22. Dezember 2020 / 20:19 Uhr

Locker-leicht ins Achtelfinale: RB Leipzig zeigt Augsburg die Grenzen auf

Locker-leicht ins Achtelfinale: RB Leipzig zeigt Augsburg die Grenzen auf

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Willi Orban bedankt sich nach dem 1:0 bei Angelino, der ihm die Ecke auf den Kopf serviert hatte.
Willi Orban bedankt sich nach dem 1:0 bei Angelino, der ihm die Ecke auf den Kopf serviert hatte. © Picture Point
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RB Leipzig steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Beim 3:0 (1:0) beim FC Augsburg durften die Hausherren im Grunde nicht einmal an einem Sieg schnuppern. RB war in allen Belangen überlegen.

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Leipzig/Augsburg. Das Fußball-Jahr 2020 hat ein Ende - und es ist aus Leipziger Sicht ein gutes. Die Rasenballer warten als Dritter der Bundesliga, Achtelfinalist der Champions League und des DFB-Pokals aufs Christkind. Ein 3:0 (1:0)-Pokal-Sieg beim FC Augsburg beschließt das erfolgreichste Jahr der Club-Historie und lässt die Roten Bullen weiter beschwingt auf drei Hochzeiten tanzen. Willi Orban (11.), Yussuf Poulsen (75.) und der alles überragende Angeliño (82.) treffen zum hochverdienten Erfolg in der WWK-Arena. Einziges Manko beim Weiterkommen: Die Quote aus Chancen/Toren ist trotz dreier Tore unterirdisch. Das Achtelfinale des DFB-Pokals wird am 3. Januar im Rahmen der ARD-Sportschau ausgelost. Sven Hannawald ist Losfee. Am 2. und 3. Februar wird gespielt.

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Belastungssteuerung und Rücksichtnahme auf Wehwehchen und Laktat im Bein war einmal, im finalen Spiel des Jahres heißt das Motto der Roten Bullen: Augen zu, Tapeverband um alle beweglichen Teile und durch. Julian Nagelsmann bringt in der WWK-Arena alle Asse in Stellung - also auch Dani Olmo und Emil Forsberg. Und los geht’s. RB übernimmt mit Anpfiff das Heft des Handelns, hat zeitig die erste Chance. Marcel Sabitzers 16-Meter-Schuss geht knapp drüber. Dann flankt Angeliño butterzart auf Nordi Mukieles Schädel, Keeper Rafal Gikiewicz reagiert in Handball-Torhüter-Manier. Die nachfolgende Angeliño-Ecke rammt der nur unzureichend gedeckte Willi Orban zum 1:0 ins Augsburger Tor (11.). Frühe Tore öffnen enge Cordhosen, Puppenkisten und neue Horizonte.

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Starke Vorstellung zum Jahresausklang: In der zweiten Runde des DFB-Pokal ließ RB Leipzig dem FC Augsburg keine Chance und gewann hochverdient mit 3:0. Zur Galerie
Starke Vorstellung zum Jahresausklang: In der zweiten Runde des DFB-Pokal ließ RB Leipzig dem FC Augsburg keine Chance und gewann hochverdient mit 3:0. ©

Kurz später fliegt der Ex-Unioner Gikiewicz einem Sabitzer-Volley hinterher und verhindert das Leipziger 2:0. RB hat den Ball, der FCA hat ihn nicht. RB kombiniert und drückt, der FCA igelt sich ein und sieht die Mittellinie nur von der Ferne. RB hat Chancen, Augsburg Glück. Marcel Halstenberg kommt nach Mukiele-Flanke frei zum Kopfstoß, bringt aber nicht die Uwe-Seeler-Gedächtnis-Bogenspannung zustande (21.). Nach 23 Minuten taucht das Team von Heiko Herrlich erstmals vorm RB-Tor auf. Gefahr? Keine. Bilanz nach 30 Minuten: 7:1 Ecken, 8:0 Torschüsse, 1:0 Tore. Für RB. Der FCA köpft in der 36. Minute Richtung Peter Gulacsi, der Hauch einer Annäherung.

RB lässt es zehn Minuten vor der Halbzeit ruhiger angehen, Ist nicht mehr so dominant und zwingend. Amadou Haidara und Emil Forsberg binden mit weiteren Abschlüssen eine Schleife um die ersten 45 Minuten. Pause. RB mit RB-typischem Spiel. Gut am Ball, gute Struktur, viel Fantasie, aber weit weg von gnadenloser Effizienz. Ergo steht’s nur 1:0.

Wiederbeginn. Augsburg muss kommen, RB kommt. Angeliño legt den Ball in die Gasse, Kevin Kampl hat das 2:0 auf dem linken Fuß, scheitert frei vorm besten Augsburger, Gikiewicz (49.). Im Nachgang rettet der Keeper gegen einen Forsberg-Schuss. Die Abschlussschwäche geht auf keine Kuhhaut. Rächt sich das? Augsburg ist jetzt besser im Spiel, öfter am Ball, stört früher und energischer. RB bläst die Backen und kurzzeitig zum Rückzug. Nagelsmann will wieder Power, Dominanz, Umschaltsituationen, bringt Yussuf Poulsen für Forsberg.

RB muss beißen, verlegt sich aufs Kontern, hofft auf einen Geniestreich. Der kommt in der 75. Minute. Olmo passt auf Poulsen, der setzt sich gegen vier unschlüssige FCAler durch, schießt an den linken Innenpfosten - 2:0. Beim Liga-Sieg an gleicher Stelle hatte der Däne auch das attraktive 2:0 erzielt. Den finalen Deckel schraubt Angeliño mit einem sehenswerten Linksschuss drauf (82.). Aus, Ende, Urlaub, kurzer.

Am 28. Dezember schart Julian Nagelsmann seine Männer nach dem Mini-Weihnachtsurlaub aller Zeiten wieder um sich. Schon am 2. Januar steigt die Bundesliga-Partie beim jung-dynamischen VfB Stuttgart.