14. Februar 2021 / 09:56 Uhr

Lob statt Vorwürfe: Erzgebirge Aues Elfmeter-Killer Männel nimmt Team in Schutz

Lob statt Vorwürfe: Erzgebirge Aues Elfmeter-Killer Männel nimmt Team in Schutz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Martin Männel
Aues Schlussmann Martin Männel hat in dieser Saison schon einige Elfmeter halten können. © dpa
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Martin Männel parierte in Heidenheim zwei Elfmeter. Die achte Saisonniederlage konnte der Torhüter und Kapitän von Erzgebirge Aue damit aber auch nicht verhindern. Dennoch lobte der 32-Jährige den Charakter seines Teams. Am Freitag empfangen die "Veilchen" den VfL Bochum.

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Aue/Heidenheim. Dirk Schuster fasste die spielentscheidenden Szenen nach dem 0:2 seines FC Erzgebirge Aue beim 1. FC Heidenheim in einem Satz prägnant zusammen. "So beschissen wie das Spiel angefangen hat, so beschissen hat es aufgehör", sagte der Trainer der "Veilchen". Der 53-Jährige ärgerte sich vor allem über die Entstehung der beiden Gegentore durch Patrick Mainka (4.) und Tim Kleindienst (90.+2), die genauso wie die achte Auer Saisonniederlage vermeidbar gewesen wären.

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Sieben Elfmeter gehalten

Ausgenommen von jeglicher Kritik war Martin Männel. Der Torwart und Kapitän der Sachsen verhinderte mit mehreren starken Paraden eine deutlichere Niederlage. Dass er sogar zwei Elfmeter entschärfen konnte, kommentierte Männel mit bekannter Bescheidenheit: "Das nehme ich so mit. Mich ärgert vielmehr, dass ich kurz vor Schluss nicht an den Kopfball gekommen bin. Ansonsten hätte ich mich auch sehr über den Ausgleich gefreut."

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Heidenheims Dzenis Burnic (rechts) und Aues Clemens Fandrich kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Heidenheims Dzenis Burnic (rechts) und Aues Clemens Fandrich kämpfen um den Ball. ©

Dass der 32-Jährige seinem Ruf als "Elfmeter-Killer" mal wieder gerecht wurde, war für Männel angesichts der Endstandes nur ein schwacher Trost. Seit Oktober 2019 konnte der Schlussmann sieben der zwölf Strafstöße parieren. "Schon zwölf Elfmeter in letzter Zeit?! Die Zahl erschreckt mich ein bisschen. Es war in dieser Saison schon das dritte Mal, dass wir in einem Spiel zwei Elfmeter gegen uns bekommen haben", kommentierte Männel die kuriose Strafstoß-Statistik. Bereits in Sandhausen und im Heimspiel gegen Regensburg bekamen die Aue-Gegner zwei Elfmeter zugesprochen. In beiden Partien konnte Männel jeweils einen Schuss parieren.

In Heidenheim zeigte Schiedsrichter Lasse Koslowski bereits in der 2. Minute nach einem kurzen Festhalten von Gaetan Bussmann am Trikot von Heidenheims Marvin Rittmüller auf den Punkt. Männel wehrte den Schuss von Denis Thomalla ab. Umso ärgerlicher für den Torwart und sein Team, dass sich nach der darauffolgenden Ecke Mainka am kurzen Pfosten gegen Steve Breitkreuz durchsetzen und zum 1:0 für die Gastgeber einköpfen konnte. "Wir wussten, dass die Standards eine Waffe von Heidenheim sind. Wir waren darauf eingestellt, haben aber ein Mal nicht aufgepasst", meinte Männel. Auch Schuster haderte: "Wir waren nicht in der Lage, das zu verteidigen. Das kann man besser machen."


Chancen zum Ausgleich

Dem zweiten Elfmeterpfiff in der 36. Minute ging ein Handspiel von Breitkreuz voraus. Der Abwehrspieler, der kurz zuvor nach einem Foul von Koslowski verwarnt worden war, blockte einen Schuss aus kürzester Distanz mit dem Ellenbogen ab und bekam dafür die Gelb-Rote Karte gezeigt. Damit fehlt Breitkreuz im Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Bochum.

So hart die Entscheidung auch war, so vertretbar war sie. "Mit den Schiedsrichtern hat das nichts zu tun. Sie sind in der Regelauslegung total eingeschränkt. Es gehört eher derjenige, der die Regel mit der doppelten Bestrafung erfunden hat, angemacht", meinte Schuster. "Der Schiedsrichter hat da keinen Spielraum, er muss ihn vom Platz stellen", ergänzte Männel, der diesmal im Elfmeter-Duell mit Christian Kühlwetter Sieger blieb.

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In Unterzahl stemmten sich die Sachsen bis in die Schlussphase hinein gegen die Niederlage. Erst vergab Jan Hochscheidt eine Großchance zum Ausgleich (88.), dann stürmte Männel bei einem Eckball selbst mit nach vorn – doch der Erfolg blieb aus. "Dass es sich niemals aufgibt, zeichnet den Charakter dieses Teams aus. Ich lasse heute nichts auf die Mannschaft kommen, da gibt es keine Vorwürfe", sagte Männel. Erst nach einem Ballverlust seiner Vorderleute und einem daraus resultierenden Konter, den Kleindienst abschloss, war der Torwart in der Nachspielzeit zum zweiten Mal geschlagen. Somit blieb Aue auch im siebten Anlauf sieglos in Heidenheim.

Sebastian Wutzler