regionalligist in der ersten Runde des DFB-Pokals im Gastspiel beim Bundesligisten Mainz 05 mithalten würde können, war keine allzu große Überraschung. Dass die Havelser den großes Favoriten jedoch am Rande einer Niederlage hatten und über weite Phasen des Spiels ebenbürdig waren, ist schon eine kleine Sensation. Zur ganz großen Nummer reichte es jedoch nicht, weil dem TSV in der letzten Viertelstunde die Kräfte ausgingen. Das nutzten die Mainzer eiskalt aus und zogen durch den 5:1 (0:1)-Sieg in die nächste Runde ein.

Mutig und ohne Angst sollte seine Mannschaft im Pokalduell gegen den Erstligisten spielen. Das hatte Trainer Jan Zimmermann von seinen Spielern gefordert. Sie sollten alles geben, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Auch, oder gerade, für ihren Mitspieler Torben Engelking, der sich am vergangenen Sonntag im Punktspiel beim FC Oberneuland einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Dass die Havelser Spieler „ein eingeschworener Haufen“ sind, wie Trainer Zimmermann kurz vor Beginn des Spiels beim Fernsehsender Sky sagte, zeigte die Mannschaft schon vor dem Anpfiff mit dem Schriftzug „Torben – Ein Team“ auf ihren Warmmachshirts.

Bilder vom Spiel der 1. Runde im DFB Pokal der 1. Runde zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und TSV Havelse

Die Havelser bereiten sich mit einem Spezial-Aufwärmshirt auf die Partie vor - sie denken an ihren verletzten Mitspieler Torben Engelking. Zur Galerie
Die Havelser bereiten sich mit einem Spezial-Aufwärmshirt auf die Partie vor - sie denken an ihren verletzten Mitspieler Torben Engelking. ©

Cicek verletzt sich früh

Und dieser eingeschworene Haufen musste schon nach zehn Minuten zeigen, wie gut er mit Rückschlägen zurechtkommt. Mit Deniz Cicek verletzte sich der beste Kicker der Havelse bei einem unglücklichen Kontakt mit seinem Gegenspieler und musste mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt werden. Wie das TSV-Team diese Schwächung wegsteckte war beeindruckend. Einmal kurz geschüttelt, dann lief jeder Havelser Spieler noch ein paar Schritte mehr für seinen Nebenmann. Die Mannschaft rannte und kämpfte nun für Engelking und Cicek.

Spätestens nach einer Viertelstunde war der Außenseiter voll im Spiel und zeigte, dass er auch in der Offensive seine Qualitäten hat. Für einen Moment hatten die Mainzer den überragenden Kevin Schumacher auf der linken Seite vergessen. Der TSV-Stürmer konnte unbedrängt in den FSV-Strafraum laufen und den ebenso völlig freistehenden Noah Plume bedienen. Sein Schuss aus 14 Metern landete im linken, unteren Toreck zum 1:0 (17.).

Quindt hält überragend

Der krasse Außenseiter führte und verteidigte dieses 1:0 mit unglaublichem Willen und Einsatz bis zur Pause. Gegen den viel zu umständlich spielenden Bundesligisten räumten die Innenverteidiger Jonas Sonnenberg und Niklas Tasky konsequent und mit einer Bärenruhe alles weg, was im Havelser Strafraum auftauchte. Und dann hatte der Regionalligist ja auch noch einen herausragenden Torwart zwischen den Pfosten. Mit zwei Glanzparaden kurz vor der Halbzeit rettete Norman Quindt seinem Team die vorläufige Sensation in die Kabine.

Auch gleich nach Wiederanpfiff stand Quindt im Mittelpunkt, als er eine hundertprozentige Torchance von 05-Stürmer Jean-Philippe Mateta aus zwei Metern mit der linken Schulter abwehrte. Zuvor waren die Havelser dem 2:0 sehr nahe, doch der Mainzer Torhüter Robin Zentner lenkte den Jaeschke-Schuss noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten (48. Minute).

Eine knappe Stunde schafften es die Havelser, die Führung zu verteidigen. Doch dann setzte sich Mateta auf der rechte Seite gegen Tasky durch und traf mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 1:1 (57.).

Die Stimmen zum DFB-Pokal-Spiel des TSV Havelse beim 1. FSV Mainz 05

Jan Zimmermann (Trainer TSV Havelse): Im Moment überwiegt die Enttäuschung über das Aus. Zumal wir die die Möglichkeit hatten, das 2:0 zu erzielen. Dann wäre richtig etwas drin gewesen. Aber ich bin mit dem Auftritt der Jungs absolut zufrieden. Es freut mich für unseren Torwart Norman Quindt, dass er sich heute so toll präsentieren konnte. Zur Galerie
Jan Zimmermann (Trainer TSV Havelse): "Im Moment überwiegt die Enttäuschung über das Aus. Zumal wir die die Möglichkeit hatten, das 2:0 zu erzielen. Dann wäre richtig etwas drin gewesen. Aber ich bin mit dem Auftritt der Jungs absolut zufrieden. Es freut mich für unseren Torwart Norman Quindt, dass er sich heute so toll präsentieren konnte." ©

Als schließlich die Beine der Havelser immer schwerer wurden, schlug der Erstligist noch zweimal zu und beendete durch die Treffer von Adam Szalai (77.), Mateta (79.), Robin Quaison (86.) und Mateta (90.) den Havelser Traum von der Pokalsensation.