09. September 2019 / 08:58 Uhr

Lok Döbeln feiert fulminante Rückkehr

Lok Döbeln feiert fulminante Rückkehr

Antje Lange
Leipziger Volkszeitung
Bei ihrem Punktspieldebüt für Döbeln kaum aufzuhalten: Karoline Kommol (Mitte), die hier zwei Gegenspielerinnen entwischt.
Bei ihrem Punktspieldebüt für Döbeln kaum aufzuhalten: Karoline Kommol (Mitte), die hier zwei Gegenspielerinnen entwischt. © Jörg Schreiber
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Die Frauen des ESV Lok Döbeln feiern im ersten Spiel nach der Rückkehr in die Landesklasse einen überraschend deutlichen 6:3-Erfolg gegen die SpVgg Leipzig. 

Döbeln. Mit einem 6:3-Heimsieg gegen die SpVgg Leipzig gelang den Fußballfrauen des ESV Lok Döbeln die erfolgreiche Rückkehr in die Landesklasse. Trotz einem Jahr Zwangspause fiel die Umstellung von Klein- auf Großfeld nicht allzu schwer, auch wenn es hier und da noch Anpassungsprobleme gab.

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Nach zwei nicht sehr aussagekräftigen Testspielen, bei denen man mit zwei hohen Niederlagen reichlich Lehrgeld zahlen musste, hieß das ausgegebene Ziel, sich als Mannschaft schnell zu finden. Das erste Vorbereitungsspiel war 2:10 beim Heidenauer SV verloren gegangen, Susann Grandke und Karoline Kommol hatten getroffen. Der zweite test endete 1:12 bei Fortuna Dresden.

Vier Neuzugänge stehen in der Döbelner Startelf

Mit Jane Uhlig, Sabrina Salzmann, Karoline Kommol und Lisa Rademacher kamen gleich vier Neulinge zum Einsatz und feierten erfolgreiche Punktspieldebüts im ESV-Trikot. Denise Wittig erzielte nach präziser Vorlage von Karoline Kommol in der 12. Minute die Führung für das ESV-Team. Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich ein abwechslungsreiches und spannendes Match. Der Gegner aus Leipzig, gespickt mit vielen jungen talentierten Spielerinnen, forderte den Lok-Frauen einiges ab. Nach drei guten Chancen der Leipzigerinnen kam die Trinkpause gerade recht.

Aufgetankt mit neuer Energie kreierte Döbeln nun einen schönen Spielzug, eingeleitet von Jane Uhlig und abgeschlossen von Laura Eschner. Die Leipziger Torfrau konnte gerade noch zur Ecke klären. Den nachfolgenden Eckball von Denise Wittig verwertete Susann Grandke per Kopf zum 2:0. Mit Glück für den Tüchtigen sprang der Ball vom Innenpfosten ins Netz. Wenig später nutzten die Gäste das etwas schläfrige Verhalten der Hintermannschaft aus und kamen durch Laura Schlaeger zum Anschlusstreffer (28.). Im Gegenzug traf Jane Uhlig nur die Querlatte.

Über die linke Seite kommend bereitete Susann Grandke den dritten Treffer der Gastgeberinnen vor. Beim Abschluss brauchte sie allerdings Unterstützung. Karoline Kommol schlitterte in den Schuss, der ansonsten vorbeigegangen wäre. So konnten die Eisenbahnerinnen den Vorsprung auf 3:1 ausbauen. Fast hätte es wieder den unmittelbaren Gegentreffer gegeben. Doch Lok-Keeperin Victoria Liebschner gewann das Duell mit der auf sie allein zukommenden Angreiferin Leede.

4:1 - Partie schon zur Halbzeit entschieden

Mit einem langen Pass schickte anschließend Laura Eschner Teamkollegin Susann Grandke auf die Reise, die sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen ließ und auf 4:1 erhöhte (40.). Bei der Passannahme stand sie jedoch im Abseits, was dem Schiedsrichter entging. Sekunden vor dem Pausenpfiff unterlief Denise Wittig ein fataler Abspielfehler. Leipzig nahm dieses Geschenk dankend an und Linda Lohse verwertete diesen missglückten Rückpass zur Keeperin erfolgreich.


Mit dem Zweitorevorsprung zur Halbzeit war das Match aber noch lange nicht entschieden. Die erste gute Möglichkeit nach der Pause besaßen die Gäste. Fast hätte es ein Eigentor gegeben. Auf der anderen Seite vereitelte die Leipziger Keeperin einen weiteren Torerfolg von Karoline Kommol, jene Spielerin, die wesentlich am folgenden Treffer beteiligt sein sollte. An der Strafraumgrenze wurde sie von ihrer Gegenspielerin am Fuß getroffen. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Jana Uschner eiskalt zum 5:2 (68.).

Döbeln bleibt offensiv das bessere Team

Wie beim 4:2 durch Grandke profitierten anschließend auch die Gäste von einer Fehlentscheidung. Ihrem dritten Tor von Laura Schlaeger (77.) ging ebenso eine Abseitsstellung voraus. Somit konnte man von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen. Noch blieb dem Kontrahenten genügend Zeit für einen möglichen Punktgewinn. Doch die ESV-Kickerinnen zeigten in der Schlussphase die größeren Offensivbemühungen und hatten auch die besseren Möglichkeiten.

Einen scharf getretenen Eckball von Katja Hempel lenkte die Leipziger Torhüterin gerade noch um den Pfosten. Pech für Anika Potas, deren Schuss schon fast im Netz zappelte. Im letzten Moment brachte eine Spielerin den Ball noch aus der vermeintlichen Gefahrenzone. Doch da stand Denise Wittig, die einfach mal abzog und das Spielgerät zum 6:3 ins Gehäuse beförderte (88.). Damit war die Entscheidung gefallen. Ausschlaggebend für diesen verdienten Erfolg ist sicherlich die größere Erfahrung der Döbelnerinnen gewesen.

Damit steht die Mannschaft nach dem ersten Spieltag auf Platz zwei der Landesklasse. Von der Spitze grüßt die SpG Schönau/Eintracht Leipzig-Süd II, die zum Auftakt gar einen 8:3-Erfolg gegen LVB II feierte. Die Döbelnerinnen werden indes vielleicht schon am kommenden Sonntag erfahren, was ihr deutlicher Sieg wert ist. Denn dann treten sie beim SV Klinga-Ammelshain erstmals in dieser Saison auf fremdem Geläuf an. Die Gastgeberinnen starteten mit einem 3:5 in Borna in die Saison.

ESV Lok Döbeln: Liebschner, Potas, Schmidt (61. Hempel), Uschner, Salzmann, Uhlig (69. Giesecke), Kommol (82. Klose), Eschner, Grandke, Wittig, Rademacher (40. Schwärig).

Torfolge: 1:0 Wittig (12.), 2:0 Grandke (26.), 2:1 Schlaeger (28.), 3:1 Kommol (32.), 4:1 Grandke (40.), 4:2 Lohse (45.), 5:2 Uschner (68., EM), 5:3 Schlaeger (77.), 6:3 Wittig (88.).