18. April 2022 / 14:19 Uhr

Loge gekündigt: Altkanzler Gerhard Schröder will nicht mehr zu Spielen von Hannover 96

Loge gekündigt: Altkanzler Gerhard Schröder will nicht mehr zu Spielen von Hannover 96

Christoph Dannowski
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Altkanzler Gerhard Schröder (links) mit Ehefrau So-yeon Schröder-Kim im September 2020 auf der VIP-Tribüne von Hannover 96. Rechts steht Martin Kind, der Chef der Profigesellschaft.
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Altkanzler Gerhard Schröder (links) mit Ehefrau So-yeon Schröder-Kim im September 2020 auf der VIP-Tribüne von Hannover 96. Rechts steht Martin Kind, der Chef der Profigesellschaft. © imago images/localpic
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Nach dem russischen Überfall auf Ukraine stieg auch der Druck auf Gerhard Schröder – wegen seiner Nähe zu Diktator Wladimir Putin. Die kam auch bei Hannover 96 nicht gut an. Jetzt bricht der 78-jährige Altkanzler mit seinem Herzensverein: Die VIP-Loge, die er sich mit vier Promis teilt, wurde zum Saisonende gekündigt.

Sie liegt rechts von der Box von 96-Profichef Martin Kind (77), trägt die Ziffer 20 und den Zusatz „5G“. Der Zehn-Plätze-VIP-Bereich im ersten Obergeschoss der Westtribüne ist bei Heimspielen der Roten die prominenteste Loge: Gerhard Schröder, SPD-Urgestein Heino Wiese (69), ZAG-Arena-Eigner und Baumulti Günter Papenburg (82), INI-Gründer und Neurochirurg Madjid Samii (84) und Scorpions-Sänger Klaus Meine (73) teilen sich die Kosten – aber nur noch bis Saisonende. Wir erfuhren: Die Loge wurde gekündigt.

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Warteliste für die 96-Loge

Der Altkanzler wird die Arena in Zukunft meiden. Die anderen vier wollen zwar weiter ins Stadion, aber nicht mehr in „ihre“ Loge. Lange wird die allerdings nicht leerstehen. Trotz der hohen Kosten von mehreren tausend Euro pro Heimspiel soll es eine Warteliste geben. Beim Zweitligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag (0:0) ließ sich derweil kein einziger der fünf Logenbetreiber blicken.

Der Bruch mit Altkanzler Schröder

Über die Gründe für die Kündigung wurde Stillschweigen vereinbart. Es gilt aber als sicher, dass die Nähe Schröders zu Russlands Diktator Wladimir Putin und die (sport)politischen Nachwirkungen eine Rolle spielen.

Anfang April war Schröder bereits aus dem 96 e.V. ausgetreten und damit einem möglichen Rauswurf zuvorgekommen. Der Mutterverein des Zweitligisten hatte ein entsprechendes Vereinsausschlussverfahren angestoßen. Das soll Schröder geärgert haben. Zuvor hatte hat der 78-Jährige bereits die Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt Hannover verloren, auch Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund entzog die Ehrenmitgliedschaft.

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